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Marktredwitz

Kunst auf altem Fabrikgelände

Auf dem Gelände einer ehemaligen Weberei in Brand soll ein Kunstprojekt entstehen. Kinder und Jugendliche gestalten es. Sie haben sich dafür mit Zeitzeugen unterhalten.



Sie stellten mit den Kindern des Jugendzentrums die Ideen zum Kunstprojekt auf dem Gelände der früheren Weber-&-Ott-Fabrik in Brand vor: Oberbürgermeister Oliver Weigel, Baudirektor Stefan Büttner, Jukumobil-Leiter Stefan Frank, Pfarrer Kai Steiner, Ute Schlöger von der Stewog und Katrin Nober vom Youz Brand (von links).	Foto: Peter Pirner
Sie stellten mit den Kindern des Jugendzentrums die Ideen zum Kunstprojekt auf dem Gelände der früheren Weber-&-Ott-Fabrik in Brand vor: Oberbürgermeister Oliver Weigel, Baudirektor Stefan Büttner, Jukumobil-Leiter Stefan Frank, Pfarrer Kai Steiner, Ute Schlöger von der Stewog und Katrin Nober vom Youz Brand (von links). Foto: Peter Pirner  

Brand bei Marktredwitz - Der Neubau des Margarethen-Kindergartens entsteht gerade an der Fridauer Straße in Brand, direkt dort, wo früher Weber & Ott in einer Weberei und Spinnerei bis zu 400 Mitarbeitern Lohn und Brot gab. Mittlerweile führt eine neue Straße quer durch das alte ortsbildprägende Fabrikgelände. Gegenüber dem künftigen Kindergarten, auf der anderen Straßenseite, befindet sich ein langgezogener Grünstreifen. Dort entsteht im nächsten Jahr außer einigen Parkplätzen und dem "Schlossblick" das Kunstprojekt Weber & Ott. Die Idee dahinter haben die Verantwortlichen jetzt vorgestellt.

Die erste Idee dazu kam von Katrin Nober aus dem Youz Brand. Das Jugendzentrum im Stadtteil wird von ihr und weiteren Mamas ehrenamtlich betrieben. "Es wäre doch schön, wenn unsere Kinder eine Mauer nach ihren Vorstellungen besprühen könnten", dachte sie. Also sprach sie Projektleiter Stefan Frank vom Jugend-Kunst-Mobil Wunsiedel (Juku-Mobil) und Baudirektor Stefan Büttner vom Marktredwitzer Bauamt an. Beide signalisierten direkt ihr Interesse. Und nicht nur das: Die ursprünglich angedachte Idee wurde erweitert, etwas Dreidimensionales sollte zusätzlich entstehen.

Stefan Frank brachte die verschwundene Fabrik ins Gespräch. Wie kann im Kunstprojekt an sie erinnert werden? Er wollte dabei nicht seine eigenen Ideen verwirklichen, sondern die Kinder sollten sich damit beschäftigen. Drei Workshops machte er bisher mit ihnen, dazu brachte er Fotos aus dem Stadtarchiv mit und führte die Kinder in die Graffiti- und Bildhauertechnik ein. Sie konnten außerdem mit zwei Zeitzeugen über die Arbeit in der Textilfabrik sprechen. Die ehemaligen Arbeiter hatten zwei originale Weberschiffchen dabei, mit denen bei einem Handwebstuhl der Schussfaden durch das Webfach zwischen die Kettfäden geführt wurde.

Und so wurden die ersten Vorstellungen konkreter: Warum nicht einen Webstuhl bauen, mit Schiffchen und Kettfäden? Größer als früher, die Fäden könnten zum Beispiel dick wie Seile sein. Auf die noch bestehende alte Mauer könnte ein Sheddach gesetzt werden, das hat die Kinder auf den alten Fotografien angesprochen.

Und natürlich soll diese Mauer auch besprüht werden. Im Moment ist sie von Erde, Gras und Büschen noch weitgehend verdeckt. Aber wenn sie wieder frei steht, soll sie Motive aus der alten Fabrik erhalten, da sind die historischen Fotos als Vorlagen und Ideengeber wieder wichtig: Die damaligen Gebäude, Innenansichten aus Weberei und Spinnerei, einzelne Webstühle oder andere Details sollen darauf als Bilder entstehen. Auch der Zeitverlauf - Betrieb, Leerstand und Abriss - soll thematisiert werden. Und natürlich wird die Belegschaft eine wichtige Rolle spielen, da fast jede angestammte Brander Familie mit Weber & Ott in Verbindung stand. Mit dem Webstuhl und den Bildern sollen zwei Installationen entstehen, die in Dialog zueinander treten.

Mit dem Kindergarten der evangelischen Gemeinde entsteht eine neue Mitte, so wie Weber & Ott die soziale Mitte in Brand war. Die Geschichte der Weberei wird in die Zukunft transportiert. Dazu ist der Ort auch die Nahtstelle zwischen dem alten und neuen Brand, zwischen Schloss und Kirche auf der einen Seite sowie Wohnhäusern, die von Betriebsangehörigen gebaut wurden. Da kommt auch Pfarrer Kai Steiner von der evangelischen Kirche mit ins Spiel, schließlich ist seine Gemeinde Träger des Youz und des neuen Kindergartens.

Baudirektor Stefan Büttner und Stewog-Mitarbeiterin Ute Schlöger setzen sich tatkräftig für das Projekt ein. "Das ist die fünfte städtebauliche Maßnahme entlang der Fridauer Straße und damit der Abschluss hier", sagte Büttner. "Das Kunstprojekt passt aus stadtplanerischer Sicht prima hier hin." Auch Oberbürgermeister Oliver Weigel und der Stadtrat seien ganz begeistert und unterstützten das Projekt. Es sei einfach passend, den Wandel im Ort so zu begleiten.

Nächste Woche führen Katrin Nober und Stefan Frank einen weiteren Workshop durch. Sprühbilder auf Bauvorhängen werden dann entstehen, die Kinder nähern sich dem Thema Weber & Ott weiter an. Die Werke werden dann an den Bauzäunen aufgehängt, um die Öffentlichkeit miteinzubeziehen. Sponsoren dürften sich übrigens gerne an den Kosten für das Projekt beteiligen, sagte Frank.

Autor

Peter Pirner
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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
16:40 Uhr

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Peter Pirner

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
16:40 Uhr



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