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Marktredwitz

Schweben statt Schweinehälften

Die Arbeiten am alten Schlachthaus in Brand gehen zügig voran. Es soll zu einem Symbol für das Wiederaufleben der Dorfgemeinschaft werden.



Noch braucht es Stützen an der Nordseite. Sie werden zusammen mit den Betonzylindern im Boden bald entfernt.	Foto: No.
Noch braucht es Stützen an der Nordseite. Sie werden zusammen mit den Betonzylindern im Boden bald entfernt. Foto: No.  

Brand in der Oberpfalz - Das Bäumchen, das durch das Dach des künftig "schwebenden Schlachthauses" wächst, besitzt reiche Symbolik: Es wächst und gedeiht ebenso wie das gesamte Projekt. Im Zuge der weiteren Umsetzung wird es jedoch bald verschwinden, spätestens dann, wenn die Sanierung des Daches ansteht. Es geht vorwärts! Das liegt auch an den beteiligten Firmen und deren Mitarbeitern. Anna Firak, Mitarbeiterin des Architekturbüros Haimerl, fasst das in einem dicken Lob zusammen: "Die Arbeiter sind wirklich klasse! Die geben wirklich alles! Die machen sowas ja alle zum ersten Mal!"

Wer den Bau verfolgt hat, kann der Archtitektin nur zustimmen. Längst ist im neueren, hinteren Teil die Decke einbetoniert. 40 Zentimeter dick musste sie werden. Die Stützen an der Nordseite sind noch nicht entfernt. Sie werden irgendwann verschwinden und mit ihnen die gewaltigen, im Boden steckenden Betonzylinder, auf denen die Stützen stehen. Die Bohrpfähle im vorderen Teil sind längst gesetzt, und auch hier ist die Decke fertig. An der Ostseite stehen die Ziegel für den Sanitärtrakt bereit, der hier in der Mauernische entstehen wird. Ein Blick ins Innere des alten Schlachthauses gibt einen Einblick in die Historie des Bauwerks frei: Haken, an denen einmal die Schweinehälften hingen, weiß geflieste Wände und ein Umlenkrad an der Decke, das einmal genutzt wurde, um die Metzger per Seilwinde beim Heben zu entlasten. Und dann hängt da, noch etwas schief und vergessen, ein Lämpchen mit einem alten Blechschirm von der Decke. Man darf davon ausgehen, dass es nicht verschwindet und zu einem der kleinen Schmuckstücke werden wird, die an die Geschichte des Gebäudes erinnern.

Viele Firmen aus Brand und Umgebung werkeln eifrig am künftigen "schwebenden Schlachthaus", das einmal zum Symbol werden soll für ein neues Brand, für die Wiederbelebung der Dorfgemeinschaft. Von hier ausgehend soll die Erneuerung passieren, wie es in der Bewerbung um die Ausrichtung der Sommerlounge 2020 beschrieben ist.

Bald wird es dann auch sehr spannend werden, wenn der Boden unter dem Haus abgegraben wird, rundherum eine Grube geöffnet wird und die Sicht freigibt auf das, was dem Haus seinen Namen gegeben hat. Schweben wird das Haus zwar nicht, der optische Eindruck könnte schon entstehen. Auf Pfählen wird es stehen, etwas 30 an der Zahl; einige davon schräg eingebohrt, um die seitliche Stabilität zu garantieren. "Die Brander sind doch keine Langweiler" hat Architekt Peter Haimerl einmal in einer Sitzung die Stimmung in Brand beschrieben. Spätestens dann, wenn eine Metalltreppe an der Westseite vom künftigen Café ins Freie führt und alles sicher genug ist, um das Haus zu betreten, wird man die technische Leistung erkennen, die Firmen aus der Region geschafft haben, und sicher auch Besucher aus dem engeren und weiteren Umkreis nach Brand locken. Architekt Haimerl hatte Recht: Das Wort "Langweiler" ist dann fehl am Platz.

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Bertram Nold
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Veröffentlicht am:
16. 08. 2019
17:06 Uhr

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Bertram Nold

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Veröffentlicht am:
16. 08. 2019
17:06 Uhr



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