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Deutscher Lesepreis für gebürtige Münchbergerin

Dr. Ina Brendel-Perpina, heute Professorin an der Uni Eichstätt-Ingolstadt, hat in Bad Steben ihre Begeisterung für Literatur entdeckt. Nun gibt sie ihre Liebe an Kinder weiter.



Preisverleihung des Deutschen Lesepreises: Professorin Dr. Ina Brendel-Perpina mit Lutz Roschker aus dem Vorstand der PwC- Stiftung. Foto: Stiftung Lesen
Preisverleihung des Deutschen Lesepreises: Professorin Dr. Ina Brendel-Perpina mit Lutz Roschker aus dem Vorstand der PwC- Stiftung. Foto: Stiftung Lesen  

Münchberg/Ingolstadt - Dr. Ina Brendel-Perpina, Professorin an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, gehört zu den Gewinnern des Deutschen Lesepreises 2017. Die Preisträgerin ist in Münchberg geboren und in Bad Steben aufgewachsen, bevor es sie für Studium und Beruf in die Welt hinauszog. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrstuhls für deutsche Sprache und Literatur ist vor Kurzem von der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung ausgezeichnet worden. Zehn Preisträger erhielten die Auszeichnung - gewürdigt wurden unter anderem Ideen für morgen, Engagement oder Einsatz für die Leseförderung.

Zur Person

Professorin Dr. Ina Brendel-Perpina wurde 1971 in Münchberg geboren. Bis zu ihrem Abitur im Jahr 1990 lebte sie in Bad Steben. Anschließend studierte sie an der Friedrich-Otto-Universität Bamberg sowie an der Université Sorbonne in Paris Germanistik und Französisch. Anschließend fungierte sie bis 1998 als Fremdsprachenassistentin in Paris. 1999 promovierte sie an der Uni Bamberg. Ihr Referendariat absolvierte sie in Nürnberg und Hollfeld, unterrichtete danach in Kulmbach und Bamberg.

Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur wirkte sie von 2007 bis 2017 an der Uni Bamberg. Ihre Ernennung zur Akademischen Oberrätin erfolgt 2013. Seit dem 1. Oktober hat sie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt den Vertreterposten des Lehrstuhls Didaktik der deutschen Sprache und Literatur inne.

 

In der Sparte Herausragendes individuelles Engagement hat die in Münchberg geborene Dozentin den mit 1000 Euro Preisgeld dotierten dritten Platz belegt. In Kooperationsseminaren hatte sie anschaulich aufgezeigt, wie Leseclubs gegründet, eingesetzt und wissenschaftlich betreut werden. Im Fokus standen die Begleitung von Leseclubs mit studentischen Betreuern, die Gründung neuer Leseclubs sowie die wissenschaftliche Evaluation des Ganzen.

 

"Gute Konzepte der Leseförderung sind der Schlüssel zu Bildung und demokratischer Teilhabe. Lesen befähigt uns, selbst Erlebtes zu reflektieren, Horizonte zu erweitern und fremde Gedanken zu verstehen", betonte die Berliner Staatsministerin für Kultur und Medien, Professorin Monika Grütters, in ihrer Laudatio. "Ich betrachte den Preis als Bestätigung für die jahrelange wissenschaftliche Arbeit. Es freut mich, dass den Leseclubs die angemessene Wertschätzung und Unterstützung zuteil wird", sagte Ina Brendel-Perpina. Über ganz Deutschland verteilt gibt es mehr als 200 Einrichtungen.

Die Anfänge im Raum Bamberg gehen auf eine Initiative der Bad Stebnerin im Jahr 2007 zurück, die damals noch am Clavius Gymnasium unterrichtete. Einige ihrer Schüler bewarben sich erfolgreich für die Jugendjury zum Deutschen Literaturpreis: "Das war ein absolutes Highlight. Sie durften auf Buchmessen fahren, sich mit Autoren treffen und diese interviewen", erinnert sie sich. Daraus entstand der Wunsch nach einer Forschungsarbeit, aus der 2013 ein Leseclub entstand.

Die Clubs laden die Kleinen zum ungezwungenen Lesen ein: "Die Kinder sollen sich wohlfühlen, dafür schaffen wir die entsprechende Atmosphäre, bevor wir anfangen zu lesen", sagt Sahra Erlwein, heute Leiterin des Clubs in Bamberg. Die Literatur steht im Vordergrund, die Studierenden erarbeiten die Inhalte mit den Kindern spielerisch. Doch zum Arbeitsmaterial gehören nicht nur Bücher auf Papier: "Wir dürfen die digitalen Medien nicht schlecht reden, denn sie sind Bestandteil des Alltags und sie lösen eine Faszination aus", bekennt Brendel-Perpina. Es sei unablässig, gesteigerten Wert auf den Erwerb von Medienkompetenz zu legen.

Den Grundstein für ihre spätere Berufswahl wurde der Germanistikkoryphäe aus dem Landkreis Hof schon in ihrer Grundschulzeit mit auf dem Weg gegeben. "Ich hatte in der dritten und vierten Klasse in Bad Steben einen Lehrer, der mich im Deutschunterricht zu begeistern verstand und mich prägte. Auch im Gymnasium in Naila setzte sich dieser Trend fort", erinnert sie sich.

So hat sie ihre enge Bindung zu ihrer ostoberfränkischen Heimat nie verloren. In Zukunft kann sie sich eine Vermittler- und Multiplikatorentätigkeit in punkto Lehrerfortbildung vorstellen.

Gerne behilflich sein würde sie beim Aufbau von Leseclubs als Instrument der Leseförderung im Raum Hof - schließlich müsse jedes Kind unabhängig von seiner Herkunft die bestmöglichen Bildungschancen erhalten.

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Hans Haberzettl
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Veröffentlicht am:
01. 01. 2018
21:15 Uhr

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Hans Haberzettl

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01. 01. 2018
21:15 Uhr



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