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Marktredwitz

Marktredwitz führt Brötchen-Taste ein

Ab 1. Juni können die Autofahrer die erste Viertelstunde umsonst parken. Damit kommt der Stadtrat mit drei Gegenstimmen dem Einzelhandel ebenso entgegen wie den Kunden.



Wer nur rasch ein Rezept einlösen oder Brötchen holen will, kann künftig umsonst parken. Foto: Peggy Biczysko
Wer nur rasch ein Rezept einlösen oder Brötchen holen will, kann künftig umsonst parken. Foto: Peggy Biczysko  

Marktredwitz - Marktredwitz führt die Brötchen-Taste ein. Auch wenn es im Markt keinen Bäcker mehr gibt. "Man könnte sie auch Metzger- oder Tabak-Taste nennen", meint Ordnungsamtsleiterin Birgit Schelter, die die Änderung der Parkgebühren-Verordnung in der Stadtratssitzung am Dienstagabend auf den Tisch bringt. Von zehn Minuten freiem Parken nehmen die Räte letztlich Abstand und einigen sich nach längerer Diskussion auf 15 Minuten, die die Autofahrer künftig ohne Kosten parken können, um schnell etwas zu erledigen.

"Um die Innenstadt weiter zu stärken und dem Wunsch vieler Einzelhändler und Kunden entgegenzukommen, haben wir uns entschieden, die Brötchen-Taste einzuführen", erläutert Schelter. Ab der elften Minute allerdings werden die Kunden wieder zur Kasse gebeten, so die anfängliche Vorstellung. Das sei ausreichend für eine schnelle Besorgung. Die Mindestgebühr werde aber für zwölf Minuten verlangt und somit 20 Cent nach Ablauf der zehn Minuten. "Damit manch einer nicht auf die Idee kommt, die Taste mehrmals hintereinander zu drücken, werden wir das konsequent überwachen", versichert die Chefin des Ordnungsamts. "Dann gibt es rigoros Knöllchen - ohne Kulanz!" Auch mit dem Handy könne die Brötchen-Taste gewählt werden. "Wenn man mal eben zum Geldautomaten geht und es hängt ein Strafzettel dran, wenn man zurückkommt, ist das ärgerlich. Ich denke, Händler und Kunden werden die Brötchen-Taste begrüßen", kommentiert Oberbürgermeister Oliver Weigel.

SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Haussel will das Thema vertiefen und erkundigt sich nach den Mehrkosten durch die Umrüstung der Parkscheinautomaten. Auch den Verlust der Einnahmen möchte er wissen und wie hoch der Mehraufwand durch eine verstärkte Überwachung ist. Laut Schelter gibt es im Stadtgebiet 17 Automaten, die es umzurüsten gilt. "Das kostet 4200 Euro, wovon 25 Prozent das Stadtmarketing, 25 Prozent der Innenstadtkoordinator und den Rest der städtische Haushalt tragen." Die Mindereinnahmen ließen sich schlecht schätzen. Das mit der Brötchen-Taste betreffe vermutlich im Wesentlichen die vier Automaten im Zentrum der Stadt, so Birgit Schelter. Dass alles korrekt abläuft, dafür sorge der Zweckverband. "Wir werden Schwerpunkte zur Überwachung herauskristallisieren, also überwiegend im Markt, womit nicht mehr Stunden herauskommen als bisher."

Gisela Wuttke-Gilch (SPD) zweifelt daran, dass zehn Minuten ausreichend sind für eine kurze Besorgung. Sie sei generell gegen die Einführung der Brötchen-Taste im Markt. "Wir wollen den Verkehr ja da rauskriegen." Die Händler könnten ja das Parkgeld auf den Einkauf anrechnen, so Wuttke-Gilchs Vorschlag.

"Unsere Stadt kann auf keinen Cent verzichten", so die Meinung von Kurt Rodehau (SPD). Daher könne er der Sache nicht zustimmen. "Wir sollten den Einzelhändlern nicht schon wieder entgegenkommen." Fraktionsvorsitzender Klaus Haussel nennt dies die "Schwerpunkt-Meinung" seiner Fraktion. "Wenn man ohnehin schon zum Automaten muss, um die Semmel-Taste zu drücken, kann man auch 20 Cent investieren." Er halte das nicht für effektiv. "Unsere Fraktion lehnt es grundsätzlich ab."

CSU-Fraktionsvorsitzender Robert Sroka interessiert ein Vergleich mit anderen Städten. Laut Birgit Schelter gibt es eine Brötchen-Taste in Hof und Kulmbach, allerdings nur in den Parkhäusern." Markus Kopatsch (ProMak) spricht sich für eine "gewisse Bürgerfreundlichkeit aus, die wir an den Tag legen sollten". Wenn jemand seine Erledigungen nicht in zehn Minuten schafft, müsse er sowieso zahlen. "Wir sind für die Bürger da und sollten das auch sein." Wenn jemand richtig einkaufen geht, brauche er sowieso länger als zehn Minuten.

Christine Eisa sieht sich schon hechelnd zwischen Parkuhr und Einkauf eilen: "Ich halte 15 Minuten für sinnvoller, sonst ist die Zeit zu kurz." Brigitte Artmann von den Grünen signalisiert, positiv mit abzustimmen - "ob zehn oder 15 Minuten". Martin Gramsch, Chef der Freien Wähler, setzt sich für ein Signal "pro Geschäftsleute" ein. "Die Mindereinnahmen werden die Stadt auf keinen Fall umbringen."

Zehn Minuten hält auch Finanzreferent Heinz Dreher "für ein bisschen wenig". Wenn die Bürger nach elf Minuten zurückkommen, verärgere es sie umso mehr. Er geht davon aus, dass die Kosten für die Umrüstung bereits entstanden sind. Birgit Schelter belehrt ihn eines Besseren: "Wir haben noch kein Geld in die Umrüstung investiert."

Nach der langen Diskussion um zehn, 15 Minuten oder gar keine Brötchen-Taste, schaltet sich Ute Selhorst von den Freien Wählern ein und nennt die Diskussion "an der Grenze zur Lächerlichkeit". Wer länger einkauft, riskiere eben, dass er es nicht rechtzeitig schafft.

Damit stellt auch Oberbürgermeister Weigel die Frage nach dem Wunsch auf zehn oder 15 Minuten. Da die Mehrheit für eine Viertelstunde Brötchen-Taste plädiert - einschließlich des Stadtoberhaupts - gibt es zum 1. Juni 15 Minuten kostenfreies Parken in Marktredwitz. Gegen die Brötchen-Taste stimmen Klaus Haussel, Kurt Rodehau und Gisela Wuttke-Gilch. Und somit nicht die gesamte SPD-Fraktion, wie Haussel angenommen hatte.

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
30. 04. 2019
17:20 Uhr

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30. 04. 2019
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