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Marktredwitz

Treue Mitarbeiter erhalten Auszeichnungen

Seit 40 Jahren tragen Jürgen Pirner und Udo Ellert zum Erfolg von Hirsch in Haag bei. Firmenchef Reinhard Himmer dankt den Jubilaren bei einer Feier.



Gemeinsam mit Firmenchef Reinhard Himmer und Frau, Juniorchefin Alexandra Himmer-Heinrich und der 93-jährigen Seniorchefin freuten sich die Jubilare über ihre Auszeichnungen. Foto: Herbert Scharf
Gemeinsam mit Firmenchef Reinhard Himmer und Frau, Juniorchefin Alexandra Himmer-Heinrich und der 93-jährigen Seniorchefin freuten sich die Jubilare über ihre Auszeichnungen. Foto: Herbert Scharf  

Haag – Vor 64 Jahren als Zwei-Mann-Betrieb in Haag gegründet, ist die Firma Hirsch in Haag, Spezialhersteller von Federn, längst zu einem erfolgreichen mittelständischen Betrieb mit heute 116 Mitarbeitern herangewachsen. Sie ist heute ein Betrieb, der längst nicht mehr nur auf die Automobilindustrie zählt, sondern sich auch Ansehen und Kunden in vielen anderen Bereichen außerhalb Deutschlands erworben hat.

Vier Generationen

Die Firma Hirsch ist ein echter Familienbetrieb. Das unterstrich die Tatsache, dass bei der Jubilarfeier vier Generationen dabei waren. Von der 93 Jahre alten Seniorchefin über Firmenchef Reinhard Himmer, seiner Frau, der Tochter Alexandra Himmer-Heinrich bis zu ihrem kleinen Sohn.


Das hat die Firma vor allem ihren treuen Mitarbeitern zu verdanken. Bei einer Jubilarfeier in Haag ging Firmenchef Reinhard Himmer im Einzelnen auf die Situation zu der Zeit ein, als die Jubilare in die Firma eintraten. Jürgen Pirner habe 1978 als Helfer im Betrieb begonnen und die damaligen Bereichsleiter beim Ösen von Zugfedern, Schleifen von Druckfedern und dem Biegen von Schenkelfedern unterstützt.

Pirner beherrsche die Kunst der manuellen Federfertigung im Bereich "Sonderfedern". Da müssten oft Skizzen, kaputte Federn, verrostet oder gebrochen, in Handfertigung Prototypen gefertigt werden. Und das in kürzester Zeit, manchmal in weniger als 24 Stunden, um längere Ausfälle zu vermeiden.

Udo Ellert, der ebenfalls 40 Jahre in der Firma arbeitet, hat als Federnmacher begonnen und lernte das Handwerk von der Pike auf. Über die Druckfedernfertigung kam er zur Werkselbstprüfung, wo die Qualitätskontrolle zu seinen Aufgaben zählte. Er gehörte zu den ersten Mitarbeitern, die an elektronisch gesteuerten Maschinen arbeiteten.

Ellert habe sich laufend weitergebildet, lobte Himmer den treuen Mitarbeiter. Er legte den Industriemeister ab, machte den technischen Betriebswirt und besuchte zahlreiche Fortbildungsseminare. Über den Bereichsleiter Druckfern mit der Materialverwaltung und der QM-Leitung schaffte er es bis zum Betriebsleiter.

In dieser Funktion gehörten die ständige Verbesserung der betrieblichen Abläufe, die technische Hilfestellung bei Kunden zur Federnauslegung, Verkaufsgespräche, der Einkauf, EDV und der Datenschutz zu seinen Aufgaben.

1988 trat Marion Sommer in die Firma ein. Dass sie jetzt erst für 25-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt wird, liegt an einer Unterbrechung zur Kinderbetreuung. Seit Beginn ist sie Produktionshelferin im Bereich Stanz- und Stanzbiegeteile. Über all die Jahre war sie eine verlässliche Mitarbeiterin, die an vielen Stationen eingesetzt werden konnte, bescheinigte ihr der Chef.

Klaus Daubenmerkl begann im Jahr 2008 als ausgebildeter Werkzeugmechaniker im Fachbereich Fräsen. Maßgeblich war er an dem Schritt vom 2D- zum 3D-Fräsen beteiligt, der die Möglichkeit bot, Formen, die früher aus dem Haus gegeben werden mussten, hier selber zu fräsen. Dabei engagiere sich
Daubenmerkl für die Ausbildung des Nachwuchses. Im Jahr 2008 haben Felix Heindl und Michael Künstner in Haag ihre Ausbildung zum Werkzeugmechaniker begonnen. Sie wurden für zehnjährige Mitarbeit in der Firma geehrt.

Reinhard Himmer unterstrich, dass die Firma wegen ihrer hohen Flexibilität in der Vergangenheit auch so manche Wirtschaftskrise überstanden habe. Trotz der Bankenkrise habe man in den Jahren 2008 und 2009 das größte Bauprojekt in der Firmengeschichte durchgezogen. Es mussten weder Mitarbeiter entlassen noch kurzgearbeitet werden.

Himmer wandte sich an die Jubilare und bedankte sich mit Urkunden und Geschenken bei ihnen. "Wegen solcher Mitarbeiter ist mir vor der Zukunft nicht bange", sagte er. Auch wenn die Kunden die Firma immer wieder vor neue Herausforderungen stellten.

Bei der Veranstaltung ging Himmer auch auf die Firmengeschichte ein. 1954 mit zwei Mann als G.Hirsch + Co auf 20 Quadratmetern Produktionsfläche gegründet, musste der Betrieb sechs Jahre später bereits erweitert werden. 16 Mitarbeiter arbeiteten auf 200 Quadratmetern an den Maschinen und fertigten Spezialfedern. Im Jahr 1970 folgte der Kauf eines ehemaligen Getreidespeichers, der zur Lagerhalle umgebaut wurde. Inzwischen arbeiteten 22 Beschäftigte auf 900 Quadratmetern.

Heute ist die Firma Hirsch ein stattlicher mittelständischer Betrieb mit knapp 120 Mitarbeitern, der sich auch vorbildlich für die Ausbildung engagiert und vor allem für Wachstum: "Den Ursprung, die handwerkliche Kunst der Federnmanufaktur hat die Firma Hirsch niemals vergessen und in einem eigenen Betrieb fortgeführt," betont der Firmenchef.

Rund 60 Prozent der Spezialfedern, die in Haag gefertigt werden, gehen heute nicht mehr an einen Automobilhersteller oder Zulieferer. Die Firma ist auch für Spezialaufträge gefragt, wenn leistungsfähige und haltbare Produkte gebraucht werden.

Auch in Sachen Ausbildung engagiert sich Hirsch. Mit 13 Auszubildenden betrage die Ausbildungsquote 11 Prozent. Alleine in diesem Jahr habe Hirsch laut Himmer rund zwei Millionen Euro in Fertigungsanlagen und Verbesserungen investiert. Als Beispiel für innovative Arbeit nannte der Chef der Haager Firma das europäische Patent für die "HiSo-Öse". Eine Sonderöse, die bereits im Bereich von Babywippen, Gebäudesicherheit oder Sensorentechnik bei Bereichen eingesetzt wird, die eine sehr lange Lebensdauer verlangen.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
21. 10. 2018
17:28 Uhr

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21. 10. 2018
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