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Marktredwitz

Zitterpartie bei Miller & Monroe

"Alles muss raus. Wir schließen!" Das Plakat an der Wölsauer Straße in Marktredwitz spricht Klartext. Doch noch hoffen die Mitarbeiter des insolventen Geschäfts.



Dunkle Wolken schweben über der Zukunft des Bekleidungsgeschäfts in Marktredwitz. Foto: Florian Miedl
Dunkle Wolken schweben über der Zukunft des Bekleidungsgeschäfts in Marktredwitz. Foto: Florian Miedl  

Marktredwitz - "Eine langfristige Fortführung der Läden unter der Marke Miller & Monroe kommt nach den Prüfungen und Feststellungen nicht in Betracht", hat Insolvenzverwalter Jochen Sedlitz mitgeteilt. Knapp drei Monate nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens steht fest: Es muss sobald wie möglich ein Investor gefunden werden, sonst kann der Betrieb nicht weiterlaufen.

Nur noch bis Ende Mai sind die Gehälter der Mitarbeiter in den 160 Filialen über das Insolvenzgeld gesichert.

Daher liegt auch die Zukunft der Marktredwitzer Filiale im Edeka-Einkaufsmarkt an der Wölsauer Straße völlig im Unklaren. "Wir wissen nicht wie es weitergeht", sagt eine Mitarbeiterin im Gespräch mit der Frankenpost. In der Marktredwitzer Filiale arbeiten momentan sieben Angestellte. Sedlitz, der für die Stuttgarter Kanzlei Menold und Bezler die Insolvenz der Vidrea Deutschland GmbH betreut, will sich Ende Mai wieder zu den Plänen äußern.

Angesichts hoher Mietrückstände seien die allermeisten Vermieter nicht bereit, an einer Lösung unter Beteiligung der niederländischen Unternehmensgruppe Victory & Dreams, zu der die Vidrea Deutschland gehört und die auch die Markenrechte an dem Label Miller & Monroe besitzt, mitzuwirken. "Hier wurde leider seit der Übernahme der ehemaligen Charles-Vögele-Filialen sehr viel Porzellan zerschlagen. Außerdem erwirtschafteten die Geschäfte unter dem Label Miller & Monroe in den zurückliegenden Monaten hohe Verluste, die eine langfristige Fortführung ohne grundlegende Sanierung oder ein neues Konzept nicht zulassen", machte der Insolvenzverwalter deutlich.

Ein neues Konzept könne laut Sedlitz nicht von der Insolvenzverwaltung kommen, sondern müsse über einen Investor erfolgen. Um trotz der derzeit alles andere als rosigen Situation möglichst viele Arbeitsplätze zu retten, habe die Insolvenzverwaltung die Strategie an die Situation angepasst. Vorhandene Ware werde bis zum 31. Mai abverkauft. Jochen Sedlitz stehe kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen mit einer Unternehmensgruppe, die die Filialen unter eigenem Store-Konzept und eigenen Waren ab dem 1. Juni "übernehmen" möchte. Die Mitarbeiter in den Filialen sollen dabei ein Angebot zum Wechsel in ein neues Arbeitsverhältnis mit dem Investor erhalten, kündigt die Kanzlei an. Ob dies - für den Fall, man einigt sich - für alle Filialen gilt, sei aber noch offen.

Genau darauf könnten die Mitarbeiterinnen der Miller & Monroe-Filiale in Marktredwitz hoffen. Pascal Mangold von der Kanzlei Menold und Bezler bestätigte im Gespräch mit der Frankenpost, dass momentan Gespräche mit einem möglichen Investor geführt werden. Über die Zukunft einzelner Filialen könne aber derzeit noch keine Aussage getroffen werden. "Ende Mai ist wohl mit einer konkreten Aussage zu rechnen", kündigte Mangold an. Zur Umsetzung ist laut Sedlitz eine Einigung mit den jeweiligen Vermietern notwendig. Ob und in welchem Umfang dies gelingen wird, hänge von den Verhandlungen des Interessenten für die Flächen in den nächsten Wochen ab.

"Es ist klar, dass jeder Vermieter für sich entscheiden muss, ob diese Lösung in Betracht kommt. Für manche Filialen wurden jedoch bereits Nachmieter gefunden. Hier werden wir dennoch versuchen, ob es eine Zukunft für die Mitarbeiter bei einem Nachmieter gibt", sagt der Insolvenzverwalter. Sedlitz gibt sich optimistisch, hält die angestrebte Lösung angesichts der zum 1. März 2019 vorgefundenen Situation für ein hervorragendes Ergebnis, auch wenn es bedauerlich sei, dass eine große Lösung unter der Marke nicht möglich ist.

Autor

Melitta Burger, Alexandra Hautmann
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Veröffentlicht am:
06. 05. 2019
17:56 Uhr

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06. 05. 2019
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