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Marktredwitz

Trampen für einen guten Zweck

Kim Stellmann und Katrin Zembsch reisen in 36 Stunden so weit es geht. Dafür dürfen sie keinen Cent ausgeben. Das Charity-Event "BreakOut" startet am Freitag.



Kim Stellmann aus Marktredwitz (rechts) und ihre Freundin Katrin Zembsch nehmen heuer zum zweiten Mal am Charity-Event BreakOut teil und wollen - wie hier letztes Jahr - in 36 Stunden ohne Geld so weit wie möglich reisen, um Spenden für sehbehinderte Menschen in armen Ländern zu sammeln. Foto: pr.
Kim Stellmann aus Marktredwitz (rechts) und ihre Freundin Katrin Zembsch nehmen heuer zum zweiten Mal am Charity-Event BreakOut teil und wollen - wie hier letztes Jahr - in 36 Stunden ohne Geld so weit wie möglich reisen, um Spenden für sehbehinderte Menschen in armen Ländern zu sammeln. Foto: pr.  

Marktredwitz - "Dürfen wir vorstellen? Incredible Banana, sehr angenehm." Die "unglaubliche Banane", wie sich Kim Stellmann aus Marktredwitz und ihre Freundin Katrin Zembsch in ihrem Live-Blog im Internet präsentieren, sind nicht nur zwei reisebegeisterte junge Frauen. "Wir haben auch einen Traum. Nämlich, die Welt ein bisschen zu retten." Deshalb schließen sich die Studien-Freundinnen, die derzeit in Erlangen leben, zum zweiten Mal dem Charity-Event "BreakOut" an. Dabei versuchen Teams von je zwei Personen, innerhalb von 36 Stunden so weit wie möglich vom Ausgangspunkt wegzureisen, ohne Geld dafür auszugeben. "Deshalb suchen wir dringend Sponsoren, die uns unterstützen, damit wir beispielsweise pro Kilometer oder für die Erfüllung gestellter Aufgaben (Challenges) einen gewissen Betrag für ,OneDollarGlasses' spenden können."

Die Ein-Dollar-Brille

Mehr als 150 Millionen Menschen auf der Welt bräuchten eine Brille, können sich aber keine leisten. Kinder können nicht lernen, Erwachsene können nicht arbeiten und für ihre Familien sorgen, weil sie ohne Brille nichts sehen können.

Die Organisation "OneDollarGlasses" - zu Deutsch: Ein-Dollar-Brille - sorgt dafür, dass Menschen in armen Ländern mit Sehhilfen versorgt werden. So besteht die Ein-Dollar-Brille aus einem leichten und flexiblen Federstahlrahmen. Farbige Perlen verleihen ihr zudem ein schönes, individuelles Design. Die Materialkosten hierfür betragen einen US-Dollar pro Brille.

Die Organisation bildet Menschen vor Ort in der Herstellung und im Vertrieb der Brillen aus, um somit außerdem Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, damit die Menschen von dieser Arbeit leben können.

Die Biegemaschine, die für die Herstellung der Ein-Dollar-Brillen notwendig ist, passt in eine kleine Holzbox.

Ein Team von sechs Personen kann auf einer Maschine bis zu 50 000 Brillen im Jahr herstellen. Die Maschine funktioniert ohne elektrischen Strom.

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Näheres von der Aktion gibt es auf Kims Seite zum Charity-Event unter break-out.org

 

Kim Stellmann ist schon immer auf der Suche nach dem besonderen Kick, reist gerne in fremde Länder, geht auf Spurensuche in der Ferne. Tansania, Sri Lanka, Südafrika und Namibia, Vietnam und Osteuropa - die Marktredwitzerin hat schon einiges erlebt. Und wenn mit ihrer Reiselust noch armen Menschen geholfen werden kann, denen es weit weniger gut geht als ihr und ihrer Freundin, dann ist ihr das doppelt recht. "Eine coole Aufgabe lösen und das mit einem sozialen Zweck verbinden, ist echt genial", meint die 25-Jährige, die aus Marktredwitz stammt und vor Kurzem in Erlangen ihren Master in Psychologie gemacht hat, im Gespräch mit der Frankenpost. "Man kann ruhig ein bisschen Banane im Kopf sein", meint sie schmunzelnd, "aber man kann immer auch unglaublich sein", findet sie. "Daher der Name für unser Team", erzählt sie lachend.

 

Das Charity-Event beginnt am kommenden Freitag um 9 Uhr. "Startpunkte sind in München, Berlin und Barcelona", erklärt die junge Frau, die gerade eine Ausbildung zur Psychotherapeutin macht und nebenher in einer Pizzeria in Erlangen kellnert. "Im vergangenen Jahr hat mich meine Freundin Katrin, deren Mutter auch aus Marktredwitz stammt, dazu animiert, bei ,BreakOut' mitzumachen." Da legten die beiden, wie auch in dieser Woche, in München los. "Wir sind bis kurz vor Neapel gekommen, obwohl wir eigentlich Portugal angepeilt hatten. Damit haben wir gut 1000 Euro an Spenden gesammelt. Insgesamt kamen durch alle Teams um die 90 000 Euro zusammen. Und die gingen zu 100 Prozent an eine gemeinnützige Organisation. In diesem Jahr sind es die ,OneDollarGlasses' ", freut sich Kim Stellmann.

Dass sie im letzten Jahr nicht in Portugal gelandet sind, "hat damit angefangen, dass das erste Auto schon in eine andere Richtung gefahren ist. Dann haben wir uns halt gedacht, schauen wir mal, wo wir rauskommen." Um den Rücktransport müssten sich die Challenge-Teilnehmer allerdings selbst kümmern. "Manche hängen noch ein paar Tage Urlaub an, andere treffen Freunde oder fahren mit dem Zug zurück."

Kim und Katrin, das "Incredible Banana"-Team, streben am Freitagmorgen gen Norden. "Auf unserer Internet-Seite kann man alles haargenau verfolgen", versichert die 25-Jährige (Adresse siehe Info-Kasten). Die Startgebühr für alle Teilnehmer an dem Charity-Event beträgt 60 Euro, "20 Euro kriegen wir zurück, wenn wir über 100 Euro Spenden gesammelt haben". Aber darin sieht die Marktredwitzerin kein Problem. Erkennbar sind die reiselustigen Mädels an ihren einheitlichen T-Shirts und Papieren, die sie als Teilnehmer des Events ausweisen.

"Spenden selbst sammeln dürfen wir nicht", betont Kim Stellmann. Sie gingen also nicht auf Betteltour, aber man könne ihnen beispielsweise ein Bahnticket schenken. "Wie gesagt, wir dürfen keinen Cent fürs Vorankommen ausgeben. Das ist die Bedingung." Die beiden werden bereits unterstützt vom Leo-Club Erlangen, "das sind die jungen Mitglieder des Lions-Clubs", so die 25-Jährige. "Für jedes Foto, das wir während der Tour mit einem Löwen posten, bekommen wir 100 Euro." Wer andere Ideen habe und diese mit Spenden belohne, sei herzlich willkommen. "Wir sind für jede Hilfe dankbar. Und die Sehbehinderten erst recht."

Autor
Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
05. 06. 2018
17:06 Uhr

Aktualisiert am:
05. 06. 2018
18:44 Uhr

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Peggy Biczysko

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