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Marktredwitz

Basaltwerk Pechbrunn schließt

Am 31. Dezember wird der Betrieb eingestellt, da die Staatsforsten den Abbaupachtvertrag nicht verlängern. Zwölf Arbeitsplätze fallen weg.



Am 31. Dezember dieses Jahres gehen hier die Lichter aus, dann wird das Basaltwerk Pechbrunn geschlossen. Foto: jr
Am 31. Dezember dieses Jahres gehen hier die Lichter aus, dann wird das Basaltwerk Pechbrunn geschlossen. Foto: jr  

Pechbrunn - Bürgermeister Ernst Neumann ist geschockt: "Dies ist ein Einschnitt für unsere ganze Gemeinde. Betroffen davon sind unsere Unternehmen, Geschäfte und auch die Bürger. Das Basaltwerk Pechbrunn war unser größter Gewerbesteuerzahler. Und nicht zuletzt gehen zwölf Arbeitsplätze verloren." Die Gerüchteküche in den vergangenen Tagen brodelte. Nun hat Neumann bestätigt, dass die Bayerischen Staatsforsten als Flächeneigentümer den Abbaupachtvertrag zum 31. Dezember 2018 gekündigt haben. Aus diesem Grund wird der Betrieb bis zum Jahresende eingestellt.

Das Ende nach 130 Jahren

In einer Mitteilung des Basaltwerks heißt es: "Die Basaltgewinnung am Standort Pechbrunn findet nach 130 Jahren ein vorzeitiges Ende, obwohl noch für mehr als 30 Jahre Rohstoffvorräte mit bayernweit einzigartiger Qualität vorhanden sind. Am 27. Juni 2018 wurde durch die Bayerischen Staatsforsten als Flächeneigentümer der Abbaupachtvertrag mit der Basaltwerk Pechbrunn GmbH zum 31. 12.2018 gekündigt. Wir bedauern diesen Schritt sehr, da von Seiten des Unternehmens ein Vorschlag für eine angemessene Pachtpreiserhöhung vorgelegt wurde. Aufgrund dieser Kündigung sind die Voraussetzungen für die Fortsetzung des Gewinnungsbetriebes zum Jahresende 2018 leider entfallen. Aus diesem Grund wird der Betrieb zu diesem Zeitpunkt eingestellt. Im Anschluss hieran erfolgt noch die ordnungsgemäße Wiedernutzmachung der bergbaulich in Anspruch genommenen Flächen im Tagebau."


Neumann hält das Schreiben der Geschäftsleitung des Basaltwerks Pechbrunn in den Händen. Nach seinen Worten haben die beiden Geschäftsführer Torsten Honkisch und Stefan Rüppel die niederschmetternde Nachricht ihren zwölf Mitarbeiter persönlich überbracht. "Da sind Tränen geflossen", sagt Neumann. Den Mitarbeitern stehe eine ungewisse Zukunft bevor. Und für die Gemeinde falle der größte Gewerbesteuerzahler weg. "In guten Zeiten haben wir mehr als 120 000 Euro Gewerbesteuer im Jahr erhalten. Für unsere Gemeinde ist das viel Geld." Weiter verweist Neumann auf die Nutznießer des Steinbruchs - wie die heimischen Geschäfte oder das Fuhrunternehmen Pfletscher. Neumann verweist zudem auf das erstklassige Material, das am Teichelberg abgebaut wurde. "Das war Gleisschotter bester und höchster Qualität."

Der VG-Vorsitzende, Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier, steht seinem Pechbrunner Kollegen bei. Er erinnert daran, dass vor etwa zehn Jahren das Unternehmen einen Antrag auf Weiterbetrieb gestellt habe. Die sei immer wieder durch neue Forderungen der Naturschutzbehörden hinausgezögert worden. "Das Aus jetzt durch die Hintertür ist nicht fair." Freilich räumen die beiden Bürgermeister ein, dass der Weiterbetrieb schon zulasten der Natur gegangen wäre. Geschützte Bereiche wären zum Opfer gefallen und Ausgleichsmaßnahmen hätten auf Staatsforstflächen stattfinden müssen. Dies ist nach Ansicht der beiden Bürgermeister wohl auch der Hauptpunkt gewesen.

Ernst Neumann kritisiert auch die SPD, die sich mit Ausnahme von Ludwig Stiegler und Hannelore Bienlein-Holl uninteressiert am Basaltabbau gezeigt habe. "Wo sind denn unsere SPD-Politiker, wenn es um die Vernichtung von Arbeitsplätzen geht ?", zürnt Neumann. Lob hat er dagegen für die lokalen CSU-Politiker übrig, die sich immer für Pechbrunn einsetzten, was letztlich aber nicht von Erfolg gekrönt war.

Der Waldsassener Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider erklärte auf Nachfrage, dass er persönlich das Kündigungsschreiben im Auftrag der Zentrale der Bayerischen Staatsforsten überbracht habe. Die bisherigen Pachtpreise im Bruch Teichelberg seien nicht mehr marktgerecht und eine Erhöhung auf das aktuelle Marktniveau sei deshalb zwingend notwendig gewesen. Leider hätten die Gespräche zu keiner Einigung geführt. Zur Vermeidung von Fristversäumnissen wurde deshalb eine ordentliche Kündigung ausgesprochen. Der Betrieb Hirschentanz bei Konnersreuth sei von der Kündigung nicht betroffen. Im Gegenteil: Im Juli 2017 seien fünf Hektar neue Flächen für Bodenuntersuchungen und für den Abbau freigegeben wurden. Zudem wurden zwei weitere Standortsicherungsverträge (Suhllache und Glaserschlag) mit etwa 44 Hektar Staatswaldflächen zum Basaltabbau unterzeichnet. Der Basaltabbau in der Region habe also eine Zukunft.

Der Bund Naturschutz kämpft seit mehr als 20 Jahren für den Erhalt des Naturschutzgebiets Teichelberg. Der BN begrüße die Schließung des Basaltwerks Pechbrunn, sagt Josef Siller, Vorsitzender des BN im Landkreis Tirschenreuth. Der Kampf habe sich gelohnt. Nun falle die Kuppe des Berges mit ihrem Urwald nicht den Baggern zum Opfer. "Wenn der Basaltabbau in einem Naturschutzgebiet weiter erfolgt wäre, dann wäre in ganz Bayern kein Naturschutzgebiet mehr sicher gewesen." Ausdrücklich bedauert Siller den Verlust der Arbeitsplätze. "Wir hoffen auf einen sozialverträglichen Umbau durch den Betreiber der Basaltwerke." Siller kündigt an, dass am 14. Oktober dieses Jahres eine Exkursion am Teichelberg stattfinden wird, um den Menschen das einmalige Ökosystem zu zeigen. "Jetzt ist es kein Kampf mehr um den Teichelberg, sondern ein Naturschutz für die Seele."

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Josef Rosner
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Veröffentlicht am:
10. 08. 2018
16:58 Uhr

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Josef Rosner

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10. 08. 2018
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