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Marktredwitz

Der Fußboden muss raus

Die Geruchsbelästigung in der Schule Pechbrunn kommt vom Bodenbelag. Die Floor-Flex-Platten stehen dazu im Verdacht, asbesthaltig zu sein. Der Gemeinderat reagiert.



Der Kleber unter der Floor-Flex-Platte stinkt. Jetzt soll der komplette Fußboden in den vier Klassenzimmern der Pechbrunner Schule rausgerissen und durch einen neuen ersetzt werden. Foto: jr
Der Kleber unter der Floor-Flex-Platte stinkt. Jetzt soll der komplette Fußboden in den vier Klassenzimmern der Pechbrunner Schule rausgerissen und durch einen neuen ersetzt werden. Foto: jr  

Pechbrunn - "Es war unser Anliegen, dass schnell etwas passiert", sagte Lehrerin Silke Ruß nach der Sitzung. Und sie zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Am Mittwochabend waren die Lehrer der Grundschule mit ihrer Schulleiterin Renate Zuber zur Gemeinderatssitzung Pechbrunn geladen. Darin ging es um die Geruchsauffälligkeiten in vier Klassenzimmern der Schule. "Die Lösung heißt: Fußböden raus", sagte Bürgermeister Ernst Neumann. Sofort soll jetzt die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen, damit möglichst in den Sommerferien der alte Fußboden ausgebaut und der neue wieder eingebaut wird.

Bürgermeister Neumann berichtete von einem Gutachten, das von der Gemeinde in Auftrag gegeben wurde, nachdem es in der Grundschule wiederholt zu Geruchsbelästigungen gekommen war. In dem Gutachten heißt es, dass sich der Verdacht auf eine Belastung durch Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) im Fußbodenkleber nicht bestätigt hat. Verantwortlich für die Geruchsbelastung sei der deutliche Nachweis von Mineralölkohlenwasserstoffen. Diese Stoffe, so heißt es im Gutachten, seien sehr geruchsintensiv und desto stärker wahrzunehmen, je wärmer die Raumluft wird. Von den Mineralölkohlenwasserstoffen gehe keine direkte, akute Gesundheitsgefahr aus. Der Gutachter regt eine regelmäßige Lüftung der Räume und langfristig den Ausbau des Fußbodenbelags, inklusive des schwarzen Klebers, an.

Schulleiterin Renate Zuber berichtete, dass es die Geruchsbelästigungen schon seit längerer Zeit gebe. "Meine Kolleginnen waren verärgert, weil so getan wurde, als lüften sie zu wenig, was mit Sicherheit nicht der Fall ist." Weiter nannte sie das Lüften nicht die Lösung des Problems. Lehrerin Silke Ruß konnte nicht verstehen, warum die Messungen nur in einem Klassenzimmer und nicht in allen vier stattgefunden haben. "Das wäre zu teuer geworden", antwortete Bürgermeister Neumann. Silke Ruß sagte, dass die Floor-Flex-Platten in den Klassenzimmern Asbest enthalten würden. "Da muss jetzt schnell gehandelt werden." Alfons Grillmeier (CSU) betonte: "Dort, wo es wärmer war, waren die Gerüche intensiver." Für Silke Ruß ist klar, dass die Gerüche vom Kleber kommen - "da muss etwas getan werden".

Lehrerin Verena Franz machte nochmals deutlich, dass die Floor-Flex-Platten im Verdacht stünden, asbesthaltig zu sein. "Die bröckeln teilweise schon ab. Da müssen doch jetzt alle Alarmglocken läuten", bat sie die Gemeinderäte inständig, zu handeln. "Es geht um das Wohl der Kinder und um deren Gesundheit. Wer ist verantwortlich, wenn ein Kind tatsächlich erkrankt? Einen neuen Boden kann man sich kaufen, die Gesundheit nicht." Für Schulleiterin Zuber ist das Gutachten vage gehalten, "das lässt Spielraum für Interpretationsmöglichkeiten". Bürgermeister Neumann brachte die Diskussion auf den Punkt. "Die Lösung heißt Fußböden raus, und zwar so schnell als möglich". Dazu gebe es keine Alternative.

Isgard Forschepiepe (SPD) bemängelte, dass die Gemeinderäte bei der vorangegangenen Sitzung nur unzureichend informiert waren, und forderte die Gemeinde auf, unverzüglich zu handeln. Thomas Dehmel (SPD) entschuldigte sich bei den Lehrern dafür, dass dies alles so gelaufen sei. "Es sind dort asbestähnliche Stoffe zu befürchten, wir müssen sofort handeln", sagte er. Bürgermeister Ernst Neumann machte deutlich, dass die Arbeiten sofort ausgeschrieben werden. "Ich hoffe nur, dass wir schnell die Firmen bekommen, die wir brauchen." Das Gremium war sich abschließend einig, dass der Boden in allen vier Klassenzimmern entfernt und neu verlegt wird.

Der Fußboden liegt seit rund 60 Jahren in den Klassenzimmern. Aktuell unterrichten an der Grundschule Pechbrunn drei Lehrer. Der Schulstandort sei nicht in Gefahr, die Schülerzahlen stabil, sagt Schulleiterin Renate Zuber. In ihrem Büro ist die Geruchsbelästigung besonders schlimm. Ein konzentriertes Arbeiten sei dort unmöglich. Aber: "Der Gemeinderat hat das Problem erkannt, jetzt sehe ich wieder positiver gestimmt in die Zukunft", sagt Lehrerin Silke Ruß.

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Josef Rosner
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Veröffentlicht am:
12. 04. 2019
17:44 Uhr

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Josef Rosner

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Veröffentlicht am:
12. 04. 2019
17:44 Uhr



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