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Marktredwitz

Mit Eiertest und Fahrradhelm zu mehr Sicherheit

Einiges zu bieten hat der Verkehrssicherheitstag an der Realschule. Polizei- beamte machen auf Gefahren und richtiges Verhalten aufmerksam.



Immer mit Helm: Eine Schülerin überwindet geschickt die Hindernisse des Fahrradparcours.	Foto: Peter Pirner
Immer mit Helm: Eine Schülerin überwindet geschickt die Hindernisse des Fahrradparcours. Foto: Peter Pirner  

Marktredwitz - Melonen- und Eiertest? Polizei in der Schule? Radfahren in der Sporthalle? Das alles und noch viel mehr gab es beim Verkehrssicherheitstag in der Fichtelgebirgsrealschule Marktredwitz. Die elf- bis dreizehnjährigen Schüler durften einiges selbst ausprobieren, bei anderem zuschauen und zuhören.

Was hat es nun mit dem Melonen- und Eiertest auf sich? Das sind zwei Experimente, um den Schülern die Wirksamkeit eines Fahrradhelms zu zeigen. Die Verkehrserzieherinnen Duygu Cakir von der Polizeiinspektion Marktredwitz und Kathrin Schelter von der Polizeiinspektion Wunsiedel führten sie vor. Sie steckten eine Melone in einen handelsüblichen Fahrradhelm, dann durften Schüler mit einem Gummi-Hammer mit voller Wucht auf den Helm schlagen. Ergebnis: Die Melone blieb ganz, denn sie war gut geschützt. Dann legten sie ein rohes Ei in einen winzigen Fahrradhelm, mehrere Schüler ließen es vom nach oben gestreckten Arm auf die Tischplatte fallen. Ergebnis: Das Ei blieb ganz, denn es war gut geschützt. Melone und Ei symbolisierten den eigenen Kopf. "Setze ich künftig immer einen Helm beim Radfahren auf?" Diese Frage sollten sich die Kinder dabei stellen. Und klar: Die Antwort war "Ja", spätestens dann, als das rohe Ei ohne Helm aus nur geringer Höhe auf den Tisch knallte und zerbrach. Das wollten sich die Kinder nicht mit ihrem eigenen Kopf vorstellen. "Der Helm ist eure einzige Knautschzone für den Kopf!", machten die Verkehrserzieherinnen deutlich. Und: "Die Fahrradhelme sind nicht nur leichter und luftiger geworden, viele sind richtig stylisch!" Eine Zahl hatten sie auch noch parat: Letztes Jahr gab es 80 000 Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrer verletzt wurden.

Ebenso einprägsam waren die Videos, die Hauptkommissar Manfred Ludwig von der Bundespolizei Selb zeigte. Schüler stehen an der Bahnsteigkante, nehmen Rucksäcke anderer und werfen sie sich über zwei Gleise hinweg zu. Sie sind so vertieft in dieses Spiel, dass sie einen durchfahrenden Zug nicht bemerken und - da bricht das Video ab, die Schüler in der Klasse erschrecken. Dann der Film mit zwei Mädchen. Sie laufen auf dem Stahl entlang, halten Händchen, fotografieren sich, um das Bild später auf ihren sozialen Netzwerken zu posten. Auch sie haben nur sich selbst im Sinn, hören nicht den Zug, der von hinten anrast und - wieder bricht das Video ab, wieder erschrecken die zuschauenden Schüler, ein Aufschrei geht durch die Klasse.

Hauptkommissar Manfred Ludwig rief die Schüler auf: "Bitte behaltet diese Bilder im Kopf! Seid vorsichtig und bleibt unfallfrei!" Und dann machte er noch auf eine weitere Gefahr aufmerksam: Nahe bei der Schule verläuft die Bahnstrecke Richtung Arzberg. Manche Schüler des Schulzentrums nutzen immer wieder eine vermeintliche, aber höchstgefährliche Abkürzung über die Gleise zu einem beliebten Schnellrestaurant. "Geht bitte über die Brücke, auch wenn es etwas weiter ist!"

In der Sporthalle konnten die Sechstklässler ihre Fahrkünste auf dem Rad zeigen. Ein Parcours mit Hindernissen und mit hohen Anforderungen an die Geschicklichkeit sollte möglichst fehlerfrei befahren werden. Da zeigte sich schnell, wer ein erfahrener Radfahrer ist, und wer noch üben sollte. Dann mussten die Schüler Fragen zum Radfahren und zum Verhalten im Straßenverkehr beantworten.

In der Einheit "Hallo Auto" sollten die Schüler abschätzen, welchen Weg ein mit 50 Stundenkilometer fahrendes Auto zurücklegt, bis es zum Stehen kommt. Sie stellten dazu Hütchen an der Teststrecke auf. Dann fuhr der Fahrer an, beschleunigte auf 50 Stundenkilometer und bremste stark ab. Überraschend für die Schüler war, dass das Auto eine deutlich größere Strecke zum Stoppen brauchte, als sie vermuteten.

Beim zweiten Versuch saßen die Schüler selbst mit im langsam fahrenden Auto. Plötzlich wurde es stark abgebremst. Wie fühlte sich das an? Welchen Druck erzeugte der Sicherheitsgurt auf den Oberkörper? Saß der Gurt straff und an der richtigen Stelle? Eine Schülerin fragte sich: "Was wäre jetzt passiert, wenn ich mich nicht angeschnallt hätte?"

Noch vieles Weitere erfuhren die Schüler an dem Tag: was der "Tote Winkel" ist, dass sich der Anhalteweg aus Reaktionsweg und Bremsweg zusammensetzt, dass die Nutzung des Smartphones nicht nur Autofahrer, sondern auch Radfahrer und Fußgänger ablenken kann, oder wie sich Regen und Laub auf der Straße beim Bremsen auswirken. Viele Informationen und viel Erlebtes für die Schüler, damit sie im Alltag künftig sicherer unterwegs sind.

Schulleiter Oliver Brandt machte sich selbst ein Bild von den verschiedenen Einheiten des Verkehrssicherheitstages. Für die Schüler sei es realitätsnah und einprägsam, stellte er fest. Und er bedankte sich bei allen, die den Verkehrssicherheitstag an seiner Realschule organisiert und durchgeführt haben.

Autor

Peter Pirner
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Veröffentlicht am:
27. 06. 2018
17:34 Uhr

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Peter Pirner

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2018
17:34 Uhr



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