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Marktredwitz

Zu viele Fahrer drücken aufs Gas

In Marktredwitz herrscht zu wenig Disziplin auf den Straßen. Trotz Rückgangs der Delikte intensiviert die Kommunale Verkehrssicherheit künftig die Überwachung.



Die Verkehrsüberwachung wird im Sommer die Raser noch stärker ins Visier nehmen. Foto: Alexander Körner/dpa
Die Verkehrsüberwachung wird im Sommer die Raser noch stärker ins Visier nehmen. Foto: Alexander Körner/dpa  

Marktredwitz - 3600 Verwarnungen hat die Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz seit Oktober vergangenen Jahres in Marktredwitz verteilt. Das hat Geschäftsführer Maximilian Köckritz in der jüngsten Stadtratssitzung mitgeteilt. "Wir haben den ruhenden wie den fahrenden Verkehr rund 1000 Stunden überwacht", so sein Fazit. An den innerörtlichen Messstellen seien 4500 Fahrer zu schnell unterwegs gewesen. "Die Beanstandungsquote beurteilen wir als zu hoch", fasst Köckritz zusammen. Deshalb will der Zweckverband punktuell noch einmal nachlegen, um die Verkehrsteilnehmer zu disziplinieren.

Lieber Rosen als Knöllchen hat die Verkehrsüberwachung am Valentinstag verteilt. Köckritz und sein Team, die mittlerweile mit 75 Kommunen zusammenarbeiten, würden das lieber tun, als Strafzettel unter die Scheibenwischer zu klemmen. Ein Dorn im Auge sind dem Unternehmen vor allem die Eltern, "die ihre Kinder morgens fast bis ins Schulhaus fahren wollen". In Regenstauf laufe daher das Projekt Eltern-Taxi, um dem Chaos vor den Schulhäusern entgegenzuwirken. Hier habe man Eltern-Haltezonen in Schulnähe eingerichtet, an denen die Sprösslinge ein- und aussteigen können. "Die Eltern mögen es gut meinen, aber es ist ganz gefährlich, vor allem für die Schulkinder", betont Köckritz. Denn die Kinder liefen zwischen den Fahrzeugen über die Straße. "Es tut gut, wenn die Schüler morgens ein paar Meter zu Fuß laufen", versichert er.

Seitdem die Verkehrsüberwachung in externen Händen liegt - also etwa ein halbes Jahr - sind laut Maximilian Köckritz 53 Messungen durchgeführt worden mit 150 Stunden Messzeit. Von den 45 000 Fahrern seien zehn Prozent zu schnell gewesen. "Das wollen wir auf fünf Prozent reduzieren, indem wir die Überwachung an bestimmten Punkten intensivieren", prophezeit der Geschäftsführer aus der Oberpfalz.

In den 30-Stundenkilometer-Zonen seien fast 800 Verwarnungen ausgesprochen worden, was er einen "niederschwelligen Bereich" nennt. 500 Fahrer seien mit bis zu 40 Sachen unterwegs gewesen, während der Spitzenreiter zwischen 60 und 70 Stundenkilometer nach Abzug der Toleranzgrenze auf den Tacho brachte. "Das bedeutet Punkte und ein Monat Fahrverbot", gibt er zu bedenken. "Es waren 250 Autos zu schnell, deren Fahrer riskieren, dass Leben in Gefahr sein kann."

Auch Geschwindigkeiten von 90 Stundenkilometern innerorts habe man gemessen. "Im Oktober waren noch 700 Fahrzeuge zu schnell, mittlerweile sind wir bei unter 200 Autos angekommen", so Köckritz. Man sei dem Ziel schon nahe gekommen, die Fahrer zu langsamerem Fahren anzuhalten.

SPD-Stadtrat Werner Schlöger merkt an, "dass sich Mitarbeiter meiner Firma schon beschwert haben, wie oft in der Lorenzreuther Straße geblitzt wird und warum das als so brandgefährlich eingestuft wird". In den letzten Jahren seien hier kaum Unfälle passiert. Köckritz entgegnet: "Das ist unser Auftrag, und bei sieben Messungen waren immer Fahrzeuge mit 70 bis 90 Stundenkilometern unterwegs. Das muss nicht sein!"

Sebastian Macht (Freie Wähler) erkundigt sich, wie sich die Messungen auf Tag und Nacht verteilen und wie es mit der Überwachung der Bayreuther Straße aussieht. Für die Bayreuther Straße hat Köckritz keine Ergebnisse dabei, "aber sie liegen vor". Die Stadt Marktredwitz könne auch Messungen zu gewissen Zeiten bestellen, betont er. "Regelmäßige Rallyes von der Bayreuther Straße bis zum Schützenhof" beklagt Ute Selhorst von den Freien Wählern. "Das haben wir für diesen Sommer auf dem Schirm", versichert der Chef der Kommunal-Überwachung.

Autor
Peggy Biczysko

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Veröffentlicht am:
06. 05. 2019
17:54 Uhr

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Peggy Biczysko

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06. 05. 2019
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