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Münchberg

"Das Pur ist ein zweites Wohnzimmer"

Den Helmbrechtser Jugendtreff gibt es seit 25 Jahren. Die Macher erzählen, warum es anfangs Widerstand gab und wie sich das Publikum verändert hat.



"Music is language" war ein Projekt des Jugendtreffs "Pur" in Zusammenarbeit mit der Hofer Band Koalika im Jahr 2015. Fotos: privat/Ertel
"Music is language" war ein Projekt des Jugendtreffs "Pur" in Zusammenarbeit mit der Hofer Band Koalika im Jahr 2015. Fotos: privat/Ertel   » zu den Bildern

Wie kam es zur Gründung des Jugentreffs Pur vor 25 Jahren?

Jubiläumsfeier

Am Samstag, 29. September, feiert der Jugendtreff "Pur" sein

25. Jubiläum. Von 14 bis 17 Uhr gibt es Angebote für Kinder und

Jugendliche wie Spielmobil, Zorbing-Bälle, Hoverboards und Fotobox. Um 21 Uhr spielt die Band Faroul aus Thüringen (Soul, Funk, Rock). Der Eintritt ist frei.


Pascal Bächer : Der Trägerverein "Die Gunga" ist bereits 1983 ins Leben gerufen worden. Sein Ziel war es, ein Jugendzentrum zu eröffnen. Doch das war kommunalpolitisch nicht leicht durchzusetzen.

Warum?

Bächer : Ein Argument war, dass die Vereine ja bereits Jugendarbeit betrieben. Also haben sich "Die Gunga" vorerst kulturell engagiert. Die Gespräche mit der Stadt liefen aber weiter. Bernd Baumann und Thomas Friedrich, der bis 2014 auch Vorsitzender des Trägervereines war, haben sich eingesetzt. Auch Kreisjugendpfleger Robert Sandig hat das Projekt von Anfang an professionell begleitet und tut es heute noch. Unter dem damaligen Bürgermeister Manfred Mutterer wurde der Jugendtreff dann am 16. September 1993 eröffnet.

Wie setzt sich die Zielgruppe zusammen?

Sebastian Schönberger : Unsere Arbeit richtet sich an Personen zwischen sechs und 27 Jahren. Die Hauptzielgruppe sind Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren.

Was bedeutet offene

Jugendarbeit?

Schönberger : Wir leiten kommunale Jugendzentren und soziokulturelle Projekte wie das Filmwerk, machen Gemeindejugendarbeit, betreuen den Jugendstadtrat und sind mit anderen Jugendgruppen vernetzt. Die Kids kommen und gehen, wann sie wollen, haben aber immer einen Ansprechpartner. Wichtig ist uns, dass sie mitbestimmen und sich in Projekte und Aktivitäten einbringen können. Wir veranstalten Konzerte, Discos, Workshops und vieles mehr.

Wie wird das Angebot

angenommen?

Bächer : Wir haben im Schnitt 11 000 Besucher im Jahr. Das Pur hat sich also mittlerweile etabliert - auch dank unserer Partner. Eigenständig oder mit der evangelischen Kirche und mit Vereinen organisieren wir Projekte und Veranstaltungen. Die Stadt bezahlt das Personal und stellt die Räume zur Verfügung.

Wie viele Mitarbeiter sind

hier beschäftigt?

Schönberger : Am Anfang wurde das Pur ehrenamtlich betrieben. Jetzt haben wir drei angestellte Mitarbeiter: Janina Dill und mich, und am 1. September kommt Andrea Estorf dazu. Janina Dill ist auch für die Gemeindejugendarbeit Stammbach zuständig. Andrea Estorf wird zudem ab September in Marktschorgast die Gemeindejugendarbeit aufbauen.

Wie haben sich die Zielgruppe und ihre Ansprüche in den vergangenen Jahren verändert?

Schönberger : Als ich mit 25 Jahren als Leiter hier angefangen habe, waren viele Besucher in meinem Alter. Das Publikum war aber schon immer gut durchmischt - auch mit Menschen aus anderen Teilen der Welt, zum Beispiel vielen türkischen Mitbürgern und Aussiedlern.

Bächer : Wir hatten also schon immer Erfahrung mit Integration.

Und später?

Schönberger : Etwa ab 2004 hatten wir viel mit Jugendarbeitslosigkeit zu tun. Deshalb haben wir Quali-Kurse und Bewerbungshilfe angeboten. Eine Zeit lang gab es Probleme mit Grüppchen, die die Stadt aufgemischt haben. Daraufhin haben wir das Freizeitangebot um abendliche sportliche Aktivitäten erweitert. Zuletzt hatten wir viel mit jugendlichen Flüchtlingen zu tun, wir haben mit ihnen zum Beispiel musikalische Projekte gemacht. Aber natürlich kommen nach wie vor viele einheimische Kids.

Warum kommen die jungen

Leute?

Schönberger : Das Pur ist für viele ein zweites Wohnzimmer. Sie finden hier eine elternfreie Zone vor, treffen Freunde, pflegen ihre Beziehungen, entwickeln Projekte und üben damit soziale Kompetenzen. In der Pubertät brauchen sie Orientierung - in schulischer, beruflicher und persönlicher Hinsicht. Und die Eltern können sicher sein, dass ihre Kinder hier professionell betreut werden.

Wie haben sich die Interessen der Jugend generell verändert?

Bächer : Die Jugend befindet sich - wie die Gesellschaft auch - in einem stetigen Wandel. Lebenswelten werden vielfältiger und individueller. Neue Medien bringen neue Herausforderungen mit sich. Die Szenen ändern sich. Als ich 15 war, wollten wir zum Beispiel Live-Musik hören und haben Punk- und Rockkonzerte organisiert. Heute wollen viele Kids elektronische Musik hören. Deshalb haben wir mit dem Jugendstadtrat das Holi-Festival mit DJs organisiert.

Was bringt die Zukunft?

Schönberger : Wir wollen das Angebot weiterhin zielgruppengerecht gestalten und uns fachlich weiterentwickeln. Ein Schwerpunkt ist, dass wir uns mit den anderen Jugendzentren austauschen und gemeinsame Aktivitäten organisieren.

Das Gespräch

führte Julia Ertel

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Veröffentlicht am:
30. 08. 2018
19:52 Uhr

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30. 08. 2018
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