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Marktredwitz

Leerstände plagen auch die Partnerstadt

La Mure beschäftigen die selben Probleme wie Marktredwitz. Der Bürgermeister der französischen Stadt klagt zudem über Verkehrschaos.



Die Rue du Breuil, einzige Durchfahrts- und zugleich Hauptgeschäftsstraße von La Mure, steht seit langem im Focus der Stadtplanung. Das wilde Parken auf den Bürgersteigen soll es in Zukunft nicht mehr geben.	Foto: G. S.
Die Rue du Breuil, einzige Durchfahrts- und zugleich Hauptgeschäftsstraße von La Mure, steht seit langem im Focus der Stadtplanung. Das wilde Parken auf den Bürgersteigen soll es in Zukunft nicht mehr geben. Foto: G. S.  

Marktredwitz/La Mure - Ein überwiegend positives Fazit für 2018 hat Eric Bonnier, Bürgermeister von La Mure, der französischen Partnerstadt von Marktredwitz, beim Neujahresempfang gezogen. Die Marschroute ist für das Stadtoberhaupt klar: "La Mure braucht dringendst neue Einwohner und Betriebe, dazu viel mehr Touristen. Also müssen wir unsere Kräfte bündeln und alles daransetzen, um die Namen La Mure und Matheysine weit über unser Hochplateau hinaus bekannt und attraktiv zu machen."

Vorrangig ist die Reanimierung, Instandsetzung und Verschönerung des historischen Stadtkerns in den nächsten zehn bis 15 Jahren. Bis Weihnachten hatte die Stadt die Bürgersteige der abschüssigen Rue du Breuil, der stark frequentierten Hauptgeschäftsstraße, auf der einen Seite komplett erneuert und mit terrassenförmigen Passagen gangbarer gemacht. Die Randsteine wurden neu gesetzt und große, bepflanzbare Betonkästen installiert. Im Frühjahr wird mit der anderen Straßenseite analog verfahren.

Die Rue du Breuil ist Teil der einzigen von Grenoble nach Gap, Sisteron und in Richtung Mittelmeer führenden Durchgangsstraße N 85, gemeinhin bekannt als "Route Napoléon". Weil sie sieben Tage die Woche durch die nie enden wollenden Fahrzeugkolonnen hoffnungslos überlastet ist, sucht die Stadt La Mure seit Langem nach Lösungen aus dieser Misere. Zusätzliche Behinderungen und Sicherheitsrisiken entstehen durch wildes Parken. Ein erster Erfolg konnte nun durch die Eröffnung des Parking de la Citadelle unterhalb des "Place de Marktredwitz" verbucht werden. Die Stadt hatte das Areal 2016 erworben und 84 Stellplätze angelegt, die nun neben den Anlieger auch Besuchern zugutekommen. Die Idee einer Fußgängerzone ist mittlerweile völlig ad acta gelegt.

Ein weiteres akutes Problem sind die ständig anwachsenden Leerstände sowie der Verfall von Bausubstanz im Stadtzentrum. Nun hat sich der Stadtrat mit Anah, der Staatlichen Agentur für Wohnungsbau, und dem Verein Soliha (etwa "solidarisch für den Wohnungsbau") zwei kompetente Partner mit ins Boot geholt. Nach mehreren Arbeitstreffen und einer gründlichen Bestandsaufnahme will man nun Maßnahmen eruieren, wie die Eigentümer, Vermieter und Bewohner unter anderem durch Zuschüsse und steuerliche Entlastungen zu einer Restaurierung der zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Gebäude ermutigt werden können.

Keinerlei Fortschritte sind bislang beim touristischen Hoffnungsträger für die Region, der Panoramabahn, zu verzeichnen. Im Juni 2017 hatte die Stadt La Mure die landesweit agierende Managementgruppe Edeis engagiert, die den nach einem Erdrutsch im Oktober 2010 eingestellten Zugbetrieb mit neuen Ideen bei einem Investitionsvolumen von 26,6 Millionen Euro zumindest auf einer Teilstrecke wieder in Gang bringen sollte. Jedoch ist eineinhalb Jahre später noch kein einziger Spatenstich erfolgt. Umgehend wurde Edeis-Präsident Gérard Mayer im November nach La Mure zitiert. Bei einer öffentlichen Anhörung räumte Mayer ein, dass man in einigen Bereichen etwas in Verzug sei, versicherte aber, dass die Planungen und Ausschreibungen sowie die Finanzierung zu 70 Prozent abgeschlossen seien und man mit den Abräum-, Abbruch- und Bauarbeiten beginnen würde, sobald die Witterungsbedingungen dies erlauben würden. Den vereinbarten Wiedereröffnungstermin der Bahnstrecke im Oktober 2020 werde man einhalten können.

Sanierungsarbeiten in den Schulen, der Abriss einiger maroder Mietshäuser und die Gestaltung des Vorplatzes des neuen Gymnasiums werden weitere Schwerpunkte für 2019 sein. Bürgermeister Eric Bonnier sagte abschließend beim Neujahrsempfang: "Wir werden also eine Vielzahl von Aktivitäten gleichzeitig durchführen, damit La Mure eine lebendige Stadt bleibt, die sich weiterentwickelt und in der man gut und gerne lebt."

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Gerhard Schützenmeier
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Veröffentlicht am:
01. 02. 2019
17:50 Uhr

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01. 02. 2019
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