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Marktredwitz

Einzelhandel stellt sich gegen Verdi

Stadtmarketingverein und Gewerbe in Marktredwitz brechen eine Lanze für die verkaufsoffenen Sonntage. Sie kritisieren die Pläne der Gewerkschaft, dagegen zu klagen.



Brachen eine Lanze für die Beibehaltung der vier verkaufsoffenen Sonntage zu den Jahrmärkten in Marktredwitz: Die Vertreter des Marktredwitzer Handels und von MAKaktiv. Foto: Herbert Scharf
Brachen eine Lanze für die Beibehaltung der vier verkaufsoffenen Sonntage zu den Jahrmärkten in Marktredwitz: Die Vertreter des Marktredwitzer Handels und von MAKaktiv. Foto: Herbert Scharf  

Marktredwitz - Die Bemühungen und Klagen der Gewerkschaft Verdi, die verkaufsoffenen Sonntage einzuschränken, stoßen bei den Einzelhändlern in Marktredwitz auf herbe Kritik. Wie berichtet, hat die Gewerkschaft beim Landratsamt Wunsiedel Aufsichtsbeschwerde wegen der ihrer Meinung nach veralteten Regelung über verkaufsoffene Jahrmarktsonntage eingereicht (die Frankenpost berichtete).

Aus Protest gegen die Verdi-Bemühungen versammelten sich spontan 24 Einzelhändler vor dem historischen Rathaus und brachen eine Lanze für die Beibehaltung der verkaufsoffenen Sonntage zu den Jahrmärkten. "Dem Einzelhandel bläst auch hier ein eisiger Wind ins Gesicht," sagte MAKnetisch-Vorsitzender Sebastian Macht, der sich über die große Resonanz auf das kurzfristig einberufene Treffen freute.

Der verkaufsoffene Marktsonntag mit seiner hohen Kundenfrequenz sei unabdingbar für den Handel in der Einkaufsstadt. Deshalb missbillige man die Aufsichtsbeschwerde von Verdi beim Landratsamt gegen die Stadt Marktredwitz und stelle sich voll hinter die Kommune. Mit dem Treffen wolle man gemeinsam ein Zeichen setzen, dass man hinter der derzeit gültigen Ladenschlussverordnung stehe.

Helmut Hagner von der Unternehmensleitung von Frey wies auf die immer schärfere Konkurrenz durch den Online-Handel hin, der an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden geöffnet habe. "Schon heute gibt es Leerstände in den Innenstädten, weil die Kaufkraft verlagert wurde. Deshalb müssen wir alles tun, damit die Leerstände nicht noch mehr werden", sagte er. Auch für die Mitarbeiter seien die vier verkaufsoffenen Sonntage kaum ein Nachteil. Hier spreche man von 20 Stunden im Jahr. Die Zeit werde doppelt mit Freizeit vergütet. Selbst wenn an diesen Tagen nicht mehr verkauft werde, so ziehen die verkaufsoffenen Sonntage doch zahlreiche Kunden aus dem Umland in die Einkaufsstadt Marktredwitz, die dann auch mal unter der Woche kämen, sagte Hagner. Hier gehe es um vier Sonntage im Jahr. Mehr wolle man gar nicht. Wenn man keine verödeten Innenstädte wolle, müsse man dem Handel auch die Möglichkeit geben, sich im Konkurrenzkampf mit dem Online-Handel zu behaupten. Bei weniger Umsatz aber sei jedes Unternehmen gezwungen, den Rotstift anzusetzen. "Und hier bieten sich nur die Ausgaben für Marketing oder Personal an" sagte Hagner.

Rudi Völkel vom Kösseine-Einkaufs-Centrum (KEC) sprach als Vorsitzender des Werbebeirats im KEC und Unternehmer (Völkel und Kurz): "Der Handel in Marktredwitz braucht die verkaufsoffenen Sonntage." An diesen Tagen sei erwiesenermaßen das Einzugsgebiet noch größer als an anderen Tagen, weil mehr Leute zum Jahrmarkt kämen. "Eine Einschränkung der Öffnungszeiten sägt an den Stühlen des Einzelhandels", machte Völkel deutlich.

Laut Patrick Schraml (Edeka-Schraml) ist es kein Problem, Personal für die verkaufsoffenen Sonntage zu finden. Immerhin werde die Zeit doppelt vergütet.

Gerald Vornberger vom gleichnamigen Optikgeschäft meinte, die Gewerkschaft sollte sich eher dafür einsetzen, dass Amazon und Co. endlich ihre Steuern in Deutschland zahlten wie die einheimischen Händler auch. Martin Fuhrmann, stellvertretender Vorsitzender der Bayerischen Vereinigung für Markthändler und Schausteller, sagte, dass die verkaufsoffenen Sonntage als Kundenmagnet unabdingbar seien. "Statt Beschwerden einzureichen, sollte Verdi lieber das Gespräch mit den Händlern suchen." Gute Umsätze hießen schließlich auch viele Beschäftigte, sagte Fuhrmann.

MAKnetisch-Vorsitzender Rudi Macht forderte abschließend die Politik auf, die Ladenschlussverordnungen den Anforderungen des Handels anzupassen.

Abschließend unterstrich Stadtrat Martin Gramsch die große Bedeutung der verkaufsoffenen Sonntage für die Wirtschaft der Einkaufsstadt Marktredwitz.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
14. 12. 2018
16:24 Uhr

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