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Marktredwitz

In der Bergstraße gibt es Ärger

Karin Maindock gründet eine Bürgerinitiative für mehr Anwohnerfreundlichkeit. Sie klagt über Falschparker, Raser, grelle LED-Lampen, stinkende Busse und fehlendes Grün.



Aus Garagen in der stark frequentierten Bergstraße unfallfrei herauszukommen, sei schwierig, kritisiert Anwohnerin Karin Maindock. Denn in der schmalen Einbahnstraße parkten oft beidseitig Fahrzeuge. Foto: Brigitte Gschwendtner
Aus Garagen in der stark frequentierten Bergstraße unfallfrei herauszukommen, sei schwierig, kritisiert Anwohnerin Karin Maindock. Denn in der schmalen Einbahnstraße parkten oft beidseitig Fahrzeuge. Foto: Brigitte Gschwendtner   » zu den Bildern

Marktredwitz - "Massive Proteste aus der Bergstraße" - unter dieser Überschrift hat die Frankenpost schon im Jahr 1990 über Anwohner-Klagen berichtet. Damals hatten sich Bewohner bei Oberbürgermeister Hans-Achaz von Lindenfels über den zunehmenden Verkehr in dem "ursprünglich reinen Wohngebiet" beschwert sowie über fehlende Parkmöglichkeiten für die Anlieger, "vor allem wegen der ständig dort parkenden Busse". Vorgeschlagen worden war damals ein Nachtfahrverbot für den Durchgangsverkehr sowie die Einführung einer Parkregelung mittels Parkscheiben in der Bergstraße.

Oberbürgermeister bietet Gespräch mit Bürgern und Amtsleitern an

Wenn es massive Probleme in der Bergstraße gebe, sei Oberbürgermeister Oliver Weigel sehr gerne bereit, sich mit Vertretern der Bürgerinitiative und den zuständigen Amtsleitern der Stadt Marktredwitz an einen Tisch zu setzen, um alle Punkte detailliert zu besprechen, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung zum Thema.

Die Ausschreibungsphase zur Sanierung der Bergstraße ende in Kürze, es werde noch im Jahr 2019 Baumaßnahmen geben, informiert die Pressestelle weiter. Die Verwaltung bat auch den Zweckverband kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz, die Bergstraße und die von den Anwohnern geschilderten Probleme vermehrt im Blick zu behalten.

Karin Maindocks Forderungen unterstützt SPD-Stadtrat Kurt Rodehau, selbst Anwohner. Er sprach die Probleme mit parkenden Autos und Kehrwagen, die nicht saubermachen könnten, bereits mehrfach im Stadtrat an , ohne dass sich etwas änderte. beklagt Rodehau. Er findet wie Maindock ein Parkrecht für Anwohner sinnvoll.

In Marktredwitz herrsche großes Verkehrs- und Parkchaos, kritisiert SPD-Stadrätin Gisela Wuttke-Gilch. Es fehle oft an Disziplin, Verstöße würden zu selten geahndet. "Es muss etwas passieren - vor allem in der Stadtmitte." Jeder Ort versuche, Autos aus seiner Innenstadt herauszubringen: "Nur in Marktredwitz werden es immer mehr - wo bleibt die sympathische Einkaufsstadt Marktredwitz?" Der öffentliche Nahverkehr müsse endlich attraktiver werden, sagt Wuttke-Gilch, die selbst in der Bergstraße aufgewachsen ist.

Fast 30 Jahre ist das her - viel habe sich seitdem nicht geändert, beklagt Karin Maindock. Deshalb gründet die 58-Jährige, die gerade von Nürnberg zurück in ihr Elternhaus in der Bergstraße 24 in Marktredwitz zieht, die "Bürgerinitiative Anwohnerfreundliche Bergstraße".

 

Vor wenigen Tagen verteilte sie ihre "Wutzettel" bei den Nachbarn, der Stadtverwaltung und der Zeitung. Unter der Überschrift "Stinkt Ihnen das auch?" sind folgende Punkte aufgelistet: "Klappernde Gullydeckel, rumpelnde Abdeckungen, Schlaglöcher im Asphalt, zugeparkte Garageneinfahren, unfreundliche Autofahrer beim Ausparken, parkende Firmenfahrzeuge, Raser in der Tempo-30-Zone, stinkende und rußende Busse, kein Grün, grelle Straßenbeleuchtung sowie ausgeleerte Inhalte von Aschenbechern."

Karin Maindocks Vater Heinrich Maindock, heute 90 Jahre alt, erkämpfte mit anderen Anwohnern vor 30 Jahren, dass in der schmalen Einbahnstraße nur noch Tempo 30 gefahren werden darf. Die Briefwechsel mit der Stadtverwaltung liegen vor ihm auf dem Wohnzimmertisch, ebenso die damalige Liste mit 62 Unterstützer-Unterschriften. Doch etliche der Jahrzehnte alten Forderungen der Anwohner sind bis heute nicht erfüllt.

"Die Zustände in der Bergstraße werden immer schlimmer", klagt Maindock. Besonders belastend seien die Falschparker. Denn die Straße sei so schmal, dass die Anwohner kaum aus ihren Einfahrten und Garagen herauskämen, wenn zu eng geparkt werde oder auf der gegenüberliegenden Straßenseite noch ein Wagen stehe. Erschwerend hinzu komme, dass die Anwohner in der Einbahnstraße nur in eine Richtung einschlagen könnten.

Doch wer im Durchgangsverkehr unterwegs ist, habe oft kein Verständnis für die Probleme, weiß Maindock. Als sie zum Beispiel ihren Vater mit seinem Auto aus ihrer engen Ausfahrt lotste, "wartete ein Fahrer nicht kurz, sondern er musste sich durchquetschen". Der nächste Ungeduldige zeigte ihr empört den Vogel und schrie sie an, was sie da mache. Daher plädiert die Anwohnerin dafür, die schmale Straße ganz für den Durchgangsverkehr zu sperren - mit Ausnahme von Bussen, Rettungsfahrzeugen und Taxis.

Weil sich etliche Fahrer außerdem nicht an Tempo 30 hielten, fordert die Anwohnerin, die Geschwindigkeitsbegrenzung mit Symbolen auf der Fahrbahn zu verdeutlichen. Zudem sollte die Polizei häufiger Raser und Falschparker in der Bergstraße kontrollieren. Maindock spricht sich dafür aus, nur noch Anwohnern mit Parkausweis zu gestatten, ihre Fahrzeuge abzustellen.

Zur Aufwertung der Straße brauche es außerdem dringend etwas Grün. Die Marktredwitzerin fordert, große Pflanzkübel aufzustellen. "Damit könnte man sofort die Ecke zur Jahnstraße verschönern." Stattdessen empfahl Baudirektor Stefan Büttner den Anwohnern, ihre Schuppen abzureißen, um mehr Wohnqualität zu schaffen, kritisiert Maindock: "Die Anwohner sollen also ihre Schuppen opfern, aber die Stadt bringt kein bisschen Grün in die Straße: Das ist an Zynismus nicht zu überbieten", findet die 58 Jahre alte Ingenieurin.

Wichtig ist ihrer Ansicht nach eine Feinstaub-Messung. Denn es seien viele rußende und stinkende Busse in der Bergstraße unterwegs. "In der schmalen Straße mit den hohen Häusern bleibt der Dreck lange stecken." Wegen der vielen parkenden Autos könne die Straße nicht einmal vernünftig gereinigt werden, obwohl die Anwohner Gebühren zahlen müssten.

Seit der Umstellung auf LED gebe es außerdem keine Reduzierung des Lichts mehr um 22 Uhr. "Im Erdgeschoss fühle ich mich wie von einer Fluchtlichtanlage angestrahlt."

—————

Wer sich der "Bürgerinitiative Anwohnerfreundliche Bergstrtaße" anschließen möchte, kann unter biab-mak@gmx.de eine Mail schreiben oder sich bei Karin Maindock unter der Handynummer 0173/1732425 melden.

Autor

Brigitte Gschwendtner
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Veröffentlicht am:
03. 05. 2019
16:38 Uhr

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Autor

Brigitte Gschwendtner

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Veröffentlicht am:
03. 05. 2019
16:38 Uhr



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