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Münchberg

Mietersuche, damit der neue Götz voll wird

Oben Wohnungen, unten Läden: Vom Neubau auf der freien Fläche verspricht sich Münchberg mehr Leben in der Innenstadt. Nun gilt es, Geschäftsleute oder Ärzte anzulocken.



Erst Kaufhaus, jetzt Freifläche und im Jahr 2022 ein pulsierendes Zentrum mit Geschäften und Gastronomie -so wünschen sich die Planer das Götz-Areal. Fotos: Patrick Findeiß/cs
Erst Kaufhaus, jetzt Freifläche und im Jahr 2022 ein pulsierendes Zentrum mit Geschäften und Gastronomie -so wünschen sich die Planer das Götz-Areal. Fotos: Patrick Findeiß/cs   » zu den Bildern

Münchberg - An die Lücke inmitten der Stadt scheinen sich die Münchberger zu gewöhnen. Zumindest nutzen sie rege die neue Parkfläche, seit das Götz-Gebäude nicht mehr steht. Vor einem Jahr machten Baumaschinen das leere Warenhaus dem Erdboden gleich. Jetzt geht es um den Wiederaufbau. Und um Visionen.

Gut zu wissen

2015 hat die Stadt das Götz-Areal für 120 000 Euro nach langem Ringen ersteigern können.

Im April 2018 ging der Abriss des einstigen "Guten Ladens" über die Bühne. Die Kosten beliefen sich auf 260 000 Euro. Dafür bekam die Stadt 90 Prozent Förderung aus der Förderoffensive Nordostbayern.

2018 lief ein Architekten-Wettbewerb, den das Regensburger Büro "Röcker Gork" gewann; im Mai 2019 entschied der Stadtrat, dass die KWM die Regie beim Neubau übernimmt.


Seit Ende Mai steht fest: Die kommunale Wohnungswirtschaft Münchberg (KWM), ein Eigenbetrieb der Stadt, übernimmt die Regie beim Neubau. Sie verwaltet bereits die städtischen Häuser mit ihren 247 Wohnungen. Mit dem Götz-Großprojekt betritt die KWM Neuland. Ihr Chef, der Stadtwerkeleiter Michael Dietel, nennt es eine Herausforderung. Er muss sich nun darum kümmern, dass in die geplanten Gebäude Leben einzieht.

Zum Pressegespräch im Rathaus liegt ein Plakat auf dem Tisch, das den Entwurf der Architekten zeigt. Und so soll er aussehen, der neue Götz: Drei moderne Gebäudeblöcke mit flachen Dächern, in der Mitte ein offener, begrünter Platz. Die Idee stammt von den Architekten des Stuttgarter Büros "Röcker Gork". Beim Wettbewerb bekamen sie dafür den ersten Preis und konnten sich später auch bei der Ausschreibung durchsetzen.

Schon als die Pläne in der Kreuzbergschule zu sehen waren, kamen sie bei den Münchbergern gut an - vor allem, weil die Architekten keinen Koloss konstruiert haben, sondern mehrere Häuser.

Doch wer zieht ein? Aus Erfahrung weiß Dietel: "Hochwertiger Wohnraum wird in Münchberg gesucht. Der Bedarf ist da." Auf 1500 Quadratmetern sollen zirka 16 Wohnungen entstehen, die man mieten kann. Auch Kaufanfragen für Eigentumswohnungen liegen der KWM vor, hierfür sei man offen und gesprächsbereit, betont Dietel. Bürgermeister Christian Zuber kann sich gut vorstellen, dass die Lage inmitten der Stadt mitsamt Tiefgarage reizvoll ist - "vielleicht auch für Ehepaare, deren Kinder groß sind und die kein Haus mit Garten mehr brauchen".

Die Wohnungen an den Mann zu bringen, sei also kein Problem - da sind sich beide einig. Schwieriger wird es mit den Gewerbeflächen. 1300 Quadratmeter haben die Architekten dafür in den Erdgeschossen der Häuser eingeplant. Vorstellen könnten sich Dietel und Zuber vieles, Gastronomie zum Beispiel, damit der Platz belebt ist. "Das war von Anfang an der Wunsch."

Der Werksleiter berichtet, dass er bereits einen Anker-Mieter und verschiedene Interessenten im Kopf habe. "Wir führen Gespräche." Mehr möchte er nicht verraten. Aber fest steht: "Klinken putzen" gehört nun zu seinen Aufgaben. Er will bei verschiedenen Händlern und Firmen anfragen und für den Standort werben. "Wer jetzt interessiert ist, hat den großen Vorteil, dass wir auf Wünsche eingehen können."

Die Pläne sind noch veränderbar. Zuber nennt es das "Fein-Tuning", das heuer ansteht. In dieser Phase will man Vorstellungen der Architekten an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Noch seien Raum- und Wohnungsgrößen individuell gestaltbar. Das gilt auch für ein mögliches Ärztehaus, das für den neuen Götz schon öfter im Gespräch war. Bei den Ärztetreffen der Stadt hat der Bürgermeister stets auf diese Möglichkeit verwiesen. "Wir können es nur immer wieder anbieten."

Wenn die Planungszeit abgeschlossen ist, soll der Bau im nächsten Jahr starten. Dietel hält eine Bauzeit von zwei Jahren für realistisch, sodass 2022 alles fertig sein könnte. Gerne würden er und der Bürgermeister mit "vollem Haus" starten - also noch vor dem Bau alle Flächen vermietet wissen. Doch Zuber stellt klar: "Gebaut wird in jedem Fall."

Und er betont, dass die KWM das Projekt keinesfalls als "Notnagel" übernommen hat, sondern aus guten Gründen: Mit dem Eigenbetrieb könne man die Vorstellungen der Stadt im sensiblen Innenstadtbereich am besten umsetzen. Seit acht Jahren verwaltet die KWM die städtischen Häuser. Sie trägt sich selbst und investiert das Geld aus den Mieteinnahmen in die Sanierung der Gebäude. "Wären sie vor zehn Jahren verkauft worden, sähe die Sache heute anders aus", erinnert Zuber an das erste Volksbegehren der Stadt. Es hat damals den Verkauf der Wohnungen an einen Investor verhindert.

Seitdem bemüht sich die KWM darum, die Mieten erschwinglich zu halten. Auch beim Götz-Projekt genügt dem Eigenbetrieb eine schwarze Null. Zurzeit läuft noch die Kalkulation der Kosten. Wie Zuber erklärt, muss das Investitions-Volumen zu den Einnahmemöglichkeiten passen. "Dann wird man sehen, was machbar ist." Während die Baukosten überall gleich seien, gäbe es bei den Mieteinnahmen krasse Unterschiede, ob eine Wohnung in München oder Münchberg steht. Wünsche und regionale Gegebenheiten gelte es, unter einen Hut zu bringen.

Für alle Münchberger, die sich an das Parken am Götz gewöhnt haben, hat Zuber noch eine gute Nachricht parat: Freie Plätze soll es auch dann noch geben, wenn das Areal wieder bebaut ist. Ideen dafür hat er bereits.

Autor

Claudia Sebert
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Veröffentlicht am:
17. 07. 2019
18:42 Uhr

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Claudia Sebert

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Veröffentlicht am:
17. 07. 2019
18:42 Uhr



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