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Marktredwitz

Wohnen im Zentrum wird immer beliebter

Die Stadt legt jetzt ein Baulücken-Kataster an und begegnet dem Flächenfraß. In den nächsten Wochen erfasst die DSK versteckte Potenziale, um sie dann digital zu bündeln.



Alexander Eberl, Gebietsleiter der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) aus dem Büro Nürnberg, Bauamtsleiter Stefan Büttner und Patrick Höfer von der Stadtplanung Geo-Informationssystem GIS (von links) präsentieren das Baulücken-Kataster, das für Marktredwitz und die Ortsteile angelegt wird. Foto: Peggy Biczysko
Alexander Eberl, Gebietsleiter der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) aus dem Büro Nürnberg, Bauamtsleiter Stefan Büttner und Patrick Höfer von der Stadtplanung Geo-Informationssystem GIS (von links) präsentieren das Baulücken-Kataster, das für Marktredwitz und die Ortsteile angelegt wird. Foto: Peggy Biczysko  

Marktredwitz - Wohnen in der Stadt kommt immer mehr in Mode. Kurze Wege zu Kindergarten und Schule, zum Einkaufen oder zum Ausgehen. Das sind neben dem Verzicht auf ein Zweitauto die häufigsten Beweggründe, warum die Menschen zentrumsnahes Wohnen schätzen. Diese Trendwende hat die Stadt Marktredwitz voll im Visier und reagiert jetzt neben der Fortschreibung des Konzepts "Innen statt außen" auch mit einem Baulücken-Kataster auf die Wünsche der Bevölkerung.

Die DSK

Die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) mit Hauptsitz in Wiesbaden und 20 Niederlassungen - unter anderem in Nürnberg - sowie 14 Projektbüros erfasst die Potenziale der Innenentwicklung. Sie nimmt Baulücken, strukturelle Leerstände, Brach- und Konversionsflächen (Nutzungsänderung) auf.

Nach Einschätzung der Bebaubarkeit werden die Grundstücke in Abstimmung mit der jeweiligen Verwaltung kartiert.

Die DSK ermittelt die Mitwirkungsbereitschaft der Besitzer und tritt nach Eigentümergesprächen als Moderator und Mediator auf.

Es werden individuelle Umsetzungskonzepte sowie eine Finanzierungsstrategie vorgeschlagen.

Letztlich sucht die DSK nach lokalen oder regionalen Investoren für wirtschaftliche Projekte.

Seit mehr als 60 Jahren kümmert sich die Gesellschaft um Stadtentwicklung. Sie berät als Marktführer öffentliche wie private Auftraggeber.

Rund 240 Mitarbeiter betreuen rund 750 Projekte in 16 Bundesländern.

Die DSK verwaltet über 4,3 Milliarden Euro Treuhandvermögen.

"Und nicht nur das", betont Bauamtsleiter Stefan Büttner und verweist auf "viele versteckte Potenziale". Wichtig sei auch die Rücksichtnahme auf Natur und Landschaft. Denn gerade in Bayern gebe es den größten Flächenverbrauch, womit der Freistaat bundesweit den schwarzen Peter in der Hand hält. "Zwölf Hektar sind das täglich, was 17 Fußballfeldern entspricht", gibt Büttner zu bedenken. Pro Jahr entspreche dies der Größe des gesamten Stadtgebiets von Marktredwitz, "ungefähr 43 Quadratkilometern". Den bundesweiten Flächenfraß gibt der Chef des Bauamts mit 60 Hektar pro Tag an.

 

"Für uns ist die Innenentwicklung durch Nachverdichtung ein Spagat", gibt er zu. Denn nach wie vor würden neue Baugebiete benötigt. "Aber wir wollen die Innenentwicklung vorantreiben." Hätten sich vor zehn Jahren noch mindestens 80 Prozent der Bauherrn für ein Einfamilienhaus im Grünen ausgesprochen, ziehe es jetzt jeden zweiten Bauherrn in die Stadt. "Interessenten sind hier gerade Familien mit Kindern oder auch die Best-Ager." Um die Nachfrage mache er sich keine Sorgen.

"Das hat auch für uns einen entscheidenden Vorteil, denn wir sparen uns die Erschließungskosten", räumt Stefan Büttner ein. Und somit gebe es ein flexibles Baurecht in den Innenstädten. "Allerdings können wir nur den Rahmen bieten und brauchen ansonsten die Mitwirkung der Eigentümer", betont der Bauamtschef. Denn die Baulücken seien nahezu vollständig in privater Hand. "Jetzt geht es darum, die Menschen zu überzeugen und zu sensibilisieren."

Gerade ältere Einwohner scheuten sich vor Veränderung. Deshalb reagiere die Stadt mit Anschreiben flächendeckend auf die jeweiligen Besitzer von Grundstücken, die die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) in den nächsten Wochen erfasse. "Wir haben nun endlich grünes Licht von der Regierung, die das Projekt unterstützt, zumal es hier ja um Leerstandsbeseitigung geht. Das wird mit 90 Prozent gefördert."

Wie das Ganze mit dem Online-Portal und der Erfassung von Kernstadt und Ortsteilen in der Praxis aussehen soll, schildert Alexander Eberl vom DSK-Büro in Nürnberg in einem Gespräch mit der Frankenpost. Künftig sollen Bauherrn nämlich online auf alle relevanten Daten von freien Grundstücken zugreifen können. "Mit dem Ortsteil Brand haben wir bereits ein Pilotprojekt gestartet und 15 Flächen registriert", erläutert Eberl. "Damit gibt es in Brand Baulücken von 7000 Quadratmetern."

Diese Analyse nimmt die DSK mit Luftbildern via Internet vor. "Noch in diesem Monat wird eine Kollegin mit Kamera in Marktredwitz und den Ortsteilen unterwegs sein, um die Grundstücke sowie deren topografische Situation auszuloten", kündigt Alexander Eberl an. Sie könne sich ausweisen und führe auch gern Zaun-zu-Zaun-Gespräche, versichert er. Eberl rechnet mit 120 Grundstücken in den übrigen Ortsteilen, die für eine Nachverdichtung in Frage kämen.

Im nächsten Schritt würden die Eigentümer angeschrieben und um das Ausfüllen eines Fragebogens gebeten. "In Gesprächen können wir dann erläutern, was deren Grundstück oder Haus noch wert ist, was man aus einem leeren Gebäude machen kann oder was auf dem Grundstück mit der Lücke gebaut werden könnte."

Auf die Frage nach Baulücken in der Innenstadt, verweist Stefan Büttner beispielsweise auf die Ecke am Vilser Platz, "wo momentan Autos und ein Imbiss stehen". Wegen der Dynamik in Marktredwitz habe sich einiges geändert, versichert Büttner. "Für Flächen, die man vor zehn Jahren noch wie sauer Bier angeboten hat, kriegt man jetzt eine stolze Summe." Das könne auch alles wieder kippen.

Bis zum Jahresende soll die Basisarbeit für das Baulücken-Kataster abgeschlossen sein. "Das Projekt kostet 30 000 Euro", sagt Bauamtsleiter Stefan Büttner. Das sei deutlich weniger als die Erschließung eines neuen Baugebiets. "Und das sind Baugebiete, die wir ohne einen Krümel Asphalt entwickeln könnten", fügt Alexander Eberl, der mit 150 bis 200 Bauplätzen durch Lücken rechnet, hinzu.

Wer von sich aus schon ein Grundstück anbieten möchte, könne sich an Patrick Höfer von der Stadtplanung Geo-Informationssystem (GIS) wenden, der das Baulücken-Kataster künftig betreut.

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
08. 08. 2019
16:38 Uhr

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Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
08. 08. 2019
16:38 Uhr



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