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Marktredwitz

Bringt die SPD einen Gegenkandidaten?

Momentan scheint es, als hätten die Sozialdemokraten erstmals keinen Bewerber für das Amt des OB. Die Liste "Junges Rawetz" ist in der nächsten Periode Geschichte.



Oberbürgermeister Oliver Weigel will’s nochmal wissen und schart viele Unterstützer um sich. Er ist bereits als Kandidat der CSU nominiert. Foto: zys
Oberbürgermeister Oliver Weigel will’s nochmal wissen und schart viele Unterstützer um sich. Er ist bereits als Kandidat der CSU nominiert. Foto: zys   » zu den Bildern

Marktredwitz - Es wäre ein Novum in der Geschichte der Marktredwitzer Sozialdemokraten, wenn sie zur Kommunalwahl 2020 keinen Kandidaten für das höchste Amt in der Stadt ins Rennen schicken würden. Denn momentan ist ein Gegenkandidat von Amtsinhaber Oliver Weigel (CSU) weder im Gespräch noch munkelt man über jemanden, der dem Oberbürgermeister Paroli bieten sollte. Eines jedoch steht fest: SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Haussel, der Weigel vor über fünf Jahren mit 33,74 Prozent klar unterlegen war, tritt nicht mehr an. "Ich werde auf keinen Fall mehr kandidieren", versichert er auf Nachfrage der Frankenpost.

Einst galt Marktredwitz als rote Hochburg im damals ebenfalls roten Landkreis Wunsiedel, der heute von den Konservativen dominiert wird. Vier lange Perioden währte die Oberhand der Sozialdemokraten im Stadtrat, die von 1990 bis zur Wahl 2008 hinter der parteilosen Dr. Birgit Seelbinder standen. Von Wahl zu Wahl hatte sie ihr Ergebnis steigern können. Zuletzt unterlag der mittlerweile verstorbene CSU-Kandidat Dr. Armin Leppert der kämpferischen SPD-Kandidatin mit 28,21 Prozent. Als Seelbinder aus Altersgründen nicht mehr kandidieren konnte, positionierte die CSU Oliver Weigel auf dem Spitzenplatz - und fuhr erstmals in der Geschichte mit 66,26 Prozent einen Erdrutschsieg ein.

War Seelbinder einst Zünglein an der Waage, wenn es um Abstimmungen ging, ist die Hochzeit der SPD im Stadtrat seit der letzten Wahl vorbei. Lediglich ein kleines Häuflein von sechs SPD-Räten ist übrig geblieben. Für Klaus Haussel, der seinen Hut nicht mehr in den Ring wirft, scheint der 15. März 2020 noch in weiter Ferne. "Es steht in den Sternen, ob wir einen Kandidaten aufstellen", gibt er offen zu. "Aber wir sind mit einigen Leuten im Gespräch." Er selbst sei mit 60 Jahren und eben pensioniert nicht mehr in dem Alter, noch einmal für dieses Amt zu kandidieren. "Das müsste schon eine Zukunftsperspektive haben."

Der SPD-Fraktionsvorsitzende geht davon aus, dass seine Partei die Liste für die Stadtratswahl in der zweiten Septemberhälfte präsentiert. "Wenn wir einen bekannten Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters haben, würde es auch im Dezember noch ausreichen, ihn vorzustellen", findet Haussel. In Sachen Nachwuchs - außer stellvertretendem Fraktionsvorsitzenden Stefan Walberer sind alle SPD-Stadträte momentan über 60 Jahre alt - ist Klaus Haussel "sehr guter Dinge". Der eine oder andere werde überrascht sein, "wie viel frisches Blut wir in unseren Reihen haben".

Die CSU hingegen hat die Karten längst offen auf den Tisch gelegt und den in der ersten Periode regierenden Oberbürgermeister Oliver Weigel erneut ins Rennen geschickt. Auch die Liste mit zahlreichen jungen Polit-Neulingen steht bereits. Wer gegen Weigel antritt, wird es sicherlich nicht leicht haben, zumal sich Marktredwitz seit seinem Amtsantritt 2014 im Aufwind befindet.

Damit ist auch für die Freien Wähler klar, dass sie Oliver Weigel Rückenwind geben. "Wir haben keinen eigenen Kandidaten", erklärt zweiter Bürgermeister Horst Geißel. "Auch wenn wir noch nicht nominiert haben, denke ich, dass wir den amtierenden Oberbürgermeister unterstützen werden." Jetzt machten die Freien Wähler erst einmal Sommerpause, um dann Ende September die Liste vorzustellen. "Aber wir steigen in den Wahlkampf erst in der heißen Phase ein", prophezeit Geißel.

Eine Überraschung bahnt sich indes bei der Liste "Junges Rawetz" an. Seitdem Martina Bartmann 2002 erstmals als Vertreterin der jungen Marktredwitzer in den Stadtrat eingezogen ist, sind einige Jahre ins Land gegangen. "Wir dachten damals nicht, dass wir es noch ein zweites Mal schaffen", gibt sie unumwunden zu. Tatsächlich ist es nun ihre dritte Legislaturperiode in dem Gremium. "Im Durchschnitt hat keiner unserer Liste mehr eine Zwei vorn stehen", meint sie schmunzelnd und verweist darauf, "dass sich mit zunehmendem Alter auch die Schwerpunkte verändern". Ein Teil der früheren Leute auf der Liste habe seinen Lebensmittelpunkt verlagert. "Deshalb wird es die Liste ,Junges Rawetz’ bei der nächsten Wahl nicht mehr geben", kündigt Bartmann an. "Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass einige von uns auf anderen Listen wiederzufinden sind." Sie selbst wolle sich gern weiterhin im Stadtrat engagieren. "Weil ich seit fast 18 Jahren eine sehr gute Fraktionsgemeinschaft mit den Freien Wählern habe, trete ich bei der Kommunalwahl nächstes Jahr auf deren Liste an."

Markus Kopatsch von ProMAK und seine Stadtratskollegin Sabine Schultheiß sind noch über der Liste, wie er sagt. Einen offiziellen Termin für die Präsentation der Kandidaten gebe es noch nicht, vermutlich werde es Mitte September sein, kündigt Kopatsch an. Sabine Schultheiß fügt hinzu, "dass wir keinen eigenen OB-Kandidaten aufstellen, sondern Oberbürgermeister Oliver Weigel unterstützen werden". Mit der Liste, die ProMAK präsentiert, sollen sich alle Altersgruppen von Marktredwitz gut vertreten fühlen.

Die Grünen unter Spitzenkandidatin Brigitte Artmann, die seit Jahren allein auf weiter Flur im Stadtrat kämpft, allerdings hin und wieder zusammen mit der SPD abstimmt, stellen ebenfalls keinen eigenen OB-Kandidaten auf. "Und unterstützen werden wir auch keinen. Uns hat keiner darum gebeten." Brigitte Artmann und ihr Team wollen den bundesweiten Aufwind der Grünen nutzen, um ihre Ziele zu untermauern. "Es hat sich gezeigt, dass man auch in kleineren Ortschaften Stimmen holen kann", zeigt sie sich hoffnungsvoll. "Aber momentan ist noch alles offen, wir lassen uns Zeit bis zum Spätherbst." Zweiter Grünen-Vorsitzender Michael Meier wird etwas deutlicher: "Unser großes Ziel ist es, ein zweites Stadtratsmandat zu holen."

Der Chef des Rathauses will es auf jeden Fall noch einmal wissen. "Wir haben in den letzten sechs Jahren sehr gute und viel Arbeit geleistet. Daher würde ich mich über eine Wiederwahl sehr freuen, denn wir haben viele Projekte angeschoben, die weit über das Jahr 2020 hinausgehen." Es seien nur noch sieben Monate bis zur Wahl. "Daher ist es allerhöchste Eisenbahn, die Listen festzuklopfen", findet Oliver Weigel. "Die CSU hat das vor der Sommerpause erledigt, um klare Verhältnisse zu schaffen." Ob Gegenkandidat oder nicht: "Einer Wahl kann man nie gelassen entgegensehen", sagt Weigel - und stellt sich gedanklich schon mal auf den Wahlkampf ein.

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
16:18 Uhr

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
16:18 Uhr



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