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Marktredwitz

Mit 66 Jahren, da fängt das Ehren an

Der Bundespräsident lädt 4000 Ehrenamtliche ins Schloss Bellevue ein, auch Schwester Irene. Die frühere Leiterin der Kita Sankt Josef genießt das große Fest an ihrem Geburtstag.



Bevor Frank-Walter Steinmeier seine Rede hielt, konnte Schwester Irene ihn persönlich begrüßen. Fotos: pr
Bevor Frank-Walter Steinmeier seine Rede hielt, konnte Schwester Irene ihn persönlich begrüßen. Fotos: pr   » zu den Bildern

Marktredwitz - Einen guten Draht nach hoch oben zu haben, wirkt Wunder: Das hat Schwester Irene Maier soeben unter Beweis gestellt. Die ehemalige Kindertagesstätten-Leiterin von Sankt Josef in Marktredwitz durfte am Freitag mit rund 4000 weiteren Ehrenamtlichen aus ganz Deutschland Frank-Walter Steinmeier in Berlin besuchen. Der Bundespräsident hatte ins Schloss Bellevue geladen, um bürgerschaftliches Engagement zu würdigen. Schwester Irene, die seit einem Jahr als Oberin sechs Mallersdorfer Schwestern im Konvent Sankt Bonifaz in München führt, freute sich sehr über die hohe Ehre, die ihr genau an ihrem Geburtstag zuteil wurde. "Es war ein großartiges, wunderschönes Fest. Ich habe mit netten Menschen in Bellevue auf meine 66 Jahre angestoßen. Das wird mir unvergesslich bleiben", erzählte die beliebte Nonne, die fast 30 Jahre lang in Sankt Josef in Marktredwitz wirkte, am Montag am Telefon vom Empfang in Berlin.

Sogar ihr Wunsch, Frank-Walter Steinmeier persönlich zu begegnen, erfüllte sich - obwohl ihre ebenfalls geladene Mitschwester Chiara Högler angesichts der vielen Gäste erhebliche Zweifel am Gelingen des Vorhabens hatte. "Das schaffen wir", versprach die Oberin und stellte klar: "Ich habe heute Geburtstag - da will ich hin." Sie passte eine kleine Gesprächslücke nach einem Interview ab, um sich dem Staatsoberhaupt selbst vorzustellen: "Grüß Gott, Herr Bundespräsident, Ihre Einladung freut mich heute besonders, weil ich Geburtstag habe", sagte Schwester Irene. Sofort schob sich ein Bodyguard dazwischen und wollte Steinmeier flugs auf die Bühne lotsen. Doch das Staatsoberhaupt zeigte sich menschlich: "Erst machen wir ein Foto, weil die Schwester heute Geburtstag hat", ordnete Steinmeier an.

Danach dankte der Bundespräsident den geladenen Gästen aus ganz Deutschland für ihren Einsatz, der eine starke Gesellschaft erst möglich mache. "Mit Mut und Entschlossenheit gehen Sie Herausforderungen an und setzten sich für andere Menschen ein", sagte Steinmeier dem Bundespresseamt zufolge. Ziel des Bürgerfestes ist, dass zahlreiche Initiativen, Organisationen und Unternehmen Einblicke in ihre ehrenamtliche und gemeinwohlorientierte Arbeit geben.

Nach der Ansprache ging das Bürgerfest mit vielen Attraktionen weiter, erzählt Schwester Irene. Sie schwärmt von einer "Starsängerin aus Italien", einem Orchester aus Leipzig, einem Gondoliere auf dem Schlossgarten-See, Köstlichkeiten aus aller Welt, Besichtigungstouren in dem herausragenden Gebäude und fantasievoller Abendbeleuchtung mit riesigen bunten Händen.

"Unvorstellbar" sei eine derartige Einladung bislang für sie gewesen, sagt die Ordensfrau. "Da gehörst du doch eigentlich hin", hatte Schwester Irene zu ihrer Generaloberin aus Mallersdorf gesagt und ihr die Teilnahme angeboten. "Du hast es auch verdient", hatte diese geantwortet und Schwester Irene fahren lassen.

Wem sie und die 25 Jahre alte Theologiestudentin Chiara Högler aus ihrem Münchner Konvent die Einladung nach Bellevue zu verdanken haben, wissen die beiden nicht genau. "Wir vermuten, ein Staatskanzlei-Mitarbeiter von Ilse Aigner, den wir aus der Münchner Pfarrei Sankt Anna kennen, hat uns empfohlen. Aber er gibt es nicht zu", sagt Schwester Irene.

Mit dem ICE-Sprinter düsten die Ordensschwestern auf der neuen Schnellfahrstrecke in viereinhalb Stunden in die Hauptstadt - teils mit über 250 Stundenkilometern. Den Tag nach dem Fest nutzten die Gäste aus München, um sich in Berlin Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor, den Alexanderplatz und den Dom anzusehen, bevor sie nach Bayern zurückreisten - dankbar für viele schöne Erlebnisse und Begegnungen, betont Schwester Irene. "In einem so großen und edlen Rahmen werde ich wohl nie mehr fei ern."

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Brigitte Gschwendtner
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Veröffentlicht am:
10. 09. 2018
18:26 Uhr

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Brigitte Gschwendtner

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10. 09. 2018
18:26 Uhr



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