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Marktredwitz

"Meisterhaus" leidet unter Sperrungen

Gastwirt Ingo Hautmann beklagt 40 Prozent Umsatzeinbußen. Er fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen. Seit Monaten gibt es nur die schmale Zufahrt über den Weberweg.



Gastwirt Ingo Hautmann vom "Meisterhaus" fühlt sich seit Monaten von der Stadt Marktredwitz im Stich gelassen. Fotos: Peggy Biczysko
Gastwirt Ingo Hautmann vom "Meisterhaus" fühlt sich seit Monaten von der Stadt Marktredwitz im Stich gelassen. Fotos: Peggy Biczysko   » zu den Bildern

Marktredwitz - "Es macht echt keinen Spaß mehr!" Der Gastwirt Ingo Hautmann ist sauer. Und zwar auf die Stadt. Der Pächter des "Meisterhauses" klagt seit Monaten darüber, dass sein Lokal für die Gäste nur schwer erreichbar und für Lieferanten zuweilen gar nicht anzufahren sei. "Schon im Sommer sollte die Zufahrtsstraße zum Benker-Areal geöffnet werden. Darauf warte ich noch immer", wettert er. Nach den vielen Abrissarbeiten im Stadtteil Dörflas gibt es nach wie vor nur eine schmale Zufahrt zum "Meisterhaus", nämlich über den Weberweg. "Und den finden Auswärtige zum Teil gar nicht." Mittlerweile trägt sich der Gastronom sogar mit dem Gedanken, das Lokal aufzugeben.

Dass jetzt auch noch ein Teil der Dörflaser Hauptstraße wegen der Dreharbeiten für den internationalen Kinofilm "Plan A" komplett gesperrt ist, habe sein Geschäft weiter verschlechtert. "Seit dem Frühjahr habe ich Umsatzeinbußen von 40 Prozent", beklagt Ingo Hautmann. "Als ich den heruntergewirtschafteten Laden übernommen habe, war es im ersten Jahr wirklich schwer, das Geschäft zum Laufen zu bringen", so der Gastronom, der seit 1999 in der Branche tätig ist. Als er das erste Jahr überstanden habe und es im April dieses Jahres nach massiver Kinowerbung in Tirschenreuth richtig gut gelaufen sei, "kam der Bauzaun auf dem Benker-Areal".

Es habe einige Wochen gedauert, bis endlich die Müllabfuhr über den schmalen Weberweg funktioniert habe. "Auch Lieferanten konnten mich nicht erreichen, und ich stand zum Teil ohne Lebensmittel da, musste meine Speisekarte verkleinern und umstellen", so Hautmann. Denn das Navi habe den Lieferanten, die unverrichteter Dinge wieder abgefahren seien, keine Möglichkeit geboten, zum "Meisterhaus" zu gelangen. Auch Gäste, die reserviert haben, hätten schon abgesagt, weil das Navi sie nicht zum Lokal gelotst habe, klagt der Gastwirt.

Während es im Sommer trotz der Großbaustelle - "ich freue mich ja darüber, dass hier ein neuer Stadtteil entsteht" - einigermaßen gut gelaufen sei, weil die Leute mit dem Fahrrad oder zu Fuß gekommen sind, sei das jetzt nicht mehr drin. "Die Leute haben im Herbst keine Lust zu laufen und wollen bis vor die Tür fahren", weiß der Gastwirt und betont: "Ich muss mein Personal dahaben - ob 15 Gäste da sind oder der Laden voll ist." Auch die Umleitungs-Beschilderung habe lange gedauert, "das Schild an der Einfahrt zum Weberweg habe ich schließlich selbst angebracht, damit Ortsfremde ins ,Meisterhaus’ finden können". Wer vermute schon, dass sich hinter der schmalen Zufahrt ein Lokal befindet?

Für ihn stehe seine Existenz auf dem Spiel, gibt Hautmann zu bedenken. "Und die meiner Mitarbeiter - eine Köchin in Vollzeit, ein Teilzeit-Koch und eine Küchenhilfe -, die ja auch ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen." Am Marktsonntag mache er gar nicht mehr auf, "weil sich keiner hierher verirrt, wenn der Bauzaun alles abriegelt". Er sei von Marktredwitz "sehr enttäuscht", sagt Ingo Hautmann.

"Ich habe nicht einmal ein Schreiben bekommen, dass die Dörflaser Hauptstraße wegen der Dreharbeiten komplett gesperrt wird. Das habe ich auf Facebook erfahren. Eine Stunde, nachdem ich mich deshalb bei der Stadt beschwert habe, ist jemand vorbeigekommen und hat mir einen entsprechenden Hinweiszettel gebracht."

"Ich liebe das ,Meisterhaus’, aber durch die Steine, die mir die Stadt ständig in den Weg schmeißt, überlege ich mir, ob ich den Laden nicht dichtmache." Er habe gerade ein Angebot für ein Restaurant bekommen, "aber das ist nicht in Marktredwitz". Diese Woche noch - dann mache er erst einmal zwei Wochen Urlaub, sagt Hautmann resigniert.

"Eine provisorische Öffnung der Baustraße für den Allgemeinverkehr war leider aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich. Die Baustraße wurde ausschließlich für Baufahrzeuge angelegt. So standen beispielsweise bis vor Kurzem noch Schieberkappen und ähnliches aus dem Boden heraus. Eine Befahrung, vor allem bei Dunkelheit, wäre keinesfalls möglich gewesen", nimmt die Stadt Stellung zu den Vorwürfen.

Laut Bauzeitenplan solle die gesamte Maßnahme bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. "Nach heutigem Stand kann die Fabrikstraße aber schon am 15. November wieder freigegeben werden. Für die weiteren Kanalbauarbeiten wird extra eine Rampe zum Meisterhaus angelegt, um eine Zufahrt zu ermöglichen."

Eine zweite Zufahrt wäre wegen der Abrissarbeiten in der Dörflaser Hauptstraße nicht möglich gewesen. In Kürze würden hier ebenfalls die Absperrungen entfernt und die kleine Zufahrt beim ehemaligen Gasthof "Zur Pfalz" auch freigegeben.

Zur momentanen Vollsperrung in der Dörflaser Hauptstraße teilt die Stadt mit: "Vier Wochen vor Drehbeginn wurden die Verantwortlichen für die Dreharbeiten in mehreren Besprechungen vom Ordnungsamt darauf hingewiesen, dass die Anwohnerschreiben rechtzeitig versandt werden müssen."

Weitere Klagen von Gastwirt Ingo Hautmann weist die Stadt Marktredwitz zurück: "Während der gesamten Bauzeit - speziell auch in der Anfangsphase - wurde auch in Abstimmung mit Herrn Hautmann durch das Ordnungsamt die Beschilderung so gestellt, dass bestmöglich auf die Gaststätte ,Meisterhaus’ hingewiesen wird. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben für ihn kostenfrei ein Hinweisschild organisiert und geliefert, das er nur noch mit seiner Werbung versehen musste."

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
30. 10. 2019
16:12 Uhr

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
30. 10. 2019
16:12 Uhr



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