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Münchberg

Am Stammtisch mit Harry und Natascha

In Helmbrechts plaudert die SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen im Zuge ihrer Wahlkampf-Tour "Kohnen-Plus" mit Harry Tröger. Die Politik ist beim Gespräch eher zweitrangig.



SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen und das Münchberger Urgestein Harry Tröger an einem Tisch: Sie gestalten einen unterhaltsamen Abend, an dem es zunächst nur wenig um Politik geht. Foto: Schobert
SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen und das Münchberger Urgestein Harry Tröger an einem Tisch: Sie gestalten einen unterhaltsamen Abend, an dem es zunächst nur wenig um Politik geht. Foto: Schobert  

Helmbrechts - Eine Münchnerin im Gespräch mit einem waschechten Oberfranken. Diese Konstellation birgt Konfliktpotenzial. Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung der SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen in Helmbrechts wagte sich die Oberbayerin trotzdem an einen Tisch mit einem Urgestein der Region: Harry Tröger von Waldschrat. Trotz Sprachbarriere unterhielten sich die beiden die meiste Zeit auf Augenhöhe - wenn auch nur sporadisch über politische Themen.

Klaus Adelt führte am Donnerstag durch den Abend und moderierte die Wahlkampf-Veranstaltung der SPD. Der Helmbrechtser Bürgersaal war gut besucht, als die Spitzenkandidatin Natascha Kohnen sich mit Harry Tröger an einen roten Tisch auf der Bühne setzte. "Ich habe lange überlegt, wen ich unserer Kandidatin gegenüber setzen könnte", sagte Adelt zu Beginn. Nach einem typischen Menschen der Region habe er gesucht, da sei es ihm eingefallen: "Na halt der Harry!"

Der wiederum sei nach eigener Aussage ein absolut unpolitischer Mensch. "Aber so ein Gespräch, warum eigentlich nicht", habe sich Tröger gedacht, nachdem Klaus Adelt ihn kontaktiert hatte. Und so kam es zu der ungewöhnlichen Konstellation im Bürgersaal in Helmbrechts. Auf der einen Seite des Tisches Natascha Kohnen, SPD-Politikerin, die mit ihren zwei Kindern viel gereist ist und schon in Frankreich gelebt hat. Auf der anderen Seite der fränkische Liedermacher Harry Tröger, aufgewachsen auf dem Bauernhof der Eltern. Ein echter Münchberger von Geburt an.

Die beiden Diskutanten kamen von der ersten Minute an gut miteinander ins Gespräch. Als "schwieriger Gesprächspartner" sei Natascha Kohnen der Waldschrat-Sänger nach eigener Aussage angekündigt worden. Da muss es für die Politikerin eine Erleichterung gewesen sein, als Tröger im tatsächlichen Gespräch erstaunlich handzahm daher kam. Während die beiden über ihr jeweiliges Privatleben und über ihren Werdegang sprachen, hätte man als Zuhörer im Laufe des Abends glatt vergessen können, dass man sich auf einer Wahlkampf-Veranstaltung befand. Politische Themen schnitten die beiden - wenn überhaupt - nur am Rande an.

Dass die Politikerin und der Liedermacher in einigen Belangen verschiedene Meinungen vertreten, deutete sich an manchen Stellen des Gesprächs aber zumindest an. "Wir dürfen in der Politik nicht über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutieren", sagte Kohnen beispielsweise. Man müsse soziale Werte einfach schon viel früher ins Leben der Kinder bringen. Worauf Tröger erwiderte: "Früher ging es doch auch mit der Wehrpflicht." Da ist das Thema aber auch schon wieder beendet.

Beim Gespräch über soziale Berufe betonte die Politikerin, es sei wichtig, wieder mehr Menschen für die Arbeit zu begeistern. "Und wieso werden die dann alle so schlecht bezahlt?", entgegnet Tröger und bringt sein Gegenüber damit erstmals für einen kurzen Moment aus dem Konzept. Nach gut eineinhalb Stunden Gespräch, in denen Tröger mit seiner liebenswert fränkischen Rüpelhaftigkeit für viele Lacher sorgte, durften schließlich die Anwesenden in die Diskussion einsteigen, und aus einem netten Gespräch zwischen zwei Freunden bei einem Fläschchen Adelt-Bier wurde doch noch eine Wahlkampf-Veranstaltung.

Natascha Kohnen stellte sich Fragen zur Mietpreis-Explosion, Kita-Preisen und Elterngeld, dem Ehrenamt und dem ÖPNV auf dem Land. Kritischen Aussagen begegnete die SPD-Politikerin klug und souverän. Nach einer Stunde endete die Diskussion mit einem Schlusswort der Bürgermeister von Münchberg und Helmbrechts. Und Harry Tröger ging wieder zu dem über, was er eben am besten kann: Musik machen. Mit seiner Band, den Frankorigines, sorgte er für Unterhaltung auf Fränkisch.

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Nadine Schobert
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Veröffentlicht am:
10. 08. 2018
18:13 Uhr

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Nadine Schobert

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10. 08. 2018
18:13 Uhr



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