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Marktredwitz

Einblicke in besondere Bauwerke

Am Sonntag zeigen zwei Marktredwitzer Architekten, wie sie alte Bauwerke zu neuem Leben führten. Die Besucher können sich auch über Förderungen informieren.



Architekt Peter Hilgart ist stolzer Besitzer eines weit in die Erde reichenden Felsenkellers. Foto: David Trott
Architekt Peter Hilgart ist stolzer Besitzer eines weit in die Erde reichenden Felsenkellers. Foto: David Trott  

Marktredwitz - Am Anfang steht ein Stadel, ein uralter Stadel sogar. Die Grundmauern aus schweren Steinbrocken stammen aus dem 16. Jahrhundert. Heute lagert weder Getreide noch Bier in den Räumen - allenfalls in Form einer Brotzeit im Kühlschrank. Der Stadel in der Egerstraße ist seit 2016 Domizil des Teams um Architekt Peter Hilgarth. Das von Grund auf sanierte Gebäude wird ebenso Bestandteil des "Tages des offenen Denkmals" am Sonntag sein wie das aus dem Jahr 1903 stammende Bürgerhaus am Markt, in dem das Architekturbüro Kuchenreuther beheimatet ist.

Zwei Termine

Der Tag des offenen Denkmals beginnt in Marktredwitz am Sonntag um 11 Uhr mit der Eröffnung durch Oberbürgermeister Oliver Weigel im Architekturbüro Hilgarth in der Egerstraße. Danach folgt eine Führung durch den historischen Stadel. Eine weitere Führung ist um 14 Uhr. Auch ab 11 Uhr gehen die Ausstellung und der "Barbetrieb" in der "Wunder-Bar" im Architekturbüro Kuchenreuther am Markt an den Start. Um 11.45 Uhr wird Oberbürgermeister Oliver Weigel vor Ort sein.


Beide Gebäude zeigen, welche Möglichkeiten auch alte Bausubstanz bietet. "Wir haben seinerzeit Räume für unser Büro gesucht und uns Gedanken gemacht, ob sich auch alte Bausubstanz anbietet", sagt Hilgarth. Der Stadel in der Egerstraße sei ideal gewesen, da auch Parkplätze vorhanden seien.

Die beiden Architekten wollen beim "Tag des offenen Denkmals" auch zeigen, dass nicht immer die Lösung auf der grünen Wiese die bessere ist. Peter Kuchenreuther spricht von der "grauen Energie", die zu Leben erweckt werden müsse. "Es geht um vernünftige und vor allem nachhaltige Lösungen."

Kuchenreuther hat zum Beispiel das Potenzial des Bürgerhauses im Marktredwitzer Markt erkannt. Bei den Anwesen Markt 12 und Markt 14 handelt es sich um die ersten Häuser, die von ihren einstigen Besitzern von zwei auf drei Stockwerke aufgestockt worden seien. "Wir haben die beiden Häuser mittlerweile wieder vereint, genauso war eigentlich auch der ursprüngliche Zustand. Dadurch ergibt sich eine 16 Meter lange Front."

Sowohl Kuchenreuther als auch Hilgarth haben in den Gebäuden die Räume flexibel nach ihren Bedürfnissen aufgeteilt. Während Hilgarth unter dem Dach ein Atelier eingerichtet hat und sich darunter die Büros und Sozialräume für die Mitarbeiter anschließen, vereint Kuchenreuther in seinem Haus Arbeit und Wohnen.

Im Erdgeschoss ist ein Geschäft vermietet, das zweite nutzt er als einen etwas anderen Sozialraum. "Wunder-Bar" nennt sich der großzügige Raum mit Bar, der am Sonntag auch Treffpunkt für alle an dem Denkmal Interessierten sein wird. "Hier haben wir zugleich Raum für Ausstellungen", sagt Kuchenreuther, der im Schaufenster immer wieder Beispiele von gelungener Altbausanierung präsentiert.

Interessant am Beispiel Kuchenreuther ist, dass die beiden Häuser ursprünglich offiziell keine Denkmäler waren. "Wir selbst haben den Eintrag in die Denkmalliste beantragt."

Das gewichtigste Argument für die Nutzung vorhandener Bauten ist die Nachhaltigkeit. "Wir haben uns bewusst für die Innenstadt entschieden", sagt Hilgarth. Auch Kuchenreuther wirbt immer wieder dafür, den Wert von Altbauten im Auge zu behalten. "Eine Sanierung muss nicht teurer sein als ein Neubau."

Davon, dass es sich in Denkmälern prima arbeiten lässt, können sich die Besucher am Sonntag selbst überzeugen. Allerdings, und das gibt Oberbürgermeister Oliver Weigel zu bedenken, sei es nicht immer möglich, die alten Bauten zu retten. "Häufig ist die Substanz einfach zu schlecht."

Autor

Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
04. 09. 2019
17:20 Uhr

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Autor

Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2019
17:20 Uhr



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