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Marktredwitz

Praxisnahes Englischlernen

Einen besonderen Kurs gibt es jetzt am Otto-Hahn-Gymnasium. Dafür verkürzen die Schüler sogar ihre Sommerferien.



Schüler der elften Jahrgangsstufe diskutieren in der fremden Sprache. Foto: Peter Pirner
Schüler der elften Jahrgangsstufe diskutieren in der fremden Sprache. Foto: Peter Pirner  

Marktredwitz - Wer letzte Woche morgens im Marktredwitzer Schulzentrum unterwegs war, mochte sich wohl fragen, ob da einige Schüler versehentlich eine Woche zu früh wieder zur Schule gehen wollten. Denn noch waren ja Sommerferien, außer den Bauarbeitern an der Realschule waren nur wenige Schulleiter, Lehrer, Sekretärinnen und Hausmeister unterwegs, die das so langsam beginnende Schuljahr vorbereiteten. Und dennoch: Auch beim zweiten Hingucken waren da um die 60 Schüler auf dem Weg ins Otto-Hahn-Gymnasium.

Das alles hatte natürlich seine Richtigkeit: Es waren Schüler der künftigen Jahrgangsstufen sieben bis elf, die ihre Englischkenntnisse zusätzlich zum normalen Unterricht verbessern wollten. Am Otto-Hahn-Gymnasium fand zum ersten Mal der Kurs "English in Action" statt, mit dem bestimmte Fähigkeiten verbessert werden sollen. Im Unterricht lernen Schüler zwar die Grundlagen der englischen Sprache, sie haben aber oft keine Gelegenheit, sie außerhalb der Fachstunden anzuwenden und tiefer in die Sprache einzutauchen.

Genau das wird bei dem Kurs geübt: In einem anderen Lernumfeld wird mit besonders motivierten Schülern (schließlich opfern sie dafür eine Woche ihrer Ferien) spielerisch und realitätsnah Englisch gesprochen und geschrieben, vielleicht sogar gedacht. Die Gruppen sind mit 13 bis 17 Schülern deutlich kleiner als in einer normalen Klasse; dazu kommt eine Lehrkraft, die Englisch als Muttersprache spricht, und kein Deutsch versteht: Die Schüler sind also durch die Sachlage gezwungen, sich in allen Situationen in der Fremdsprache zu verständigen. Dazu kommt, dass sie keine Angst vor schlechten Noten haben müssen.

Die Gruppen wurden nach Jahrgangsstufen eingeteilt und mit unterschiedlichem Lehrmaterial unterrichtet, das vom englischen Anbieter selbst - angelehnt an den bayerischen Lehrplan - zusammengestellt wurde. Gerade die jüngeren Kinder waren von der unüblichen Art des Unterrichts begeistert. Sie berichteten, dass sie selbst Spiele erfinden durften und ein gemeinsames Projektheft erstellten, das sie zum Abschluss auch anderen Gruppen präsentierten.

Die Lehrer Silke Linder und Dr. Gregor Nagengast von der Englisch-Fachschaft hatten das Projekt an die Schule geholt und organisiert. Sie erwarten sich, dass die Sprechfähigkeit der Schüler in Englisch gestärkt, ihr sprachliches Grundwissen gefestigt und damit ihr Selbstvertrauen im Umgang mit der Sprache gesteigert und Hemmungen abgebaut werden. Der Kurs soll in dieser Hinsicht den gleichen Effekt erzielen wie ein mehrwöchiger Auslandsaufenthalt. Und das geschehe zu einem Preis, der, auch zur Freude der Eltern, weit unter dem eines Auslandsaufenthalts liege.

Schon im vergangenen Schuljahr hatte Lehrer Stefan Pitterling die Fremdsprachen mit einem "Language Evening" allgemein stärker in den Fokus gerückt. Schüler und Eltern dürfen gespannt sein, ob beide Veranstaltungen wiederholt werden. Schulleiter Stefan Niedermeier jedenfalls freut sich, dass so viele Schüler das Angebot angenommen haben. "Ich werde das mit der Fachschaft besprechen. Aus meiner Sicht können wir es im nächsten Jahr wieder anbieten." Er überlegt laut weiter: "Und dann werden wir auch die Eltern zur Abschlusspräsentation einladen, damit sie selbst sehen können, was ihre fleißigen Kinder in den Ferien gelernt haben."

Autor

Peter Pirner
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Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
21:30 Uhr

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Peter Pirner

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09. 09. 2018
21:30 Uhr



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