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Marktredwitz

Fußballer suchen Partner zum Kicken

Ein Inklusionsprojekt der Offenen Behindertenarbeit braucht dringend Unterstützung. Doch bislang zieht kein Verein mit.



Marktredwitz - "Ich möchte zeigen, dass wir keine Last, sondern eine Bereicherung sind", sagt Barbara Rößler von der Offenen Behindertenarbeit (OBA) im Landkreis Wunsiedel. Doch dazu hatten die Heilpädagogin und fünf ambitionierte Fußballspieler bislang noch keine richtige Gelegenheit. Denn es will sich einfach kein Partner finden.

Kontakt für Vereine

Interessierte Vereine, Betriebssportgemeinschaften und Spieler

werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 09231/660515 oder 09231/661628 oder per E-Mail an barbara.roessler@

lebenshilfe-fichtelgebirge.de

an Barbara Rößler zu wenden.


Dass das auch anders geht, zeigen der Radsportclub Marktredwitz und die Turnerschaft Marktredwitz Dörflas, die mit gutem Beispiel vorangehen. "Die Zusammenarbeit mit den Radlern und Tischtennisspielern funktioniert super", sagt Barbara Rößler. Nur beim Fußball, der dritten Sportart des dreijährigen Inklusionsprojekts der Heilpädagogin, hapert es.

Das Problem: Fußball-Vereine sind meistens leistungsorientiert und an Spielen aus Spaß an der Freude weniger interessiert. "Das ist keine böse Absicht. Alle sind sehr offen für uns", versichert Rößler. Jedoch könnten die Kicker der OBA, die zwischen 17 und 35 Jahre alt und überwiegend geistig behindert sind, mit den üblichen Standards nicht mithalten. Deshalb klappt das Spielen ausschließlich in gemischten Mannschaften und auf dem Kleinspielfeld.

Für eine eigene Behindertenabteilung im Verein gebe es im Landkreis mit fünf Spielern nicht genug Interessenten. "In größeren Städten und urbanen Räumen finden sich leichter Gruppen zusammen. Bei der Spielgemeinschaft Gattendorf bei Hof gibt es zum Beispiel eine Inklusionsmannschaft."

Problematisch ist auch, dass Vereine durch die Kooperation eine zusätzliche Last zum Vereinsbetrieb befürchten. "Dabei können wir ein Input sein. Wir bringen echte Manpower mit." Da die "Aktion Mensch" das Inklusionsprojekt finanziell unterstützt, könnten Sportler mit und ohne Behinderung außerdem Trainingsgeräte anschaffen, von denen alle profitieren.

Obwohl sich Rößler alle Mühe gibt, verlaufen Kontakte nach kleineren Aktionen immer wieder im Sand. "Wir können und wollen ja nicht mit Gewalt in die Vereinsstruktur einbrechen", sagt sie. "Ideal wäre, wenn sich ein paar Leute fänden, die zum Spaß spielen, ganz unabhängig von Alter, Geschlecht und spielerischer Qualität. Schon ein Spiel pro Monat würde uns weiterhelfen."

Theoretisch können sich Menschen mit Behinderung jedem Sportverein anschließen. "Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass es ohne Begleitperson und spezielle Strukturen schwierig ist." Das Besondere sei, dass Sport die Möglichkeit bietet sich abzugrenzen. "Zu Hause bilden die Teilnehmer eine Wohngruppe, in der Werkstatt eine Arbeitsgruppe. Beim Sport können sie hingegen ihre Stärken entdecken und ihre Grenzen austesten", sagt Rößler.

Es gehe vor allem ums Miteinander, aber auch um Leistung. Gelegenheit, sich zu messen, bieten 2021 wieder die Special Olympics in Regensburg, die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit Behinderung. 2017 fand der Wettbewerb in Hof statt. "Um die Vergleichbarkeit einzudämmen, gibt es bei dem Wettbewerb verschiedene Leistungsklassen. Er ist großartig organisiert."

Bowling, Dart, Wandern, Baden, Tanzen, Fitness und Ballsport bietet die OBA in ihrem Programm bereits an. "Wir würden uns freuen, wenn auch einmal Menschen ohne Behinderung dazustoßen. Die Angebote sind offen."

Sport sieht die Heilpädagogin als gute Möglichkeit, Berührungsängste und mentale Barrieren abzubauen und somit die Inklusion voranzutreiben. "Es gehe dabei nicht darum, alle in einen Topf zu werfen, sondern vielmehr darum, Schnittstellen zu finden, die expandieren können."

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Katharina Melzner

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Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
18:20 Uhr

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Katharina Melzner

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Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
18:20 Uhr



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