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Marktredwitz

Bluegrass zum Weltladen-Geburtstag

Seit 30 Jahren gibt es die Einrichtung in Marktredwitz. Die John-Lowell-Band gratuliert mit uramerikanischer Musik.



Die John Lowell Band im Marktredwitzer Weltladen mit (von links): Tom Murphy (Mandoline), John Lowell (Gitarre), Thomas Kärner (Bass) und Julie Elkins (Banjo). Foto: Peter Pirner
Die John Lowell Band im Marktredwitzer Weltladen mit (von links): Tom Murphy (Mandoline), John Lowell (Gitarre), Thomas Kärner (Bass) und Julie Elkins (Banjo). Foto: Peter Pirner  

Marktredwitz - Bluegrass Musik vom Feinsten war am Mittwochabend aus dem Marktredwitzer Weltladen zu hören. In den kleinen Räumlichkeiten spielte die John-Lowell-Band auf, eine Band, die sich aus drei US-Amerikanern und einem deutschen Musiker zusammensetzt: John Lowell ist Gitarrist, Stückeschreiber und Sänger. Tom Murphy singt und spielt die Mandoline. Julie Elkins musiziert auf dem fünfseitigen Banjo. Thomas Kärner aus der Nähe von Bayreuth spielt Bass und unterstützt mit seinem Gesang.

Thomas Pitzl begrüßte das Publikum zu einem gemütlichen Wein- und Musikabend aus Anlass der Gründung des Weltladens vor 30 Jahren. Pitzl ist in der Welt der Musik zuhause, kennt viele Bands und Musiker, hält die Kontakte seit vielen Jahren. Schon mehrmals konnte er die Musiker der John-Lowell-Band in die Region bringen. Sie sind Berufsmusiker, engagierten sich aber für Thomas Pitzl und die Idee des fairen Handels ehrenamtlich.

Rund 70 Zuhörer zwischen acht und 80 Jahren kamen und lauschten der Band fasziniert im und vor dem Weltladen. Denn die vielen Besuchern kamen nicht alle im Laden unter. Das machte ihnen aber bei dem lauschigen Wetter nichts aus. Die Rhythmen waren meist eingängig, sie gingen schnell von den Instrumenten und Stimmen auf die Zuhörer über. Bereits vom ersten Lied "Are you lonesome tonight?" an nahmen die Zuhörer den Rhythmus auf, wippten die Beine fast automatisch mit, schnipsten mit ihren Fingern im Takt. Das Stück "Never gonna rain no more" wurde spontan von einer Zuhörerin als ihr Lieblingsstück des Abends ausgewählt. Auch die weiteren Stücke kamen hervorragend an, so zum Beispiel "Angus McKenzie", ein Stück, das die Geschichte eines schottischen Cowboys erzählt. Ebenso das Instrumentalstück "Holyhock", das von Tom Murphy stammt. Oder "Somewhere down the road", das das Unterwegssein für die Musik beschreibt.

Dass die vier Musiker auf ihren Instrumenten nicht nur spielen können, sondern sie intensiv beherrschen, zeigte sich während des gesamten Konzerts. Ihre Hände glitten virtuos über die Saiten, zupften sie sehr unterschiedlich, aber immer exakt. Obwohl die vier Musiker nur ein paar Wochen im Jahr in dieser Zusammensetzung spielen, waren sie stets perfekt aufeinander abgestimmt. Aber auch in ihren solistischen Einlagen präsentierten sie sich auf einem sehr hohen Niveau.

Die meisten Stücke hatte John Lowell selbst geschrieben. Die Gäste bemerkten schnell, dass der US-Amerikaner aus Montana Bluegrass-Stücke nicht nur erstklassig schreibt und mit seinen Bandkollegen vorträgt. Sie bemerkten auch, dass die amerikanischen Musiker aus der Gegend kommen, wo der Bluegrass zuhause ist und von wo sie seine besondere Atmosphäre mit nach Europa gebracht haben. Und sie haben auch ihren Bassisten Thomas Kärner damit angesteckt, der ihnen in nichts nachstand. Launig führte Thomas Kärner durch das Programm. Seine Moderation nutzte er immer wieder scherzhaft, um kleine Seitenhiebe auf die nicht Deutsch verstehenden Bandkollegen abzugeben. Sogleich übersetzte er dann aber seine Worte ins Englische, um die Spannung wieder herauszunehmen.

Im vollbesetzten Raum entstand eine besondere Nähe zwischen Musikern und Publikum. "Wir spielen sowohl auf großen Festivals als auch in solchen Hauskonzerten" erzählte Thomas Kärner. "Beides hat seinen eigenen Reiz." Zurzeit ist die Band auf einer dreiwöchigen Konzertreise durch Europa, hat bereits in Tschechien und in der Schweiz gespielt, insgesamt sind 14 Auftritte angesetzt.

Beim lockeren Gespräch mit John, Tom und Julie kramten die Gäste ihre Englischkenntnisse hervor. Sie holten sich Autogramme oder stellten den Künstlern Fragen. Für einen kleinen Imbiss sorgten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weltladens. Sie reichten Weißbrot mit herzhaftem Aufstrich und boten Weine und Säfte an, die allesamt aus fairem Handel stammten. Denn das ist die Idee des Weltladens: Produkte anzubieten, die zu einem fairen Preis produziert und gehandelt werden, also so, dass alle Beteiligten ein menschenwürdiges Leben führen können.

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Die nächste Veranstaltung am Weltladen steht bereits an: Zur Langen Nacht am 15.09.2018 gibt es ab 19 Uhr ein Konzert mit "Jazz Live".

Autor

Peter Pirner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 09. 2018
17:18 Uhr

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Peter Pirner

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06. 09. 2018
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