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Marktredwitz

Studie offenbart große Mängel

Manche Sportstätten in der Stadt sind marode. Außerdem fehlen Plätze und Hallen in Marktredwitz. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung.



Noch immer gibt es keinen Ersatz für das ehemalige Waldstadion, in dem ein Investor eine Rehaklinik bauen will. Das ist eines von vielen Problemen mit Sportstätten in Marktredwitz . Foto: Herbert Scharf
Noch immer gibt es keinen Ersatz für das ehemalige Waldstadion, in dem ein Investor eine Rehaklinik bauen will. Das ist eines von vielen Problemen mit Sportstätten in Marktredwitz . Foto: Herbert Scharf   » zu den Bildern

Marktredwitz - Bewegungsmangel, die Menschen - vor allem Kinder - werden immer dicker, am Schulsport krankt es. Das sind nur einige Schlagzeilen, die den Finger auf die Wunde legen und zu mehr Bewegung sportlicher Art mahnen. Voraussetzung dafür sind jedoch zunächst einmal intakte Sporthallen und Sportstätten für den Schulsport, aber auch Möglichkeiten für Erwachsene.

Wie sieht es damit in Marktredwitz aus? Mit dieser Frage hat sich im vergangenen Jahr im Auftrag der Stadt das Ingenieurbüro Richter Sportstättenkonzepte aus Hermsdorf befasst. Jetzt legte Uwe Richter von dem Büro eine Fleißarbeit vor, die sich auf immerhin 134 dicht beschriebenen Seiten mit der Situation der Sportstätten in Marktredwitz befasst. Um es gleich vorwegzunehmen: Das Ergebnis ist ernüchternd bis traurig.

Bei einem vorangegangenen Pressegespräch lobte Oberbürgermeister Oliver Weigel die detaillierte Studie. Bei der Erhebung der Daten haben auch der Vorsitzende des Stadtsportverbands, Josef Groh, sowie Stefan Reichel und Stefan Kirsch von der Stadtverwaltung mitgewirkt. "Wir wissen, dass da Vieles im Argen liegt", schickte Weigel voraus. Schließlich fehle das Waldstadion. Und in den kommenden Jahren werde die Situation angesichts der Hallensanierungen auch nicht leichter. Den Ergebnissen der Studie zufolge ist auch der Wegfall des Waldsstadions ein Problem. Wie berichtet, ist das Gelände an einen Investor verkauft, der dort eine Rehaklinik bauen will.

Neue Wohngebiete verlangten auch neue Sportstätten, der Bedarf steige, erklärte Weigel. Bewusst sei man sich darüber, dass viele Sportstätten in einem schlechten baulichen Zustand sind. Dazu gebe es neue Freizeittrends und Wünsche der Sportvereine in der Stadt.

Uwe Richter erläuterte anschließend sein umfangreiches Zahlenwerk. Die Studie vergibt Noten wie in der Schule - allerdings nur von eins bis vier, wobei vier nicht mehr für ausreichend, sondern für absolut ungenügend steht. Schon die Zwei, erklärte Richter, stehe für geringe Mängel, die Drei für schwerwiegende Mängel und die Vier bedeute "Sportanlage unbrauchbar": Diese Vier steht nicht selten in der Studie. Anschließend ging Richter die Marktredwitzer Sportstätten im Einzelnen durch. Am besten kam naturgemäß die neueste Sportanlage bei der Grundschule weg. Sie bekam als einzige eine Eins. Mit einer Drei wurden die Sportanlagen auf der Klatze bewertet.

Wobei die Studie hier noch gute Entwicklungsmöglichkeiten, zum Beispiel für Leichtathletik, sieht. Generell biete sich da neben den bestehenden Sportplätzen, Tennisplätzen, der Bogenschießanlage, dem Naturfreibad und dem Auenpark ein echtes Sportzentrum an, meinte Richter.

Berücksichtigt wurde bei der Studie auch die Auslastung. Mit einer Drei (bedingt geeignet) bewertete das Büro die Sportplätze in Leutendorf, in Lorenzreuth sowie die der SG Marktredwitz an den Drei Bögen. Der Sportplatz in Brand (TSV) bekam eine glatte Vier (ungeeignet). Nicht besser weg kam der Jahn-Sportplatz mit dem Kunststoffbelag-Teil. Der Jahn-Sportplatz mit dem Naturrasen-Stück wurde wie auch der bei der Grundschule Brand und der auf der Klatze mit einer Drei bis Vier bewertet.

Eine Zwei erhielten der Skatepark, aber auch das Naturfreibad an den Drei Bögen. Keine gute Note bekamen die Dörflaser Turnhalle sowie der Trainingsplatz des TSV Brand. Einzeln ausgewertet wurde auch die Auslastung, die ein sehr differenziertes Bild zeigte.

Der Gutachter zog schließlich das Fazit, dass die Hallenkapazitäten nicht ausreichend seien für einen Sportunterricht von 240 Schülern zur gleichen Zeit. Das verbessere sich zwar mit einer neuen Halle, doch das Kapazitätsproblem bleibe. Die Erhaltung der Jahnhalle drei beim Hallenbad würde hier Entspannung bringen. Allerdings entfalle durch den Neubau einer Halle am Jahnsportplatz Außenfläche für den Schulsport. Und das bei steigenden Schülerzahlen und zunehmender Ganztagsbetreuung.

Richter empfiehlt deshalb, die Sanierung der übrigen Hallen erst nach dem Neubau der Dreifachhalle im Jahr 2021 in Angriff zu nehmen. Hier müsse bis 2025/26 geplant werden.

Schließlich, und das betonte der Verfasser der Studie auch anschließend in der Sitzung des Ferienausschusses des Stadtrats, müsse bei den künftigen Planungen die positive Entwicklung in Marktredwitz berücksichtigt werden. Diese müsse auch in die nächsten Haushalte eingearbeitet werden. Auf der Klatze biete sich zwar ein gutes Potenzial, insgesamt bestehe jedoch ein "dringender Handlungsbedarf".

Von einem "riesengroßen Sanierungsstau" bei den Sportstätten sprach Richter in der Sitzung des Ferienausschusses. Die Nachfrage nach Sportstätten werde steigen - sowohl bei den Schulen als auch bei Vereinen und privaten Nutzern.

Weigel bedankte sich bei allen, die bei der Studie mitgewirkt haben. Die Studie diene nun als Basis für die künftigen Planungen. Zahlen für den Investitionsstau könne er jedoch nicht nennen, antwortete Richter auf Anfragen aus dem Stadtrat.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
22. 08. 2018
16:12 Uhr

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Herbert Scharf

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22. 08. 2018
16:12 Uhr



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