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Marktredwitz

Mehr Raum für das "Stade"

Miteinander basteln, Kaffee trinken und Geschichten hören - mit einem Nachmittag für Leib und Seele lässt das Egerlandmuseum die alte Vorweihnachtszeit aufleben.



Albin Artmann (links) brachte selbst gegossene Nikoläuse aus Ton mit ins Museum, die die Gäste mit feinen Pinseln bemalten.	Fotos: Peter Pirner
Albin Artmann (links) brachte selbst gegossene Nikoläuse aus Ton mit ins Museum, die die Gäste mit feinen Pinseln bemalten. Fotos: Peter Pirner   » zu den Bildern

Marktredwitz - Warum waren Advent und Weihnachten früher so viel schöner? Das Egerland-Museum gab an seinem Adventsfest am zweiten Adventssonntag eine Antwort auf diese Frage: weil die Menschen enger zusammengerückt sind. Sie haben gemeinsam gebastelt, den Kindern schöne Weihnachtsgeschichten vorgelesen und über allem lag ein verheißungsvoller, weihnachtlicher Duft. Und so war auch das Programm gestaltet: Es überraschte mit seinen vorweihnachtlichen Erlebnissen "wie früher" Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Während des gesamten Nachmittages erlebten die Besucher eine herrliche Atmosphäre und genossen die hausgebackenen Kuchen der Museums-Mitarbeiterinnen sowie Kaffee, Glühwein, Erfrischungsgetränke und vieles mehr.

Die Advents-Werkstätten luden zum Mitmachen ein: Mit Fred Zimmermann konnten Kinder von fünf bis hundert Jahren mit Ton modellieren. "Wir machen jetzt nichts weniger als Engel" - so regte der Töpfer die Kinder zum Mitmachen an. Christine Roth leitete das Basteln von Fröbelsternen an. Sie werden mit der entsprechenden Falttechnik aus vier Papierstreifen gebastelt. "Dabei lernt man Geduld", sagte ein Besucher, der angesichts der filigranen Bastelei dieses Feld lieber seiner Frau überließ.

Albin Artmann hatte verschiedene Sorten selbst gegossener Nikoläuse aus Ton dabei. Mit feinen Pinseln haben die Besucher sie bemalt. Jetzt werden sie gebrannt, dann können die kleinen Künstler sie fertig abholen. Lisa Schmidt, die als "Englisch-Lisa" auftrat, buk mit ihren Helfern amerikanische Plätzchen. Und bei Andrea Martens konnte man köstliche Überraschungen aus der alten Heimat kreieren.

Museumsleiter Volker Dittmar führte in der großen Sonderausstellung durch die faszinierende Welt der Krippen. Eine echte Entdeckung hat das Egerlandmuseum mit der Musik von Jana und Robert Jodlbauer gemacht. In toller Abstimmung und mit viel Freude spielten sie auf Geige und Oboe böhmische Weisen der Weihnachtszeit.

Originelle und besinnliche weihnachtliche Geschichten in Mundart - das versprachen die Lesungen im Museum. Und die Vortragenden erfüllten die Erwartungen der Besucher. Adrian Roßner trug in seiner schnellen und lebendigen fränkischen Sprache "Das Holz-Fraala wünscht Frohe Weihnachten" und "Der gute Nikolaus" vor. Seine Zeller Mundartgeschichte vom Gogel über die Sichtung einer großen Gruppe Hirsche (oder war es letztlich doch nur ein Rascheln im Gebüsch?) belustigte die Zuhörer. Christel (Muck) Schemm las eine Deas-Gschichte ihres Vaters Otto Schemm. Der Karpfen, den es zum Essen geben sollte, brachte zu Weihnachten viel Bewegung in das Familienleben.

Kurt Rodehau erzählte vom Vater, der seiner Familie dezente Hinweise auf seinen Weihnachtswunsch gab. Er meinte mit dem "Geistigen" jedoch nicht den Roman, den er bekam, sondern den Schnaps, den er sich nur selten, immer aber zu Weihnachten leistete. So blieb ihm das Stamperl Schnaps dieses Mal verwehrt. Martin Schöffel schließlich griff auch auf eine Deas-Gschichte zurück. In "Die Heiligen Drei Könige" bekommt der gerne einen über den Durst trinkende Ehemann eine handfeste Abreibung. Dennoch ist er froh, dass seine Frau nicht die 14 Nothelfer um Hilfe angerufen hat.

Autor

Peter Pirner
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Veröffentlicht am:
10. 12. 2018
16:42 Uhr

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10. 12. 2018
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