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Münchberg

Grünes Licht fürs braune Schild

Helmbrechts bekommt eine Werbe-Tafel an der A 9. Trotz Bedenken wegen der "Kulturwelten" ist der Entwurf durchgegangen. Jetzt entscheidet der Stadtrat über die Grafik.



Münchberg wirbt seit vier Jahren mit Hinweis-Tafeln an der A 9. Bald soll auch Helmbrechts dazu kommen - allerdings mit nur einem Schild. Foto: Uwe von Dorn
Münchberg wirbt seit vier Jahren mit Hinweis-Tafeln an der A 9. Bald soll auch Helmbrechts dazu kommen - allerdings mit nur einem Schild. Foto: Uwe von Dorn   » zu den Bildern

Helmbrechts - Das braune Münchberg-Schild auf der A 9 bekommt Konkurrenz aus Helmbrechts. Noch in diesem Jahr könnte klappen, was die Stadt schon seit Jahren will: Eine Werbung an der Autobahn.

Beantragt hat Helmbrechts die Aufstellung der Schilder im Februar. Der Entwurf zeigt die Silhouette der Alten Weberei, Garnspulen, Notenschlüssel und Noten sowie den Schriftzug "Helmbrechts Industrie - Kultur - Welten".

In der Autobahndirektion bewertete man die Optik als gut, sah jedoch einige Details problematisch. Im Interview mit unserer Zeitung im April betonte Christine Schwemmer, dass der Verweis auf die Veranstaltungsreihe "Kulturwelten" den Autofahrern Rätsel aufgeben könnte. "Wer sie nicht kennt, wird den Hinweis wahrscheinlich nicht verstehen." Auf ein Ereignis zu verweisen, das es nur zu bestimmen Zeiten in Helmbrechts gibt, hielt sie ebenfalls für schwierig.

Die Sachgebietsleiterin sah also durchaus noch Diskussionsbedarf. Denn die Autobahndirektion hat bei der Genehmigung ein gewichtiges Wort mitzureden. Die Tafeln gelten als Verkehrszeichen. Bürgermeister Stefan Pöhlmann wollte der Direktion deshalb einen Besuch abstatten, um über die Gestaltung zu sprechen. Doch das ist nicht mehr nötig. "Das Schild ist so genehmigt worden", teilt Martin Weigold auf Anfrage mit. Er ist im Rathaus seit Kurzem für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Er erklärt, dass der überregionale Tourismusverband grünes Licht gegeben hat. Der Verband entscheidet, ob ein Ziel ein Hinweis-Schild rechtfertigt. Also, ob der Ort oder die Stadt touristisch interessant genug sind. Was für Bad Steben, Münchberg, Hof oder Rehau gilt, trifft auch auf Helmbrechts zu: Die Stadt gilt als anziehend genug, um an der Autobahn werben zu dürfen. Dem Schild stehe also nichts mehr im Wege. Und: "Änderungswünsche gab es nur bei der Schrift", erklärt Weigold. Sie müsse größer werden.

Trotzdem sollen die Stadträte noch über den Entwurf abstimmen. Die Optik galt unabhängig vom Antrag als nach wie vor verhandelbar. Das Motiv haben die Mitglieder der Lenkungsgruppe schon vor Jahren ausgewählt - noch unter der Federführung von Stadtplaner Raimund Böhringer. Nun sollen die Räte ihr endgültiges "O.k." zum Entwurf geben.

Weigold ist zuversichtlich, dass die Aufstellung noch heuer klappen könnte: "Sollte der Entwurf im Stadtrat so durchgehen, sieht es gut aus." Er selbst arbeitet erst seit wenigen Wochen in Helmbrechts, hat das Schild also nicht mit entworfen. Obwohl es keine Zahlen darüber gibt, wie die Tafeln wirken und ob sie zum Besuch der Städte animieren, hält er sie für eine wichtige Werbung. "Man muss bedenken, welche Massen an Autos täglich daran vorbeifahren."

Allerdings werden die Fahrer nur ein Schild sehen. Zwei Standorte für das "Helmbrechts"-Schild sind nicht möglich. Das liegt an der geplanten dritten Autobahnauffahrt Münchberg. Sie soll auf der A 9 zwischen den Anschlussstellen Süd und Nord entstehen. Wann der Bau beginnt, ist noch unklar, doch die Pläne zeigen schon jetzt, dass ein zweites Schild für Helmbrechts in Fahrtrichtung Berlin deshalb nicht möglich ist. "Der Abstand zwischen der Tafel und den Ausfahrt-Schildern wäre zu gering", erklärte Christine Schwemmer. Deshalb reicht Richtung Norden der Platz nicht aus. Nach Süden hingegen schon: Das neue Schild kommt nun zwischen die Anschlussstellen Hof-West und Münchberg-Nord - und zwar noch vor das braune "Münchberg"-Schild. Es zieht mit den Umrissen von Waldstein und Stadtkirche seit 2015 die Blicke an - allerdings in beiden Richtungen.

Dass der Entwurf trotz anfänglicher Bedenken ohne Weiteres durchging, freut Martin Weigold. Er hält ihn für sehr gelungen. Das Argument mit den "unbekannten" Kulturwelten kann er nicht verstehen: "Vielleicht macht gerade das neugierig und der ein oder andere bemüht das Internet und sucht gezielt danach."

Autor

Claudia Sebert
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Veröffentlicht am:
01. 07. 2019
18:58 Uhr

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Autor

Claudia Sebert

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Veröffentlicht am:
01. 07. 2019
18:58 Uhr



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