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Münchberg

FCE-Urgestein nimmt langsam Abschied

Helmut Meier legt nach 40 Jahren den Vorsitz beim FC Eintracht Münchberg nieder. Das wollte er schon länger tun, aber die Suche nach einem Nachfolger war nicht einfach.



Nach 40 Jahren hat Helmut Meier den Vorsitz beim FC Eintracht Münchberg abgegeben. Foto: anpfiff.info
Nach 40 Jahren hat Helmut Meier den Vorsitz beim FC Eintracht Münchberg abgegeben. Foto: anpfiff.info  

Münchberg - Es war ein denkwürdiger Moment bei der Mitgliederversammlng des FC Eintracht Münchberg. Nach über 40 Jahren in führender Funktion legte Helmut Meier sein Amt in jüngere Hände. Er blickt auf eine lange Zeit im Dienste des Vereins und des Sports zurück.

"Meine Kinder und meine Enkel sind ja alle im Grunde auf dem Sportplatz aufgewachsen", lacht Helmut Meier bei der Rückschau im Gespräch mit dem Internetportal anpfiff.info. Bei der Fußballbegeisterung, die der 66-Jährige an den Tag gelegt hat und immer noch legt, nicht besonders verwunderlich. Schließlich widmete der einst recht flinke Rechtsaußen, der "mehr Vorbereiter als Vollstrecker war", einen großen Teil seiner Freizeit dem Verein. Erst dem früheren Kreisklassisten Eintracht Münchberg und nach der Fusion Anfang des Jahrtausends dem heutigen Bezirksligisten FC Eintracht Münchberg. Dabei schreckte er nicht davor zurück, den einen oder anderen Betrag aus der eigenen Kasse auszulegen. "Von der Gesamtsumme könnte ich heute bestimmt schön in den Urlaub fahren", lacht der gelernte Bankkaufmann. Doch der Nutzen, den er daraus gezogen hat, ist mit dem Geldbetrag nicht zu vergleichen. "Ich habe durch diese Arbeit unwahrscheinlich viele nette und interessante Menschen kennenlernen dürfen, bis hin zu Landräten und Bürgermeistern. Der Ertrag übersteigt meinen Einsatz um ein Vielfaches."

"Im Grunde hatte ich ja schon länger vor, das Amt zu übergeben. Irgendwann nutzt sich alles ab und dann reicht es. Außerdem tun dem Verein neue Ideen ganz gut", schildert der Ex-Vorsitzende seine Beweggründe für den Rückzug. Doch wie überall war es auch in Münchberg schwierig, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Eine Lösung hatte sich erst nach der verpassten Stabübergabe vor zwei Jahren herauskristallisiert. "Ich war mir dann mit Stefan Hofmann einig, dass er übernehmen könnte. Er ist ein guter Mann und sollte aber langsam herangeführt werden. Also hat er eine Art Schnupperpraktikum gemacht und mich zu allen wichtigen Gesprächen und Terminen begleitet." Etwa ein halbes Jahr hat der neugewählte Eintracht-Boss vorgefühlt und führt jetzt die Amtsgeschäfte im Meierschen Sinne weiter. "Ich denke, der Verein steht sportlich und finanziell gut da und ich muss mir über die Zukunft keine Sorgen machen." Denn seine Maxime ist und bleibt: "Es sollte nicht mit Geld rumgeworfen werden."

Seit 1975 widmete sich der gelernte Angreifer der Vereinsarbeit. Da war Meier gerade 22 Jahre alt. Dazwischen war er auch noch Frauenspielleiter beim früheren Bayernligisten. "Das war eine tolle Zeit, aber auch sehr anstrengend. Ich erinnere mich daran, dass wir einmal nach einem Auswärtsspiel in Memmingen erst um drei Uhr früh in Münchberg angekommen sind." Zwar konnte man die Spielklasse auf Dauer nicht halten, doch Frauenfußball spielt im Vereinsleben der Eintracht heute noch eine wichtige Rolle. Und natürlich die Herren, die mitten im Rennen um einen möglichen Landesligaplatz sind. Ebenso die Jugendabteilung mit ihrem starken U19-Team, das in den letzten beiden Jahren vordere Plätze in der Bezirksoberliga geschafft hatte. Das zeugt von erfolgreicher Vereinsarbeit, auch wenn die Nachwuchsprobleme mittlerweile die Bilanz etwas verhageln. Doch auch der ehemalige Vorsitzende hatte seine Fußballbegeisterung, die über viele Jahre Quell seiner Energie und Tatkraft waren,. aus den eigenen Erlebnissen mitgenommen. "Wir waren mit der Eintracht damals zunächst Vorletzter in der heutigen A-Klasse und sind dann ein Jahr später aufgestiegen. Das war ein super Erlebnis", sagt Meier.

Und dieser Elan hatte auch die Fusionsgespräche zwischen dem damaligen FC und der Eintracht mitgenommen zum Erfolg geführt. Seitdem ist der Fusionsverein eine feste Größe in der Bezirksliga. Doch es gab in den zahlreichen Jahren nicht nur erfreuliche Erlebnisse. "Ich kann mich noch erinnern, dass ich unserem damaligen Trainer Tobias Zuber eröffnen musste, dass es für ihn nicht weitergeht, nachdem es zwischen ihm und der Mannschaft nicht gepasst hatte. Da suchst du natürlich erst einmal nach Worten."

Auch jetzt wird in Münchberg wieder über eine Fusion zwischen den ATSV und dem FC Eintracht nachgedacht. Dabei hat Helmut Meier nicht die besten Erinnerungen, nachdem dieses Modell bereits vor vielen Jahren zur Diskussion stand. "Ich bin da etwas zwiegespalten. Damals gab es schon einmal drei Abstimmungen und am Ende scheiterte der Zusammenschluss am Widerstand vieler, alter ATSVler. Aber die sind heute nicht mehr dabei." Freilich muss sich jetzt Nachfolger Stefan Hofmann der Sache annehmen. Doch sein Vorgänger bleibt nicht ganz untätig. "Ich bin ja noch Stadionsprecher, mache beim Heimdienst mit und bin im Vereinsausschuss", lacht der Eintrachtler. Der letzte Samstag bleibt in Erinnerung: "Da waren bei der Mitgleiderverammlung genau 179 Leute anwesend, die überhaupt nicht mehr zum Klatschen aufhören wollten, als ich verabschiedet wurde. Das zeigt einem, dass sich der Einsatz gelohnt hat", fügt er gerührt an.

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Veröffentlicht am:
03. 02. 2019
19:12 Uhr

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03. 02. 2019
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