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Wehr übt erneut heftige Kritik an Stadt

Kommandant Richard Wegmann hält die Situation am Gerätehaus für untragbar. Die Aktiven sind im vergangenen Jahr bei 60 Einsätzen gefordert gewesen.



Langjährige passive und aktive Mitglieder sind bei der Hauptversammlung der Poppenreuther Feuerwehr geehrt worden. Das Bild zeigt (von links): Ludwig Schels, zweiten Kommandant Thomas Schimmel, zweiten Bürgermeister Karl Busch, Kreisbrandmeister Günther Fachtan, Josef Schultes, Vorsitzenden Markus Schultes und ersten Kommandant Richard Wegmann. Foto: Konrad Rosner
Langjährige passive und aktive Mitglieder sind bei der Hauptversammlung der Poppenreuther Feuerwehr geehrt worden. Das Bild zeigt (von links): Ludwig Schels, zweiten Kommandant Thomas Schimmel, zweiten Bürgermeister Karl Busch, Kreisbrandmeister Günther Fachtan, Josef Schultes, Vorsitzenden Markus Schultes und ersten Kommandant Richard Wegmann. Foto: Konrad Rosner  

Poppenreuth - Auf 434 Einsatzstunden sind die Aktiven der Poppenreuther Feuerwehr im vergangenen Jahr gekommen. Sie waren bei insgesamt 60 Einsätzen gefordert. Dies waren zwölf Einsätze mehr als 2017. Wie Kommandant Richard Wegmann bei der Hauptversammlung sagte, entfiel der Löwenanteil auf 35 technische Hilfeleistungen, darunter neun Verkehrsunfälle, und 20 Einsätze für den Brandschutz. "Für solch eine kleine Wehr mit gerade mal 23 Aktiven ist das eine mehr als bemerkenswerte Leistung."

Feuerwehr-Vorsitzender Markus Schultes freute sich, dass auch zweiter Bürgermeister Karl Busch, Kreisbrandmeister Günther Fachtan und der Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Waldershof, Stefan Müller, gekommen waren. Groß war die Freude als auf einmal die "feuerwehreigenen" Sternsinger erschienen und das Heim segneten. Apropos Heim, die Decke im Unterrichtsraum wurde im vergangenen Jahr abmontiert, mit Leinöl angestrichen und wieder neu montiert. Schultes dankte hier ganz besonders Stephan Ernstberger und Manuel Fachtan, die federführend tätig waren.

In seinem Rechenschaftsbericht verwies Schultes auf viele Vereinsaktivitäten. Dank zollte Schultes den Frauen, die sich bei den eigenen Veranstaltungen sehr stark eingebracht hätten. Den aktuellen Mitgliederstand bezifferte er auf derzeit 87.

Kommandant Richard Wegmann sprach einem arbeitsreichen Jahr der aktiven Wehr. Kritik übte er an der Stadt, die schon seit Jahren von den Platzproblemen im Feuerwehrhaus wisse, aber nichts unternehme. Er würde gerne mal den Stadtrat bei einem Einsatz einladen, damit er vor Ort sehen könne, wie beengt es zugehe. Ein weiteres Problem sei die fehlende Absauganlage. Das Feuerwehrauto sei mittlerweile 19 Jahre alt, sodass man mittelfristig wohl Ersatz anschaffen müsse. Neben den 60 Ernstfalleinsätzen kamen noch zwölf Unterrichte und Übungen, acht Übungen für die Atemschutzträger sowie zwei Großübungen hinzu. Zwei Leistungsabzeichen, gemeinsam mit der Feuerwehr Waldershof, und diverse Lehrgänge für einige Aktive standen ebenso auf dem Programm.

Stellvertretender Kommandant und Jugendwart Thomas Schimmel berichtete von 24 Übungen und Unterrichten der Jugendgruppe. Zudem beteiligte sich der Nachwuchs an gemeinsamen Übungen mit der aktiven Wehr. Derzeit befinden sich vier Feuerwehranwärter in der Ausbildung. Dieses Jahr liege der Schwerpunkt auf der Gewinnung von Nachwuchs. Auch Mädchen seien bei der Feuerwehr willkommen.

Einen Einblick in die Finanzen gewährte Kassierer Heinz Seidel, der die wesentlichen Einnahmen und Ausgaben auflistete.

Für 60 Jahre Mitgliedschaft zur Poppenreuther Wehr wurde Josef Schultes das Ehrendiplom verliehen, für 50 Jahre Treue zum Verein wurde Robert Lang, für 40 Mitgliedsjahre wurde Wolfgang Kunz ausgezeichnet. Für 40 Jahre aktiven Dienst wurden Richard Wegmann, Manfred Spörrer und Ludwig Schels geehrt. Geschenke gab es zudem für Richard Wegmann und Thomas Schimmel, die seit 20 Jahren erster und zweiter Kommandant der Poppenreuther Wehr sind.

Zweiter Bürgermeister Karl Busch zeigte sich beeindruckt von der Leistungsbilanz. "Damit habt ihr den Schutz der Bevölkerung garantiert." Lob zollte er auch für die Ausbildungsbereitschaft, "denn nur mit fundiertem Wissen und der nötigen Erfahrung kann man die Aufgaben sachgemäß durchführen".

Kreisbrandmeister Günther Fachtan fand ebenso nur lobende Worte und stellte vor allem die gemeinsame Nachwuchsarbeit der Poppenreuther und der Waldershofer Wehr heraus. Fachtan nahm zu den Platzverhältnissen und zum benachbarten Kindergarten Stellung. "Das ist nicht länger tragbar. Muss denn erst etwas passieren, bis reagiert wird. Ich habe den Eindruck, es interessiert keinen." Der Waldershofer Kommandant Stefan Müller verwies darauf, dass er nicht den Eindruck habe, dass die Stadt hinter den Wehren stehe. "Die Dankesworte, die immer wieder kommen, sind für mich nicht überzeugend." Die Feuerwehr sei eine Pflichtaufgabe der Stadt, man dürfe deshalb erwarten, dass die Stadt alles tue, um den Wehren optimale Verhältnisse zu bieten, "da muss dann halt auch mal Geld locker gemacht werden". Müller weiter, "wir machen alles, wirklich alles in unserer Freizeit!"

Abschließend regte Vorsitzender Markus Schultes an, für Poppenreuth einen Defibrillator anzuschaffen, "denn solch ein Gerät sollte in jedem Ort sein". Er werde deshalb einen Spendenaufruf an alle Haushalte verteilen und Firmen um Spenden ansprechen. Auch die Feuerwehr werde sich mit einer Summe an der Anschaffung, die wohl rund 3000 Euro kosten werde, beteiligen. Dies sei eine sinnvolle Investition für die Erste Hilfe, so Schultes.

Muss denn erst etwas

passieren. Ich habe den

Eindruck, das interessiert

keinen.


zitat

Kreisbrandmeister Günther Fachtan


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Konrad Rosner
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Veröffentlicht am:
08. 01. 2019
17:38 Uhr

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Konrad Rosner

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08. 01. 2019
17:38 Uhr



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