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Marktredwitz

Großer Schaden an sanierter Realschule

Die Verschalung am Aufzugsschacht gerät Freitagnachmittag in Brand. Vor allem der starke Rauch fordert die gut 100 Einsatzkräfte.



In der Realschule Marktredwitz brennt der Aufzugschacht.  

Marktredwitz - Die Geistesgegenwart eines Handwerkers hat am Freitag gegen 15 Uhr womöglich Schlimmeres verhindert. Der Mann bemerkte Rauch am neuen Aufzugsschacht in der Marktredwitzer Realschule. Unverzüglich rief er die Feuerwehr zu Hilfe. Wie sich herausstellte, brannte es unter einer Verschalung in dem noch nicht komplett fertigen Schacht. Hinter den OSB-Platten entdeckten die Feuerwehrleute mehrere Glutnester, aus denen sich ein enormer Rauch entwickelte. Schon aus einiger Entfernung war der Qualm an der Nordseite der Schule zu sehen.

Die Feuerwehren aus dem Marktredwitzer Stadtgebiet und Waldershof waren schnell mit 120 Einsatzkräften an der Schule und begannen sofort, das Gebäude zu sichern. Obwohl Freitagnachmittag, befanden sich noch mehrere Handwerker im Schulgebäude und auf dem Gelände. Wie mehrfach berichtet, wird die Realschule derzeit generalsaniert. Daher lässt sich laut Kreisbrandrat Wieland Schletz die Schadenshöhe noch nicht genau beziffern. "Ich gehe aber davon aus, dass es sich um einen nicht unerheblicher Schaden handelt." Die Polizei beziffert am Freitagabend den Schaden auf mindestens 50.000 Euro. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Aufgrund der Pfingstferien befanden sich weder Schüler noch Lehrkräfte in dem Gebäude.

14.06.2019 - Feuer in der Marktredwitzer Realschule - Foto: Matthias Bäumler

Feuer in Marktredwitzer Realschule Marktredwitz
Feuer in Marktredwitzer Realschule Marktredwitz
Feuer in Marktredwitzer Realschule Marktredwitz
Feuer in Marktredwitzer Realschule Marktredwitz

Dass auch Qualm kostspielige Folgen haben kann, hat sich erst kürzlich in der Sigmund-Wann-Realschule in Wunsiedel gezeigt. Hier brannte vor wenigen Wochen ein Papiercontainer in einem Abstellraum und verrauchte einen Großteil der Schule, sodass der Landkreis die Deckenplatten austauschen und die Wände streichen lassen musste.

Die Marktredwitzer Feuerwehr hatte auch ihre Drehleiter im Einsatz, über die Atemschutzträger in die oberen Stockwerke des Gebäudes gelangten. Bei sommerlichen Temperaturen in voller Montur mit einer 25 Kilogramm schweren Ausrüstung Glutnester zu löschen, ist alles andere als einfach. "Nach 30 Minuten müssen die Einsatzkräfte ausgewechselt werden. Wir haben aber genügend Atemschutzträger hier", sagte Wieland Schletz. Meter für Meter arbeiteten sich die Feuerwehrleute im Schacht vor und entfernten die komplette Schalung, um auf Nummer sicher zu gehen, dass es nicht doch noch irgendwo glimmt. Auch die anderen Teile des Gebäudes nahmen die Experten unter die Lupe.

Kompliziert für die Rettungskräfte war vor allem der Einsatzort an sich: Die Realschule ist derzeit eine einzige große Baustelle mit allem, was dazugehört. So mussten die Feuerwehrmänner unter anderem mehrere schwere Gasflaschen aus dem Gebäude bergen. Zuvor hatten die Retter sämtliche Räume durchsucht, ob nicht doch noch irgendwo ein Handwerker arbeitete. Unter anderem sind zwei polnische Maler, die auf einem Gerüst an der Westseite Fassaden-Dämmplatten anbrachten, von der Feuerwehr überrascht worden. "Wir haben erst überhaupt nichts mitbekommen, da wir auf der anderen Seite der Schule gearbeitet haben. Erst als einige Leute gerufen haben, sind wir auf den Qualm aufmerksam geworden."

Wie sich im Laufe des Nachmittags herausstellte, ist das Feuer im Aufzugsschacht während des Verlegens von Bitumenbahnen mit einem Schweißbrenner ausgebrochen. Ob das restliche Gebäude und die Dachkonstruktion beschädigt wurden, werden Sachverständige noch am Wochenende klären.

Nicht nur die Einsatzkräfte im Gebäude hatten alle Hände voll zu tun. Im Hintergrund klärten Feuerwehr und Polizei mit den am Bau beteiligten Unternehmen, ob auch wirklich alle gemeldeten Mitarbeiter anwesend waren. Damit der Strom im Schulhaus abgestellt werden konnte, mussten zudem Mitarbeiter des Energieversorgers ESM verständigt werden. Kreisbrandrat Wieland Schletz hat für die Koordinierung des komplexen Einsatzes das in Marktleuthen stationierte Einsatzleitfahrzeug als mobile Zentrale angefordert.

Ebenfalls vorsorglich hat Schletz die Menschen in den umliegenden Wohngebieten auffordern lassen, wegen der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten. "Wir sind an die Nina-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz angeschlossen und geben auf diesem Weg Warnmeldungen heraus."

Folgen hatte der Brand auch für den gegenüber der Realschule liegenden Netto-Markt samt Bäckerei-Filiale. "Wir mussten unseren Markt vorübergehend schließen", sagte eine Verkäuferin auf Nachfrage der Frankenpost . Der Kundenparkplatz war gut eine Stunde lang komplett verwaist - ein seltenes Bild an einem verkaufsstarken Freitagnachmittag. Für die Mitarbeiter des Marktes und der Bäckerei bedeutete dies eine unverhoffte Pause, die sie an einem schattigen Plätzchen verbrachten. Die Feuerwehr hatte die Breslauer Straße von der Fritz-Thoma-Straße bis zur Ecke Karlsbader Straße/Schulstraße komplett gesperrt, um Platz für die vielen Einsatzfahrzeuge zu schaffen. Außer den Feuerwehren waren auch das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk vor Ort. "Das THW verständigen wir immer, wenn es um statische Fragen bei komplexere Bauten geht", sagte Wieland Schletz.

Trotz der großräumigen Sperre gelangten einige wenige Autos auf den Netto-Parkplatz. Die Feuerwehr forderte die Fahrer auf, das Gelände zu verlassen. Auch Schaulustige zieht ein derartiges Geschehen an - keiner von ihnen behinderte aber den Einsatz.

Auswirkungen auf den Schulbetrieb hat der Brand aller Voraussicht nach nicht. Die Pfingstferien dauern noch eine Woche, zudem sind die meisten Klassenzimmer eh in Containern untergebracht. Ob der Brand den Zeitplan der Sanierungsarbeiten durcheinanderwirbelt, ist nicht klar.

Autor

Matthias Bäumler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 06. 2019
15:30 Uhr

Aktualisiert am:
14. 06. 2019
18:42 Uhr

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Autor

Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
14. 06. 2019
15:30 Uhr

Aktualisiert am:
14. 06. 2019
18:42 Uhr



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