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Marktredwitz

Schwarzenreuth im Zeitraffer

Hans Enders hat seiner Heimatgemeinde ein Buch gewidmet. Es erzählt von Napoleon, Hagelschlag und Schulstreik.



Autor Hans Enders (rechts) übergab bei seiner Buchvorstellung das erste Exemplar von "Schwarzenreuth - Geschichte und Geschichten" an Bürgermeister Peter König. Foto: Dö
Autor Hans Enders (rechts) übergab bei seiner Buchvorstellung das erste Exemplar von "Schwarzenreuth - Geschichte und Geschichten" an Bürgermeister Peter König. Foto: Dö  

Neusorg - Ein Buch erinnert jetzt an die Geschichte der Gemeinde Neusorg. Ursprünglich war der Gemeindesitz in Schwarzenreuth, doch am 17. November 1949 wurde die frühere Gemeinde Schwarzenreuth nach dem größten Ort in Gemeinde, Neusorg, umbenannt. Mit einer Festsitzung in der Rektor-Haindl-Aula gedachten viele Gäste der Entstehungsstunde der Gemeinde Neusorg.

Hans Enders aus Schwarzenreuth stellte dabei sein Buch mit dem Titel "Schwarzenreuth - Geschichte und Geschichten" vor. Er war von Mitbürgern darauf hingewiesen worden, dass alte Erzählungen und Geschehnisse immer mehr in Vergessenheit geraten. Dies nahm Enders zum Anlass, ein 158-seitiges Ringbuch mit Texten und Bildern zu erstellen. Dazu habe er ältere Schwarzenreuther Bürger befragt und Informationen von Rainer Schmidt aus Neusorg und von Dr. Bernd Thieser aus Brand erhalten. Das Buch ermöglicht es, den Werdegang eines jeden Haushalts zu verfolgen. Der Autor beginnt mit dem geschichtlichen Hintergrund und der ersten urkundlichen Erwähnung Schwarzenreuths im Jahr 1061, als die Gegend zur Rodung freigegeben wurde.

Um das Jahr 1200 war "Swartzreuth" im Traditionskodex des Klosters Reichenbach erwähnt. 1355 erhielten die Brüder Hans und Arnold von Hirschberg den Gutskomplex. 1605 wurde das Schloss erbaut. Zweihundert Jahre später werden in einem Verzeichnis alle Handwerker in Schwarzenreuth genannt. Das Buch beschreibt auch die weitere Entwicklung der Besitzverhältnisse des Schlosses von Schwarzenreuth. Es streift ebenso im Ort einquartierte Soldaten, das Armenhaus und die Kalvarienbergkirche.

In einem weiteren Kapitel sind Gerichtsverhandlungen von Bürgern und der Krieg von Napoleon Bonaparte mit der Einquartierung von Dragonern beschrieben. Auch sächsische Söldner beherbergte der Ort. Erinnert wird ferner an einen fürchterlichen Hagelschlag 1881, der Fenster und Dächer zerschlug.

Hans Enders schreibt ebenso von Wolf Adam von Hirschberg, genannt Zwergl. Diesem wurden mystische Fähigkeiten zugesprochen. Weiterer Inhalt behandelt zu Schwarzenreuth gehörende Denkmäler, Kreuze und Marterl. Breiten Raum nimmt auch die Geschichte der 1889 gegründeten Feuerwehr Schwarzenreuth ein. Hier erwähnte er die Gründung der Damenlöschgruppe als die erste im westlichen Landkreis Tirschenreuth.

Auch von einem Schulstreik blieb Schwarzenreuth nicht verschont, erklärte Enders. Die Eltern wollten ihre Kinder nicht mehr in die Schule nach Neusorg schicken. Sie meldeten diese kurzerhand bei Verwandten in Ebnath an. Ferner beschreibt das Buch den Versuch, nach Ebnath eingemeindet zu werden. Die Regierung der Oberpfalz habe dies jedoch abgelehnt. Für die Kommunalwahlen 1972 hätten die Schwarzenreuther und Schurbacher sogar eigens eine Wählergemeinschaft ins Leben gerufen, weil man sich von Neusorg benachteiligt fühlte.

In dem Buch erwähnt Hans Enders anhand zahlreicher Begebenheiten die Entwicklung von Neusorg und der Pfarrei Ebnath. Für seinen Vortrag erhielt der Buchautor großen Applaus. Enders überreichte das erste Exemplar an Bürgermeister Peter König. Anschließend konnten auch die Gäste das Buch erwerben.

Autor

Monika Dötterl
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Veröffentlicht am:
27. 11. 2019
17:46 Uhr

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Autor

Monika Dötterl

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 11. 2019
17:46 Uhr



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