Topthemen: Hof-GalerieWaldschratDie Bilder vom WochenendeFall Peggy KnoblochSelber Wölfe

Marktredwitz

Jugendschutz birgt viele Fallstricke

Polizei und Landratsamt Tirschenreuth informieren Vertreter der Vereine. Beim Feiern gibt es einige Regeln zu beachten.



Jugendschutz birgt viele Fallstricke
Jugendschutz birgt viele Fallstricke  

Mitterteich - "Kein Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren. An 16- und 17-Jährige keinen Schnaps und keine Mischgetränke, die Spirituosen enthalten." Das war wohl die wichtigste Erkenntnis, die die Teilnehmer am Mittwochabend beim Infoabend im Schulungsraum der Feuerwehr Mitterteich erhielten.

Thema des Kreisjugend-, des Gesundheitsamtes und der Polizei war "Jugendschutz ganz praktisch". Kurz vor Beginn der Festsaison erhielten die rund fünfzig Zuhörer viele Ratschläge und Informationen. Jugendamtsleiter Emil Slany brachte es auf den Punkt, "lieber einmal zuviel im Jugendamt anrufen und vor allem auf den gesunden Menschenverstand setzen". Er freute sich über das große Interesse an diesem Infoabend und hoffte, dass die Informationen bei den Vereinen ankommen. Theresia Schwarz vom Gesundheitsamt machte deutlich, dass der Konsum von Alkohol gerade in jungen Jahren gesundheitliche Schäden verursachen kann. Weiter gab sie zu bedenken, "je früher der Alkoholkonsum, desto mehr gesundheitliche Risiken bestehen". Abschließend stellte sie fest, "es gibt keinen risikolosen Alkoholkonsum".

Polizeihauptkommissarin Diana Lenz von der Polizeiinspektion Waldsassen bat die Vereine, ihre Feste professionell zu organisieren. "Das Jugendschutzgesetz schützt die Jugendliche vor Gefahren." Die Polizistin zeigte anhand einiger Beispiele auf, wie in der Praxis zu verfahren ist. Weiter bat sie die Vereine, sich vor der Veranstaltung ausführlich über das Jugendschutzgesetz zu informieren, um etwaige Versäumnisse gleich von vornherein zu vermeiden.

Karin Hauser-Dötterl vom Landratsamt machte deutlich, dass sich die Veranstalter nicht abschrecken lassen sollten, "sondern wir wollen nur sensibilisieren. Jeder Veranstalter muss sich bewusst sein: Wer eine Gestattung vom Amt bekommt, muss den Jugendschutz einhalten". Für die Vereine hatte sie eine Checkliste zum Jugendschutz mitgebracht. Die Vereine bat sie, bei der Planung eines Festes, sich über die geltenden Jugendschutzbestimmungen zu informieren. Weiter ist ein Jugendschutzbeauftragter für die Veranstaltung zu bestimmen. Alle Mitarbeiter eines Fests oder Events müssen über den Jugendschutz informiert sein und diesen gegebenenfalls auch einhalten. Marcus Fritsch, von der Sicherheitsfirma "Fri-Sec" wusste, dass die Haftung in jedem Fall beim Veranstalter bleibt. Zwar sei ein Sicherheitsdienst für ein Fest nicht zwingend vorgeschrieben, aber dennoch ratsam. Bei großen Festen bespricht sich Fritsch mit den Veranstaltern und erstellt ein eigenes Sicherheitskonzept.

Karin Hauser-Dötterl wies darauf hin, dass die Mitarbeiter des Veranstalters während des Festbetriebs möglichst keinen Alkohol trinken sollten: "Die Verantwortlichen müssen nüchtern bleiben." Punkt für Punkt wurde die Checkliste abgearbeitet. Geraten wurde den Veranstaltern, Kasse und Einlasskontrolle nur mit geeigneten und ausreichend Personal zu besetzen. Eine Ausweiskontrolle ist unbedingt erforderlich, ein Schülerausweis reicht da nicht aus. Sie machte deutlich, "ohne Altersnachweis kein Einlass". Der Veranstalter sollte nicht nur auf dem Festplatz kontrollieren, sondern auch das Umfeld. So seien regelmäßige Kontrollen auf den Parkplätzen zu empfehlen, sichtlich alkoholisierte Personen dürften keinen Zutritt erhalten. Jugendliche unter 18 Jahren dürften auch nicht in Bars eingelassen werden. Ratsam sei es, den Eingang zu einer Bar von Personal oder Sicherheitsleuten bewachen zu lassen. Sollte sich ein Gast nicht daran halten, kann der Veranstalter von seinem Hausrecht Gebrauch machen und ihn sofort vom Festgelände verweisen. Interessant auch, dass sogenannte Trinkanimationen, wie "Happy Hours", "Trinkspiele", "Kübelsaufen" und "Flatrate Partys" sogar verboten sind. Sollte es zu Fragen zum Jugendschutzgesetz kommen, das Kreisjugendamt, die Polizei und die eigene Gemeinde geben gerne Ratschläge und Tipps. Im Anschluss wurde eifrig diskutiert und so manch ganz spezieller Fall besprochen.

Jugendamtsleiter Emil Slany sagte zum Schluss: "Wir wollen den Vereinen das Fest nicht vermiesen, wir wollen nur, dass alle fröhlich feiern können."

Autor

Josef Rosner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
17:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alkoholkonsum Feier Jugendschutz Jugendschutzgesetz Polizei Vereine Vertreter
Mitterteich
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Stihl - Motorsäge

01.10.2017

Mann geht mit Motorsäge auf Gruppe los

An einen Horrorfilm dürften sich die Besucher eines Festes am Sonntag in Mitterteich erinnert gefühlt haben. » mehr

Die Herstellung von Glasröhren (Tubing) ist kompliziert und erfordert viel Wissen und Erfahrung. Fotos: pr.

10.01.2019

Schott investiert kräftig in China

Die Produktion von Glas in Mitterteich hat etwas von Magie. Künftig will der Traditionshersteller aufch auf Künstliche Intelligenz setzen. » mehr

Die Besucher der Vernissage bestaunten spannende Objekte der Schüler der Selber Designschule. Foto: jr

22.07.2018

Junge Designer stellen in Mitterteich aus

Zum dritten Mal zeigt das Museum Arbeiten der Absolventen Fachschule in Selb. Objekte und Bilder der Produktgestalter sind zu sehen. » mehr

Max Wittmann auf der Terrasse seines neu gebauten Hauses in Mitterteich, seiner Heimatstadt. Foto: Peggy Biczysko

11.05.2018

Ein Macher im Unruhestand

Max Wittmann, der die Gartenschau nach Marktredwitz geholt hat, engagiert sich jetzt erneut. Er plant für die Gartenschau in Wangen mit. Die Arbeit vermisst er nicht. » mehr

Die gesamte Lebenshilfe-Familie verabschiedete sich von Karl Haberkorn, der 24 Jahre lang Vorsitzender der Kreisvereinigung Tirschenreuth der Lebenshilfe war.	Foto: jr

06.05.2018

Dank an Karl Haberkorn

Der ehemalige Landrat stand 24 Jahre lang an der Spitze der Lebenshilfe. Zum Abschied kommt Landtagspräsidentin Barbara Stamm. » mehr

Feinstes Porzellan ist noch bis zum 1. April im Museum in Mitterteich zu bewundern. Foto: Josef Rosner

14.02.2018

Feinstes Porzellan aus 140 Jahren

Bis April sind im Museum in Mitterteich noch 170 Exponate zu sehen. Dabei dreht sich alles um die Firma Kaiser aus Bad Staffelstein, die heute zu Goebel gehört. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Selb: Auto prallt gegen Baum Selb

Unfall Selb | 22.03.2019 Selb
» 6 Bilder ansehen

Black Base mit DJ Kurbi

Black Base mit DJ Kurbi | 17.03.2019 Hof
» 54 Bilder ansehen

Playoff 4: Selber Wölfe - Hannover Indians 4:1 Selb

Wölfe im Viertelfinale | 22.03.2019 Selb
» 58 Bilder ansehen

Autor

Josef Rosner

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
17:34 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".