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Marktredwitz

Klaus Haussel führt die Liste an

Die SPD stellt erstmals keinen OB-Kandidaten auf. Die Sozialdemokraten wollen als starke Fraktion ein gewichtiges Wort mitreden. Petra Ernstberger steht auf Platz 12.



Die Kandidatinnen und Kandidaten der Marktredwitzer SPD für den Stadtrat mit dem Landratskandidaten Holger Grießhammer (rechts). Foto: Herbert Scharf
Die Kandidatinnen und Kandidaten der Marktredwitzer SPD für den Stadtrat mit dem Landratskandidaten Holger Grießhammer (rechts). Foto: Herbert Scharf  

Marktredwitz - Die Marktredwitzer SPD hat am Sonntagvormittag ihre Stadtratsliste für die Kommunalwahl 2020 präsentiert. Auf Platz 1 steht Ortsvorsitzender Klaus Haussel, der bei der letzten Wahl als OB-Kandidat gegen Oberbürgermeister Oliver Weigel unterlegen war. Erstmals tritt die SPD ohne OB-Kandidaten an, hofft aber, mit einer starken Fraktion ein gewichtiges Wort mitreden zu können. Derzeit hat die SPD sechs Sitze im Marktredwitzer Stadtrat.

Klaus Haussel begründete die relativ späte Nominierungsversammlung mit dem Umstand, dass er wegen eines Krankenhausaufenthalts einige Zeit aus dem Verkehr gezogen war. Beim Rückblick auf die ablaufende Legislaturperiode meinte er: "Es ist nicht einfach gewesen für die SPD, sich von der Regierungs- auf die Oppositionsbank zurückzuziehen." Derzeit lebe man in "goldenen Zeiten". Die Steuereinnahmen sprudelten wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Staat biete Förderprogramme, von denen man früher nur habe träumen können. Die Voraussetzungen seien gut. "Es rührt sich etwas in Marktredwitz", stellte Haussel fest.

Wenn es um das Wohl der Stadt gehe, sei die SPD auch dabei. Haussel warnte jedoch davor, zu viel auf einmal machen zu wollen. Da könne es leicht passieren, dass man sich verzettelt und die Vorbereitungen nicht sorgfältig genug vorgenommen würden. "Es ist dann die Aufgabe der Opposition, zu warnen und zu mahnen." Ohne die Einwände der SPD hätte man wohl den Marktredwitzer Stadtpark zugebaut - inklusive des Platzes am Kriegerdenkmal.

Der SPD-Chef kritisierte, "dass in Marktredwitz zu viel hinter verschlossenen Türen vorbereitet und beschlossen wird". Da wolle man künftig etwas dagegen tun und für Transparenz sorgen.

Haussel sprach auch den Wechsel von SPD-Stadtrat Stefan Walberer von der VG Tröstau in die Marktredwitzer Verwaltung an. "Wir hätten ihn uns gut als OB-Kandidaten vorstellen können", sagte er. Er selbst werde aus gesundheitlichen und Altersgründen nicht mehr als OB-Kandidat antreten, so Haussel. "Leider haben wir auch keinen geeigneten Kandidaten oder eine Kandidatin gefunden." Deshalb wolle man die nächsten sechs Jahre mit einer schlagkräftigen Fraktion einen geeigneten Kandidaten aufbauen.

SPD-Landratskandidat Holger Grießhammer meinte, dass sich der SPD mit dem Wechsel auf dem Landratsposten Chancen böten. Es seien keine schlechten Jahre gewesen in den vergangenen zwölf Jahren. Die gute wirtschaftliche Entwicklung habe Chancen für viele Investitionen geboten. Dazu habe auch die SPD mit der Agenda 2010 beigetragen, trotz ihrer Schattenseiten. Inzwischen drehe sich der Wind bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Automobilzulieferer im Landkreis spürten erste Bremsspuren und verringerten das Personal. Zwar sei die Wirtschaft im Landkreis noch ganz gut aufgestellt. Deshalb dürfe man aber auch die Chancen nicht vernachlässigen, die die Marke Fichtelgebirge im Tourismus und vor allem im Gesundheits- und Fahrradtourismus biete.

Der Landratskandidat votierte für eine Fachhochschule in Marktredwitz. Beim Öffentlichen Nahverkehr biete der Nachbarlandkreis Tirschenreuth mit dem Anrufbus ein gutes Beispiel, das praxisnah und nicht teuer sei. Grießhammer sprach auch das Defizit des Klinikums Fichtelgebirge an. Die Gesundheit müsse dem Landkreis die drei Millionen Euro wert sein, sagte er. Beispiele wie das Klinikum Kulmbach aber zeigten, dass man auch schwarze Zahlen schreiben könne, wenn man sich spezialisiere.

Anschließend stellten sich die Kandidaten vor. Auf Platz 1 steht Klaus Haussel, seit 24 Jahren im Stadtrat und Polizeihauptkommissar in Ruhestand. Auf Platz 2 steht Christine Eisa, Kauffrau und Leiterin der offenen Ganztagsbetreuung an der Mittelschule Marktredwitz, engagiert im Förderverein der Musikschule und bei Amnesty International. Platz 3 belegt Harald Eichner. Er ist Servicetechniker bei den Bayernwerken, aktiv bei der Feuerwehr und der Baugenossenschaft. Auf Platz 4 steht Bettina Bayerl, Geschäftsführerin im SPD-Unterbezirk Hof. Sie will sich für den Erhalt des historischen Marktredwitz einsetzen.

Platz 5: Werner Schlöger, Elektromeister und Tiefbaureferent im Stadtrat. Platz 6: Heike Gravogl, Industriekauffrau. Sie will bei der Dorferneuerung Lorenzreuth ein Wort mitsprechen. Platz 7: Tobias Berz, Geschäftsführer und Vorsitzender des Sticky-Fingers-Festivals. Platz 8: Murtaza Karakus, Elektroingenieur und stellvertretender SPD-Vorsitzender in Marktredwitz. Platz 9. Louis Stingl, IT-Administrator. Platz 10: Jürgen Veitz-Brigl, Fachberater Elektro-Einzelhandel.

Platz 11: Felix Meier, Fachinformatiker und aktiver Feuerwehrler. Platz 12: Petra Ernstberger, MdB a. D. und Geschäftsführerin. Platz 13: Sebastian Lippert, Realschullehrer. Platz 14. Hanna Eichner. Die Elektronikerin-Azubi ist mit 19 Jahren die Jüngste im Team. Platz 15: Michael Koch, Industriekaufmann. Platz 16: Claudia Schaffer; sie arbeitet bei der Ganztagsbetreuung in der Mittelschule Marktredwitz. Platz 17: Alexander Heuschmann, Mechatroniker. Platz 18: Karin Maindok, Bürokauffrau und Diplom-Ingenieurin Architektur. Platz 19: Jonas Hohlsteien, Gymnasiallehrer. Platz 20: Pia Schlöger, Arbeiterin.

Platz 21: Josef Schwemmer, Rentner und DGB-Ortsvorsitzender. Platz 22: Christa Dickey, Speditionskauffrau und kaufmännische Angestellte. Platz 23: Kurt Rodehau, Rentner und 24 Jahre im Stadtrat. 24. Gisela Wuttke-Gilch, Industriekauffrau und Rentnerin, AWO-Vorsitzende und seit 1990 im Stadtrat. Sie will sich für mehr Transparenz in der Kommunalpolitik einsetzen. Erste Nachrückerin ist Sina Haussel, Lehrerin.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
27. 10. 2019
16:32 Uhr

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Herbert Scharf

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Veröffentlicht am:
27. 10. 2019
16:32 Uhr



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