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Marktredwitz

Melancholie und Wortspielereien

Buchautor Hans G. Lauth lässt sich auch von Bob Dylan inspirieren. Das und mehr von seiner Dichtkunst hören die Besucher im Leseclub.



Hans G. Lauth stellte sein neues Buch im Leseclub Waldershof vor.	Foto: ubb
Hans G. Lauth stellte sein neues Buch im Leseclub Waldershof vor. Foto: ubb  

Waldershof - Hans G. Lauth spielt mit seinem Namen. Drei Bücher hat er veröffentlicht, jedes Mal ist sein Familienname gleichzeitig Markenzeichen seiner Schreib- und Dichtkunst. Auf "Grenzlaut(h)e" folgte der Band "Selbstlaut(h)e". Auch beim neuesten Werk hat der Autor seine Wortspielerei ansprechend eingesetzt: "Laut(h)stark" heißt das dritte Buch. Vorgestellt hat es der 67-jährige Wiesauer am Freitagabend im Leseclub Waldershof vor gut 20 Zuhörern. Clubleiterin Michaela Härtl freute sich, einen weiteren regionalen Schriftsteller begrüßen zu dürfen. Wie gewohnt war Hans G. Lauth nicht allein gekommen, sondern mit Walter Pilsak, der den Freund seit Langem auf dem Akkordeon begleitet. Auch Pilsak ist ein Dichter: Seine Stücke schreibt er selbst. Die musikalischen Darbietungen bereicherten den Leseabend einfühlsam.

Zur Person

Hans G. Lauth wurde 1952 in Falkenstein bei Cham geboren. Beruflich war er zuletzt als Studiendirektor an der Berufsschule Wiesau tätig. Seit 2013 ist er in Pension und widmet sich der Schreiberei. Lauth ist Mitbegründer der "Grenzlandschreiber" und Mitglied im Literarischen Arbeitskreis Mitterteich. Sein neues Werk "Laut(h)stark" kann unter der ISBN-Nummer 978-3-947 247 -30-1 im Buchhandel erworben werden.

 

Erinnerungen an die Kindheit, gereimte und ungereimte Gedanken hat Hans G. Lauth auf Buchseiten drucken lassen. Der Großvater von zwei einjährigen Buben hat den Enkeln Anton und Vincent das neue Buch gewidmet, sagte er. Hans G. Lauths Leben ist auch das Leben seiner Eltern, über die er unter dem Titel "Familienwurzeln" gleich auf den ersten Seiten seines dritten Bandes schreibt. Manch tragische Episode erzählt Lauth dann mehr, als dass er sie vorliest. Wenn er davon berichtet, wie sich seine Eltern als Vertriebene in Falkenstein eingerichtet haben, wo es für alle Parteien im Haus nur eine Toilette am Flur gab, nicken die älteren Zuhörer und murmeln leise Kommentare dazu.

 

Hans G. Lauth weckt alte Geschichten auf aus einer Zeit, in der ein 20-Jähriger wie er noch eine Watsch’n vom Vater hat hinnehmen müssen. Nur weil er sich wie die Freunde lange Haare und einen Bart hat wachsen lassen. Was den leidenschaftlichen Büchernarren geprägt hat: Schon der Vater hat viel gelesen, sodass auch Literatur wie die zu Lauths Jugendzeiten berühmte "Blechtrommel" von Günter Grass im Haus gewesen ist.

Schade findet der Autor, wenn er von den Hits seiner Jugend spricht, dass heute Songs wie "Let’s twist again" in Vergessenheit geraten seien. Er denkt an seine Idole unter den Rockbands wie "Doors", "Deep Purple" und "Pink Floyd", die er bis heute gern höre. Der 67-Jährige schwelgt in Erinnerungen an die "Zwölf der Woche" im Radio und den "Beatclub" im Fernsehen. Damit trifft er den Nerv der Zuhörer seiner Altersklasse. In den Reihen des Publikums outet sich ein Mann, der nicht vergessen hat, in welcher Stadt die Radiosender seiner Jugend ihren Sendeplatz hatten.

Hans G. Lauth wechselt nach Musikstücken von den Erzählungen zu Gedichten. Die Poesie liegt ihm gut, in seinen Satzgebilden liegen viel Melancholie und ein wenig Wehmut über Erlebnisse, die nicht mehr zurückgeholt werden können. "Zeitenwende" ist ein Resümee der Kinderjahre, als Ortschaften wie Falkenstein oder Wiesau noch vier Bäcker, drei Schuster und sieben Metzger hatten. Dem Vater ("Da Vadda") ist ein Gedicht gewidmet. Ausgesprochen gut gelungen ist die Übersetzung des Songs "The Times they are a changin’" von Bob Dylan in Oberpfälzer Dialekt. "Die Zeit’n, die wer’n se ändern" heißt seine Version. "Das könnte man auch auf der Gitarre spielen", sagt Lauth, nachdem das schweigsam gewordene Publikum anerkennend Applaus gespendet hat. Leider hat keiner eine Gitarre dabei. Aber auch ohne ist der Abend schön.

Lauth ist im Grunde ein Humorist, ein gemütlicher Mensch, der dem Ernst des Lebens auch immer einmal eine lustige Variante abgewinnen kann. Im Gedicht "Es is, wias is" rät er dazu, nicht soviel nachzudenken über die Dinge, die vorbei sind. "Mach dein Fried’n mit da Zeit" heißt es in seinen Zeilen. Nur einer von vielen guten Gedanken, die Hans G. Lauth zu Buch gebracht hat.

Autor

Ulla Baumer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
17:32 Uhr

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Ulla Baumer

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08. 07. 2019
17:32 Uhr



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