Topthemen: Fall Peggy KnoblochStromtrasse durch die RegionHofer Kaufhof wird HotelHilfe für NachbarnGerch

Marktredwitz

Nachbarschafts-Gerangel wegen 30 Zentimetern

Eine geplante Holzlege mit über drei Metern Höhe sorgt für Ärger im neuen Baugebiet. Am Maiglöckchenweg kommen die Nachbarn zu keiner Einigung.



Marktredwitz - "Wir haben in den letzten Wochen zur Genüge um Zentimeter diskutiert. Wir werden nicht erneut damit anfangen." Klipp und klar stellte Oberbürgermeister Oliver Weigel in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses fest, dass das Gerangel um besagte Zentimeter nun ein Ende habe. Streitpunkt ist eine Holzlege mit Pultdach, die ein Ehepaar, das am Haager Weg wohnt, unterhalb des neuen Baugebiets am Maiglöckchenweg bauen möchte. Damit würde jedoch die Aussicht des neu angesiedelten Nachbarn getrübt. Dieser verweigert daher seine Zustimmung zu dem Vorhaben. Es sei denn, die Bauherrn würden von 3,15 auf 2,85 Meter reduzieren. Doch die bleiben hartnäckig.

Schon als sich abzeichnete, dass unterhalb des Friedhofs ein neues Wohngebiet entwickelt wird, hätten die Bauherrn Interesse bekundet, ein Restgrundstück neben der geplanten Zufahrtsstraße zum Maiglöckchenweg zu erwerben. Daran erinnerte Sachbearbeiter Harald Fleck von der Bauverwaltung in der Sitzung, zu der so viele Zuhörer gekommen waren, dass die Stühle nicht ausreichten.

Ehe der Bauantrag in der öffentlichen Sitzung landete, waren wohl etliche Vorgespräche im stillen Kämmerlein vorausgegangen, um den schwelenden Kleinkrieg der neuen Nachbarn zu beenden. "Wegen Kanalleitungen und eines Kanalschachtes musste sich auch das Kommunalunternehmen KUM einschalten", teilte Harald Fleck mit. Die Abstandsfläche zum nördlichen Grundstück werde wohl eingehalten, doch liege das Bauvorhaben außerhalb des Bebauungsplans, der für das ältere Wohnhaus gilt. Deshalb müsse es eine Befreiung vom Bebauungsplan geben. Dem jedoch verweigerte der neu hinzugezogene Nachbar seine Unterschrift.

"Der wäre ja zu einem Kompromiss bereit, aber nur, wenn die Holzlege, die am Hang liegt, 20 Zentimeter tiefer gesetzt wird und eine maximale Höhe von 2,85 Metern hat", so Harald Fleck über das Zugeständnis der Familie nebenan, "die ja mit einer unverbaubaren Aussicht gerechnet hatte".

Kurz vor Weihnachten habe sich das Bauamt abermals mit dem Thema auseinandersetzen müssen. "Der Bauherr betont, dass ihm die Höhe für die Holzbearbeitung nicht ausreicht, außerdem müssten 120 Ster dort gelagert werden." Der eine beharrt auf 3,15, der andere auf 2,85 Meter - kompromisslos.

"Machen 30 Zentimeter so viel aus?", erkundigte sich Markus Kopatsch von ProMak. Daraufhin verwies Oberbürgermeister Weigel auf die vielen Diskussionen in den letzten Wochen, mit denen jetzt Schluss sein müsse.

Das Stadtoberhaupt pochte auf das, "was das Baugesetzbuch sagt", demzufolge nachbarliche Interessen gewürdigt werden müssten. Weigel machte den Beschlussvorschlag, dass eine Erteilung der Baugenehmigung in Aussicht gestellt wird, wenn der Bauherr die Höhe von 2,85 Metern einhält.

SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Haussel gab dem Oberbürgermeister völlig recht, denn der Nachbar, der sein Haus am Maiglöckchenweg gebaut hat, habe sich auf die Richtwerte des Bebauungsplans verlassen. "Wenn wir dann im Nachhinein eine Befreiung des Nachbarn vom Bebauungsplan aussprechen, würden die Bedenken des Hausbesitzers nicht berücksichtigt." Um den Bauherrn, der die Holzlege in Holzbauweise bauen möchte, eine Befreiung vom Bebauungsplan zu erteilen, sei die einzige Möglichkeit der Kompromiss, auf 2,85 Meter zu reduzieren.

Der Bauausschuss lehnte das Vorhaben ab, stellte eine Genehmigung aber in Aussicht, wenn die Holzlege nur 2,85 Meter hoch wird. Der Antrag müsse erneut vorgelegt werden.

 

 

Autor
Peggy Biczysko

Peggy Biczysko

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 01. 2019
20:16 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Baugebiete Bauherren Bebauungspläne Bürgermeister und Oberbürgermeister Hauseigentümer Nachbarn Oliver Weigel Ärger
Marktredwitz
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Der vordere flache Bau des Firmentrakts in Fridau soll abgerissen und durch einen modernen Kubus ersetzt werden, in dem künftig Teile zur E-Mobilität produziert werden. Foto: Peggy Biczysko

12.09.2018

Scherdel investiert kräftig in Fridau

Das Produktionsgebäude wird erweitert. Im Neubau sollen Teile zur E-Mobilität produziert werden. Ein Stück des alten Trakts wird abgerissen. Es entstehen 20 neue Arbeitsplätze. » mehr

Oberbürgermeister Oliver Weigel (links) machte als Assistent von Zauberer Hannes Korhammer eine gute Figur.

21.01.2019

Wenn OB Weigel zum Assistenten wird

Die Galababend der Faschingsgilde Marktredwitz-Dörflas ist gespickt mit Höhepunkten. Das tänzerische Niveau der Garden und Tanzmariechen ist enorm hoch. » mehr

Oberbürgermeister Oliver Weigel (links) ehrte Detlef Weidinger mit der städtischen Verdienstnadel. Foto: Florian Miedl

10.01.2019

Engagiert an vorderster Front

Detlef Weidinger erhält die städtische Verdienstnadel. Seit 25 Jahren ist er der Vorsitzende des Briefmarkensammlervereins in Marktredwitz. » mehr

Zahlreiche Marktredwitzer und Gäste von auswärts kamen am Mittwochabend zum Neujahrsempfang der Stadt Marktredwitz. Oberbürgermeister Oliver Weigel schüttelte in der zum Teil schon renovierten Stadthalle viele Hände.	Fotos: Florian Miedl

09.01.2019

Ein Jahr wie eine Wundertüte

Oberbürgermeister Weigel erinnert beim Neujahrsempfang an viele positive Weichenstellungen. Auch 2019 geht der Aufschwung in Marktredwitz mit Großprojekten weiter. » mehr

Eine Stadt mit ehrgeizigen Zielen

04.01.2019

Eine Stadt mit ehrgeizigen Zielen

Zu Beginn des neuen Jahres berichten die Oberbürgermeister der Region, was sie sich für das Jahr 2019 vorgenommen haben: Oliver Weigel, Marktredwitz. » mehr

Mehr als die Hälfte der Terrasse und der Mauer, die den Auenpark bislang vom Benker-Areal abgeschirmt hat, sind bereits abgerissen. Foto: Peggy Biczysko

07.12.2018

Terrasse und Mauer größtenteils weg

Die Bagger nähern sich dem Auenpark. Mit der Neugestaltung des Benker-Areals verändert sich auch das Gesicht der bisherigen Veranstaltungsfläche. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand in Bindlacher Wohnhaus

Brand in Bindlacher Wohnhaus |
» 11 Bilder ansehen

2000er Party in Schwingen Schwingen

2000er Party in Schwingen | 26.01.2019 Schwingen
» 102 Bilder ansehen

U15-Hallen-Kreismeisterschaft Naila

Hallenfußball-Kreismeisterschaft der C-Junioren (U15) | 20.01.2019 Naila
» 46 Bilder ansehen

Autor
Peggy Biczysko

Peggy Biczysko

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 01. 2019
20:16 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".