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Marktredwitz

Das Malzhaus soll weg

Viele Bürger sprechen sich für einen Abriss des Denkmals aus. Stattdessen können sie sich ein Parkhaus hier im Zentrum vorstellen. Der La-Mure-Platz soll Visitenkarte der Stadt werden.



Das Malzhaus (helles Gebäude im Hintergrund) sollte nach Wünschen vieler Bürger abgerissen werden. Dafür sollte man das alte Stadttürmchen (Reste der Mauer im Vordergrund) wieder im Winkel aufbauen. Foto: Peggy Biczysko
Das Malzhaus (helles Gebäude im Hintergrund) sollte nach Wünschen vieler Bürger abgerissen werden. Dafür sollte man das alte Stadttürmchen (Reste der Mauer im Vordergrund) wieder im Winkel aufbauen. Foto: Peggy Biczysko  

Marktredwitz - Das Gesicht von Marktredwitz verändert sich. Die Stadt steht gerade vor einer ihrer größten Aufgaben, nämlich nicht nur der Neugestaltung des Benker-Areals, sondern eines enorm wichtigen Quartiers mitten im Zentrum. Wenn das Winkel-Parkhaus der Abrissbirne zum Opfer fällt, will die Verwaltung die Pläne griffbereit haben, um Marktredwitz für die Zukunft fit zu machen und mehr als nur aufzuhübschen. Und mit ins Boot nimmt die Stadt ihre Bürger, deren Ideen mit in die Planungen einfließen sollen.

Gut 70 Marktredwitzer lauschen interessiert den Ausführungen von Oberbürgermeister Oliver Weigel und Stadtbauamtsleiter Stefan Büttner, die das Quartier vorstellen, um das es zunächst in einem Architekten-Wettbewerb, an dem sich zwölf Büros beteiligen werden, gehen soll. Begeistert unterbreiten die Bürger an Plänen und Tafeln ihre Vorstellungen. Eines wird dabei ganz deutlich: Das Malzhaus will keiner mehr. Wenngleich das alte Gebäude unter Denkmalschutz steht, so scheint niemand Interesse daran zu haben, dieses seit Jahrzehnten leer stehende Anwesen mit in die Zukunft nehmen zu wollen.

Parken dagegen ist ein Stichwort, auf das die Marktredwitzer sofort reagieren. Malzhaus weg, Parkhaus hin. Natürlich luftiger und filigraner als der Betonklotz in der Nachbarschaft, der bald Geschichte sein wird. Und vielleicht mit einem Dach aus Gras, verbunden über eine charmante Brücke hinüber zum Stadtpark, der sein Gesicht ebenfalls komplett ändern wird.

Oberbürgermeister Oliver Weigel ermuntert die Marktredwitzer, ihren Ideen freien Lauf zu lassen. Vor allem für den La-Mure-Platz wünscht er sich ein adrettes Erscheinungsbild. "Hier fahren täglich bis zu 17 000 Autos vorbei, weshalb dieses Entree die Visitenkarte in Richtung Innenstadt werden muss." Die Achse vom Stadtpark über den Winkel und La-Mure-Platz bis hin aufs neue Benker-Areal präge über die nächsten Jahrzehnte hinweg das Stadtbild, gibt Weigel zu bedenken. Daher freut sich die Stadt über ein Füllhorn an Ideen, die laut Bauamtsleiter Stefan Büttner auch gern einmal schräg sein dürfen. Eines verrät OB Weigel schon einmal: "Unsere Pläne zur Umgestaltung des Zentrums stoßen bei Investoren auf großes Interesse."

Die Ideen der Bürger können auch das Umfeld mit einbeziehen, das bis zur Kreuzung am Vilser Platz und zum Reiserberg reicht. Und da werden gleich Stimmen aus der Vergangenheit laut: "Viele Marktredwitzer wünschen sich an dieser unübersichtlichen Kreuzung, wo fünf Straßen aufeinander treffen, wieder einen Kreisverkehr", fasst Büttner zusammen. So, wie es früher einmal war.

Als Planungs-Jahr, in dem wohl auch die Bewohner über dem Parkhaus ausziehen sollten, kündigt Büttner 2019 an, während er für das Folgejahr Vollzug vermeldet. "Dann reißen wir das Parkhaus samt Geschäften ab." Da sieht Innenstadtkoordinator Dominik Hartmann schon ein Problem auf Anwohner, Geschäftsinhaber, Kunden und Besucher zukommen: Wohin mit den Autos?

Mit Eifer machen sich die Bürger an die Gestaltung "ihrer" Innenstadt, sorgen für einen neuen, einheitlichen Bodenbelag vom Winkel bis hin zum La-Mure-Platz, reißen das Malzhaus ab - "Denkmal ist gut, Parken ist besser!" - und konzentrieren Gastronomie im Winkel, wo es sich zwischen Wasser und viel Grün gemütlich sitzen lässt.

Die Dammstraße ist jetzt eine Einbahnstraße, an die statt des Malzhauses ein Parkhaus angrenzt, der Winkel öffnet sich für Märkte und Veranstaltungen, der Wochenmarkt bekommt mit kleinen Dächern die Möglichkeit, ganzjährig Waren anzubieten. Ein Lebensmittel- und Biomarkt komplettieren diesen zentralen Platz.

"Fürs Malzhaus sieht‘s wirklich ziemlich dunkel aus heute Abend", stellt Stefan Büttner fest, nachdem die Marktredwitzer wiederholt zum Workshop aufgerufen worden waren. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass mit diesem mächtigen, aber doch unscheinbaren Gebäude, das 1835 errichtet wurde, niemand so recht etwas anzufangen weiß. "Da müsste man locker eine zweistellige Millionensumme investieren", hört man besorgte Stimmen. Vor etlichen Jahren hatte man einmal die Umgestaltung der Gewölbe im Malzhaus zu einer Markthalle ins Auge gefasst. "Die Stadt wird sich das kaum leisten können", so ein Besucher des Workshops.

Nach Mitteilung Büttners handelt es sich bei der Neugestaltung des Quartiers in und um den Winkel um eine Fläche von gut einem Hektar. "Nehmen wir das Umfeld für den Ideen-Teil hinzu, haben wir es mit 3,8 Hektar zu tun." Der Bauamtsleiter ist schon heute äußerst gespannt, wie sich das 3 D-Modell präsentieren wird, das die Architekten bis 24. April im Maßstab 1:500 umsetzen werden. "Die Ideen der Bürger werden in dieses Modell mit einfließen", versichert Büttner. "Und am 23. Mai - zur Ausstellungseröffnung mit den Entwürfen der Architekten - werden wir zum letzten Mal das Parkhaus rocken, ehe es zusammenfällt."

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Wer sich noch mit Ideen für die Neugestaltung des Winkels und dessen Umfelds einbringen möchte, kann sich die Karten für Anregungen bei der Stewog oder der Tourist-Info abholen. Abgabeschluss ist der 12. Dezember.

Autor
Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
30. 11. 2018
17:10 Uhr

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Peggy Biczysko

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30. 11. 2018
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