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Mit dem Geist der Schleif im Steinwald

Sagen, Glühwein und ein Lichterspiel genießen die Besucher bei der traditionellen Rauhnacht von Steinwaldia in Pullenreuth. Sprechende Tiere blicken in die Zukunft.



An offenen Feuern wärmten sich die zahlreichen Gäste auf und genossen das Lichterspiel der Glasschleif unter freiem Himmel. Foto: Claudia Lippert
An offenen Feuern wärmten sich die zahlreichen Gäste auf und genossen das Lichterspiel der Glasschleif unter freiem Himmel. Foto: Claudia Lippert   » zu den Bildern

Pullenreuth - Der Wettergott hatte pünktlich zur Rauhnacht der Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth ein Einsehen mit vielen Gästen, die sich den Termin zwischen den Jahren fest im Kalender notiert hatten.

15 Zentimeter Neuschnee auf gefrorenem Boden und auf den Ästen ließen das Umfeld der Glasschleif wie ein Winterwunderland wirken. Wer schon einmal da war, weiß, wie fantasievoll der Steinwald im Schein Hunderter Kerzen, Feuerkörbe, Fackeln und Feueröfen glänzen kann. Diesen Anblick wollten sich viele Besucher nicht entgehen lassen. Sie nutzten die Gelegenheit, sich nach den Feiertagen an der frischen Luft zu bewegen, und schlossen sich dem Fackelzug an, den Gastführerin Claudia Schneider von Pullenreuth aus zur Glasschleif führte. Der Fichtelgebirgsverein und die Feuerwehr Pullenreuth hatten sie dabei unterstützt. Sie entzündeten Fackeln, regelten den Verkehr und das Parken und geleiteten den Zug in geordneten Bahnen zur Glasschleif.

Dort erwartete man die Wanderer bereits. Auch der "Schleifgeist" hatte wohl einen Blick zum Fenster hinaus geworfen, denn polternd forderte er Ruhe auf der Schleif ein. Mit dem Gedicht von Harald Primitz wird die Rauhnacht traditionell eröffnet. Der Schleifgeist schickte die Rauhnacht-Besucher dann auf den Sagenweg rund um die Glasschleif.

Wie auch in den Vorjahren wurden auf dem Sagenweg Figuren aus alten Erzählungen zum Leben erweckt. Sie sind im Sagenbuch der Gesellschaft Steinwaldia zusammengefasst. Die Drut, ein Alb und Nachtmahr, quält in der Nacht die Menschen. Wie ihr oder ihm, denn es gibt auch männliche Druter, zu Leibe gerückt werden kann, das verkörperten Michael Schneider und Beatrice Busch.

Drei weise Frauen bewachten in einer Höhle auf dem Armesberg glitzerndes Gold und wertvolle Schätze. Luzia Rickauer, Antonia Lippert und Ann-Kathrin Primitz verkörperten die Damen. Doch nur wenige fanden bislang den Weg zu Reichtum und Glück. Ein armer Schäfer, der auf dem "Armes" seine Schafe hütete, entdeckte die Höhle. Doch ob dieser Fund den Schäfer reich und glücklich machte? Wilde Perchten, furchteinflößende, wilde Gestalten, die mit viel Lärm die Besucher den Sagenweg entlang begleiteten, wiesen den Weg zur nächsten Sage.

Unglück und Armut bringen zügelloses Kartenspiel und Wirtshausbesuch auch heute oft noch über Familien. Uneinsichtige und glücklose Karter klopften auf der oberen Schleif einen Schafkopf. Und den mit dem "roten Leibchen", dem war das Glück gar nicht hold, so dass er gar den Fürsten der Unterwelt um Geldsegen anflehte. Erschrocken durch dessen Erscheinen, besann er sich jedoch eines Besseren und nahm das dargebotene Geld nicht an. Voller Zorn über die nicht gewonnene Seele rauschte der Teufel unter Getöse von dannen. Alexander Heinz, Cornelia Müller und Harald Primitz stellten den Rauhnacht-Besuchern den Teufel im Wirtshaus vor.

In die Zukunft blickten die sprechenden Tiere in der Christnacht. Wer mutig genug war, konnte erfahren, welch Unglück oder Segen im kommenden Jahr beschert sein werden. Im "Stall" tummelten sich neben den beiden Darstellern Vitus Reger und Simon Rickauer auch lebende Schafe. Sie zogen nicht nur die Blicke der Kinder auf sich. Martin Wittmann, der den Tieren in der Christnacht beim Sprechen zuhörte, hatte seine kleine Schafherde zur Schleif mitgebracht.

Für die Kleinen gab es die Sagen und Erzählungen bei Lesungen in der erlebbaren Glasschleif und Goldstücke zum Mitnehmen. An Feuern wärmten sich die Besucher bei Glühwein und Speisen auf und genossen die Lichterwelt der Glasschleif. Lip

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Claudia Lippert
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Veröffentlicht am:
02. 01. 2018
18:36 Uhr

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Claudia Lippert

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02. 01. 2018
18:36 Uhr



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