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Marktredwitz

Der Wolf auf dem Weg ins Fichtelgebirge

Markus Martini bricht eine Lanze für die Ansiedlung. Die Tiere kämen von ganz allein und machten kaum Jagd auf Nutztiere.



Der Wolf wird auch ins Fichtelgebirge kommen, prophezeit Markus Martini.
Der Wolf wird auch ins Fichtelgebirge kommen, prophezeit Markus Martini.   Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Marktredwitz - Das Thema Wolf ist im Fichtelgebirge noch nicht so richtig angekommen. Darauf lässt jedenfalls das geringe Interesse für den Vortrag von Markus Martini, Wolfsbeauftragter Oberpfalz/Veldensteiner Forst vom Bayerischen Landesamt für Umwelt, schließen. Fred Terporten-Löhner, der Leiter der Kreisgruppe Wunsiedel des Bundes Naturschutz, konnte nur ein Dutzend Bürger im Hotel "Meister Bär" in Marktredwitz begrüßen.

Gut, im Jahr 2019 konnten in den Landkreisen Wunsiedel und Tirschenreuth auch nur zwei Fotos von Wölfen gemacht werden, und dabei handelte es sich nicht um hier lebende, sondern um durchziehende Tiere. Andererseits sind die nächstliegenden Reviere auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr, im Veldensteiner Forst und im Nationalpark Bayerischer Wald nicht weit entfernt. Und Wölfe können in einer Nacht bis zu 50, manchmal sogar 70 Kilometer weit laufen.

"Deshalb kann es schon mal zu einer Begegnung mit einem Wolf kommen. Dann sollte man ruhig bleiben, denn Menschen gehören nicht zur normalen Beute, Angriffe sind grundsätzlich ungewöhnlich und treten nicht spontan auf. Sich langsam zurückzuziehen, ist der beste Schutz. Wenn einem der Wolf zu nahe erscheint, kann man auch durch lautes Sprechen oder Gestikulieren auf sich aufmerksam machen. Wer einen Hund dabei hat, sollte ihn anleinen und nahe bei sich behalten. Und, eigentlich selbstverständlich, man sollte Wölfe niemals verfolgen oder gar füttern." Jeder Hinweis auf einen Wolf sollte übrigens umgehend an das Landesamt für Umwelt gemeldet werden.

"Der Wolf ist, im Unterschied zum Fuchs, kein Kulturfolger und scheut den Menschen", so der Referent. Daher fraßen Wölfe laut einer Nahrungsanalyse für die Jahre 2001 bis 2016 in Deutschland zu 98 Prozent Rehe, Wildschweine, Hirsche und Hasen und nur zu 1,1 Prozent Nutztiere. Trotzdem seien die Jagdstrecken in den Wolfsrevieren vergleichbar groß wie in anderen Revieren, denn Wölfe erbeuteten in der Regel kranke, schwache, alte und junge Tiere. Und Schäden, die durch Wölfe in der Nutztierhaltung in Bayern entstehen, gleiche auf freiwilliger Basis der Ausgleichsfonds Große Beutegreifer aus.

Für Markus Martini steht fest, dass sich Wölfe im Fichtelgebirge ansiedeln werden: "Der Wolf kommt von alleine." Fraglich sei lediglich, ob die Gesellschaft bereit sei, das zu akzeptieren. "Wir sollten lernen, damit umzugehen. Im Veldensteiner Forst klappt das wunderbar, obwohl dort viele Ausflügler unterwegs sind."

Autor

Peter Pirner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
22. 10. 2019
18:10 Uhr

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Peter Pirner

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Veröffentlicht am:
22. 10. 2019
18:10 Uhr



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