Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Marktredwitz

Die deutsche Einheit wächst in Form eines Baums

Bei der Einheitsfeier der CSU Waldershof im Kösseinbad erzählte auch eine Zeitzeugin des DDR-Regimes ihre Geschichte.



Werner Erhardt (fünfter von rechts) und Ruth Rohn (dritte von rechts) feierten gemeinsam mit der CSU Waldershof den Tag der Deutschen Einheit. Foto: Meier
Werner Erhardt (fünfter von rechts) und Ruth Rohn (dritte von rechts) feierten gemeinsam mit der CSU Waldershof den Tag der Deutschen Einheit. Foto: Meier  

Waldershof - Vor drei Jahrzehnten änderte sich in der Bundesrepublik einfach alles: Die menschenverachtende Grenze zur DDR nebst allen unangenehmen Begleiterscheinungen war innerhalb weniger Wochen Geschichte. Die Wiedervereinigung Deutschlands, ein Traum vieler Menschen, rückte plötzlich greifbar nah. An diese turbulenten Ereignisse im Herbst 1989, an die großen Proteste in der DDR und all die vielen bewegten Momente erinnerte am Einheits-Feiertag die CSU Waldershof.

Organisiert von Bürgermeisterkandidatin Margit Bayer und Ortsvorsitzenden Mario Rabenbauer fanden sich am Donnerstagvormittag rund drei Dutzend Besucher im Kösseinebad ein. Beim Denkmal "Drei Bäume für die Einheit" ließ Werner Erhardt die Entstehung dieses bedeutsamen Punktes noch einmal Revue passieren. Der Wunsiedler war seinerzeit Ideengeber des deutschlandweiten Projektes und hatte im Rahmen des Zukunftsdialogs 2012 bei Bundeskanzlerin Angela Merkel angeregt, dass alle 11.000 deutschen Städte und Gemeinden ein Wiedervereinigungsdenkmal pflanzen sollten. "Das lebende Denkmal ist als gleichseitiges Dreieck ausgelegt, mit je zehn Metern Seitenlänge, im Westen steht eine Buche, im Osten eine Kiefer und im Norden eine Eiche als Zeichen für das wiedervereinigte Deutschland", erklärte Erhardt. Das Wachsen der Bäume und die Ausdehnung der Kronen würden den Aufschwung und das Zusammenwachsen des ehemals geteilten Landes und den steten Wandel dokumentieren.

Das Ehepaar Ruth und Werner Rohn aus Blankenstein war als Zeitzeuge des DDR-Regime und der Wiedervereinigung anwesend. Ruth Rohn erzählte was sie seit ihrer Geburt im Jahre 1950 in Ostdeutschland erlebte: "1959 wurde mein Vater abgeholt und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. 1961 wurde unsere Familie zwangsumgesiedelt, wir mussten innerhalb von fünf Stunden unsere Wohnung räumen." Ihr Leben in der damaligen DDR war voller Repressalien und von der Gängelei durch die Behörden geprägt. Erst im Januar 1989 wurde der Ausreiseantrag nach sehr langer Wartezeit genehmigt. "Dieser Staat war voller Willkür, Mangelwirtschaft und Unfreiheit. Ich verstehe es nicht, wenn sich jemand hinstellt und sagt, es gab auch Gutes im Osten - denn mir persönlich fällt hier nichts dazu ein", schloss die Zeitzeugin. Sie kritisierte auch die derzeit vorherrschende Unzufriedenheit und die Negativstimmung in den neuen Bundesländern.

"Oft sind die dunkelsten Zeiten der Nährboden für das größte Wachstum. Nichts auf der Erde ist ohne Sinn, es geht immer dem Licht entgegen", kommentierte Margit Bayer den Vortrag. Mitterteichs Bürgermeister und Landratskandidat Roland Grillmeyer lobte die Veranstaltung im Kösseinebad: "Man begeht diesen Tag oftmals so achtlos, deshalb ist diese Feier auch so lobenswert. Diese Idee mit dem Denkmal in Form der drei Bäumen ist aktueller denn je".

Toni Dutz, Bezirksrat und Bürgermeister von Wiesau, berichtete von seinen Erlebnissen in Bezug auf den Fall der Mauer und die damaligen Begegnungen mit den Bürgern. "Die DDR war nichts anderes als die Fortsetzung des Nationalsozialismus, nur mit anderen Mitteln", lautete sein Urteil über den Arbeiter- und Bauernstaat. Mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne und einem Weißwurstfrühstück ging die Einheitsfeier schließlich in den gemütlichen Teil über.

Autor
Michael Meier

Michael Meier

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
18:26 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel Bürgermeister und Oberbürgermeister CSU DDR Denkmäler Kösseinebad Mauerfall Nationalhymnen Staaten Städte Städte und Gemeinden
Waldershof
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
So wie hier die Klostergasse sind viele Straßen in Waldershof und den Ortsteilen in einem schlechten Zustand. Nun soll verstärkt etwas dagegen getan werden.	Foto: Oswald Zintl

19.07.2019

In den Straßenunterhalt fließt mehr Geld

Hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer entlasten den Haushalt der Stadt Waldershof. Der Entwurf für das laufende Jahr liegt nun mit einiger Verspätung vor. » mehr

Machten sich ein Bild vom Ferienhof Wegmann in Rodenzreuth (hinten, von links): Angela Burger, Peter Brüchner, Christine Weidmann, Mario Rabenbauer, Tanja Mai, Stefan Müller, Maria Spörer und Norbert Wegmann sowie (vorne, von links) Helmut Härtl, Margit Bayer, Rosalinde Wegmann, Karl Sticht und Roland Grillmeier. Foto: pr.

23.09.2019

Internationale Gäste in Rodenzenreuth

Auch Thailänder kommen zum Urlauben auf den Hof der Wegmanns. Die CSU Waldershof informiert sich über das Angebot. » mehr

Thomas Döhler aus Pechbrunn (stehend, Mitte) tritt im Landkreis Tirschenreuth für die SPD als Landratskandidat an. Mit im Bild: Mitglieder des SPD-Kreisvorstands, Ehrengäste und ein Teil der Kreistagskandidaten.	Foto: Udo Fürst

29.10.2019

Thomas Döhler geht ins Rennen

Der SPD-Kreisverband wählt den 49 Jahre alten Pechbrunner zu seinem Landratskandidaten. Auch die Liste für den Kreistag steht. » mehr

Dr. Maria Dietrich, Chefärztin der Frauenklinik , Kathrin Schwientek, Stationsleiterin, Christina Fraas, stellvertretende Stationsleitung und Hebamme Johanna Wiesner (von links) freuen sich über das moderne Entbindungsbett im Klinikum Fichtelgebirge.

28.10.2019

Neues Entbindungsbett im Krankenhaus

Der Marktredwitzer Kreißsaal profitiert vom "Zukunftsprogramm Geburtshilfe". Noch heuer wird die Entbindungsstation renoviert. » mehr

Ein Hingucker: Auf der ehemaligen Deponie auf dem Rosenthal-Areal entstehen Parkplätze.	Foto: David Trott

05.08.2019

Gewerbegebiet nimmt Formen an

Die Rekultivierung der Rosenthal-Brache kostet eine weitere halbe Million Euro. Außerdem muss die Stadt Erdreich teuer entsorgen lassen. » mehr

Kostentreiber bei der Rekultivierung der Rosenthal-Brache war die frühere Deponie, im Bild zwischen den neuen Cube-Hallen (links) und dem Kreisverkehr (rechts). Auf der Deponie entstehen Parkplätze.	Foto: Alexandra Hautmann

11.10.2019

Altbürgermeister verteidigt Großprojekt

Trotz gestiegener Kosten bei der Rekultivierung der Rosenthal-Brache: Von ihr profitiere Waldershof, sagt Hubert Kellner. Er verweist auf hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Die Turbine leuchtet in Kulmbach Kulmbach

Kulmbacher Turbinenhaus | 16.11.2019 Kulmbach
» 17 Bilder ansehen

Susis Blaulichtparty Weißenstadt

Susis Blaulichtparty | 16.11.2019 Weißenstadt
» 47 Bilder ansehen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 Garmisch-Partenkirchen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 | 17.11.2019 Garmisch-Partenkirchen
» 29 Bilder ansehen

Autor
Michael Meier

Michael Meier

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
18:26 Uhr



^