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Münchberg

Damit die Mitte pulsiert

Wie die Alte Weberei in Zukunft aussehen soll, dürfen die Helmbrechtser über den Winter mitentscheiden. Der Vorplatz zum Verweilen wird noch im Dezember fertig.



So wird der neue Vorplatz der Alten Weberei aussehen. Die besondere Raffinesse ist ein Web-Muster aus Blumen. Durch verschiedene Höhen der Bepflanzung soll eine textile Struktur nachgeahmt werden. Grafik: Halle-Architekten
So wird der neue Vorplatz der Alten Weberei aussehen. Die besondere Raffinesse ist ein Web-Muster aus Blumen. Durch verschiedene Höhen der Bepflanzung soll eine textile Struktur nachgeahmt werden. Grafik: Halle-Architekten  

Helmbrechts - Die Alte Weberei voller Leben, ein hübscher Platz, auf dem man sich gerne trifft, wo man eventuell einkehren kann, ein Anziehungspunkt für Familien aus dem ganzen Landkreis. Das alles wünscht sich Helmbrechts für sein industrielles Erbe im Zentrum. Dafür will die Stadt die Gebäude der ehemaligen Kammgarnfabrik verschönern und die riesige Freifläche umgestalten. Großes Ziel: Bis zur 600-Jahr-Feier in 2022 soll die Alte Weberei ein neues Gesicht haben.

Keine Angst vor Münchbergs "Kulcity"

Helmbrechts will seine Innenstadt mit der umgestalteten Alten Weberei beleben, Münchberg versucht das mit dem "Kulcity"-Konzept und hat vor, sich als Genuss-Stadt ein Alleinstellungsmerkmal zu geben.

Im Helmbrechtser Rathaus sieht man den Plänen aus der Nachbarstadt gelassen entgegen. Konkurrenz befürchte man nicht, sagt Bürgermeister Stefan Pöhlmann auf Nachfrage. Denn: "Wir haben unsere Marke bereits gefunden." Helmbrechts sei als Kulturstadt weithin bekannt. Mit der Villa Weiss und den geplanten Baumhaus-Lodges auf dem Kirchberg etabliere man sich zudem gerade als Standort für Tagungen und ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten.


Und das sind die nächsten Schritte: Auch wenn man es beim Anblick der Baustelle kaum glauben mag, der Vorplatz zur Friedrich-Ebert-Straße hin wird heuer noch fertig. Das ergab eine Anfrage bei Stefan Pöhlmann. Zwar hänge man im Zeitplan ein paar Wochen hinterher, doch im Dezember werden die Arbeiten abgeschlossen sein. "Die Baufirma kann nichts dafür, es gab Lieferschwierigkeiten bei den Betonteilen", erklärt der Bürgermeister.

Auf diesen beleuchteten Einfassungen wird man künftig sitzen können. Die Pflasterfläche des Vorplatzes erhält Linien aus Naturstein, was optisch an eine "Web-Struktur" erinnern soll - als Anknüpfung an die textile Vorgeschichte. Ausgedacht hat sich das Kathrin Buchta-Kost von "Die Halle-Architekten". Das Hofer Büro plant die Erneuerung der Alten Weberei. Die Pflanzarbeiten auf dem Vorplatz starten im Frühling. Die Blumen will man so anordnen, dass ebenfalls das Muster eines gewebten Stoffes entsteht. "Darauf bin ich sehr gespannt", merkt Pöhlmann an.

Auch am Gebäude hat sich heuer einiges getan, die Nordfassade hat neue Türen und schalldichte Fenster erhalten. Nun passt auch das zweite Stockwerk optisch zur Fabrik-Architektur. Da die Sanierung der Klinker an der Nordfassade laut Manuel Thieroff vom Stadtbauamt unbezahlbar ist, soll der Gebäudekomplex nun zumindest im Klinker-Rot gestrichen werden. "So bekommt die Keimzelle der Weberei eine einheitliche Farbe und kann sich als zentraler Bereich optisch abheben." 935 000 Euro gibt die Stadt heuer insgesamt für die Arbeiten aus.

Im Winter geht es weiter mit dem Bürgerworkshop. Genau wie kürzlich zur Neugestaltung des Kirchbergs soll auch hier jeder Helmbrechtser Ideen für die Freifläche der Weberei vorbringen können. Schließlich bietet das Areal mit seinen 2800 Quadratmetern viele Möglichkeiten.

Eine davon ist der Erlebnisspielplatz, für den sich die SPD-Stadträte Pascal Bächer und Bernd Baumann seit Langem stark machen. Er soll extravagant werden, pädagogisch wertvolle Spielgeräte oder sogar eine Kletterwand bekommen, sodass Familien aus dem Umkreis gezielt den Platz ansteuern.

Wünschenswert wäre es, wenn Besucher dann auch einkehren könnten. Das alte Kesselhaus würde dafür ein besonderes Ambiente bieten, das hat der Guerilla-Verein mit seinem legendären Kesselhaus-Abend bewiesen. Doch die Auflagen für Gastronomie würden sich hier kaum umsetzen lassen, mutmaßt der Bürgermeister. Die Schaltzentrale hält er deshalb für realistischer. Eine Detailplanung gibt es aber noch nicht. Auf die Suche nach einem Investor oder Betreiber für die Gastronomie will man gehen, wenn der Außenbereich umgestaltet ist. Pöhlmann sieht in der frisch sanierten Friedrich-Ebert-Straße und dem bald fertigen Vorplatz eine deutliche Aufwertung.

Im nächsten und übernächsten Jahr ist die Freifläche an der Reihe. Anders als ursprünglich gedacht, soll die Umgestaltung kein Provisorium werden, sondern eine endgültige Lösung für einen belebten Platz. Also galt es, die Regierung von Oberfranken zu überzeugen, auch diese Variante zu fördern. "Deshalb ist das Ganze ein längerer Prozess", erklärt der Bürgermeister.

Ein Prozess, bei dem sich auch immer neue Aspekte ergeben. Mittlerweile steht das städtische Gebäude gegenüber leer, in dem die Stofffabrik eingemietet war. Die Stadt bekommt zwar Anfragen von interessierten Firmen, die Lagerflächen suchen, sie lehnt jedoch ab. "Der Raum eignet sich wunderbar für Veranstaltungen", weiß Pöhlmann und berichtet von der Freude der Kaninchenzüchter, hier endlich einen perfekten Ort für Lokalschauen gefunden zu haben. Auch bei der Kerwa habe sich der Vorplatz in direkter Nähe zur Alten Weberei als Veranstaltungsort bewährt. "Dort sind viele Dinge möglich." Diese Optionen wolle man sich offen halten.

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Claudia Sebert
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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
17:26 Uhr

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Claudia Sebert

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
17:26 Uhr



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