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Marktredwitz

Historischer Club will Malzhaus-Fassade erhalten

Die Vorsitzenden der Gruppe machen sich Gedanken über das alte Gebäude. Sie hoffen, dass es zumindest teilweise vor dem Verfall gerettet wird.



Ansicht des Malzhauses von der Dammstraße aus. Dieser Teil des alten Gebäudes sollte nach Ansicht des Historischen Clubs erhalten bleiben.	Foto: Peter Pirner
Ansicht des Malzhauses von der Dammstraße aus. Dieser Teil des alten Gebäudes sollte nach Ansicht des Historischen Clubs erhalten bleiben. Foto: Peter Pirner  

Marktredwitz - Der Erhalt der wenigen noch vorhandenen historischen Gebäude und Denkmäler in der Stadt ist eines der zentralen Anliegen des Historischen Clubs Marktredwitz. Mit den Planungen für das Stadtquartier "Im Winkel" geht die Frage einher, was mit dem denkmalgeschützten Malzhaus geschehen soll. Vor einiger Zeit hat die Stadt die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs vorgestellt. Damit haben sich die Mitglieder des Club-Vorstands - also Friedrich Haubner, Bernhard Leutheußer und Hermann Meier - beschäftigt.

Ein Blick in die Geschichte

Die Geschichte des Malzhauses geht zurück in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. In den Jahren 1835/1836 wurde das Gebäude errichtet. Es stand damals noch knapp außerhalb der Stadtmauern, grenzte an den damaligen Marktweiher im heutigen Stadtpark und wurde zunächst von der Weißbierbraugesellschaft betrieben. Im Jahr 1904 kaufte die Familie Wunderlich das Malzhaus. Die Firma Wunderlich bestand als Landhandel bereits seit dem Jahr 1862. Sie vertrieb Kartoffeln, Hafer und Roggen und verkaufte auch Dünger und Saatgut. Ab 1957 konzentrierte man sich ausschließlich auf Braugerste und Malzherstellung Die Gerste wurde von den Bauern der Region angeliefert, zu Braumalz verarbeitet und an die umliegenden Brauereien verkauft.

Das Malzhaus in Marktredwitz dürfte eine der letzten Tennenmälzereien Bayerns beherbergt haben. Zur Erntezeit standen die Bulldogs bis hoch zur alten Klinik in der Liebigstraße und warteten manchmal bis Mitternacht aufs Entladen. Der im Jahr 1960 errichtete Turm wurde als Silo für die Lagerung von 500 Tonnen Getreide genutzt. Im April 1989 wurde das Unternehmen geschlossen. Seither steht das Malzhaus leer.


Ginge es nur um das Motto des Historischen Clubs - "Zukunft braucht Herkunft" -, wäre ein Erhalt des gesamten Gebäudes, allerdings zurückgebaut in den Originalzustand, zu bedenken. Aber die Vorsitzenden sind keine Puristen, sie wissen, dass das nicht realistisch ist. Ganz im Gegenteil: Sie freuen sich, wenn das Malzhaus wenigstens teilweise vor dem Verfall gerettet und das ganze Viertel neu belebt wird.
"Das Malzhaus war nie schön, es war aber immer ein Bauwerk mit besonderem Charakter", beschreibt es Hermann Meier. Und um das Andenken an dieses charakteristische Gebäude zu bewahren, wäre es wünschenswert, wenn wenigstens der Fassadenteil an der Dammstraße stehen bleiben könnte. Damit bliebe die gliedernde Kante am Rande der historischen Stadtmauer von Redwitz und ein Stück alter Baustruktur am Zugang zur Innenstadt erhalten. Der Entwurf des ersten Preisträgers, des Marktredwitzer Architekturbüros Sticht, überzeugt mit dem Erhalt und Umbau des Gewölbes im Erdgeschoss. Allerdings sieht er den Abriss und Neubau des oberen Baukörpers und damit der Fassade zur Dammstraße vor. Ideal für das Malzhaus wäre eine Kombination mit dem Entwurf des Architekten Plaß aus Thiersheim oder des Architekturbüros aus Weimar, die beide die Fassade mit einbeziehen, so die Historiker.

Autor

Peter Pirner
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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
16:28 Uhr

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Peter Pirner

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Veröffentlicht am:
07. 08. 2019
16:28 Uhr



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