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Münchberg

Mittelschule zeigt Flagge gegen Rassismus

Schüler aus 26 Nationen besuchen die Mittelschule in Helmbrechts. Hölzerne Fahnen verkünden eine Botschaft: "Alle Menschen sind gleich."



Die Fahnen aus 26 Nationen, aus denen Schüler der Mittelschule Helmbrechts stammen, haben Mädchen und Jungen auf Holz gemalt und mit Daumenabdrücken versehen. Foto: Werner Bußler
Die Fahnen aus 26 Nationen, aus denen Schüler der Mittelschule Helmbrechts stammen, haben Mädchen und Jungen auf Holz gemalt und mit Daumenabdrücken versehen. Foto: Werner Bußler  

Helmbrechts - Die Mittelschule Helmbrechts trägt den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Dieses Bekenntnis steht nicht nur auf dem Papier, es wird auch gelebt. Lehrkräfte zeigen im Unterricht die Folgen von Diskriminierung auf, organisieren auch Fahrten in ehemalige KZ-Lager oder besuchen Ausstellungen, in denen besonders eindringlich Menschenrechtsverletzungen angeprangert werden. Die Schülerinnen und Schüler stehen hinter diesen Aktionen und entwickeln selbst Initiativen, mit denen sie Gewalt und Rassismus begegnen.

Jetzt stand ein ganzer Schulprojekttag unter dem Motto: "Alle Menschen sind gleich." Die Mädchen und Jungen aus allen Klassen der Schule stellten Präsentationen zusammen und befassten sich in Workshops mit Konzepten, mit denen sie eine breite Öffentlichkeit auf ihr Anliegen aufmerksam machen können. Die Ergebnisse ihrer Überlegungen präsentierten sie in der Aula.

Für Bürgermeister Stefan Pöhlmann, Pate der Schule ohne Rassismus, ist es in einer Zeit, in der der gegenseitige Respekt abnehme und Schmähausdrücke fast alltäglich seien, wichtig, Zeichen der Toleranz und des gegenseitigen Respekts zu setzen. "Wenn in unserer Stadt Menschen verschiedener Nationen leben, dann ist das keine Belastung - sondern eine Bereicherung."

Allein die Helmbrechtser Mittelschule besuchen Menschen aus 26 Nationen. Die Fahnen dieser Länder haben Schüler auf Holz gemalt und mit Daumenabdrücken markiert. Die Kunstwerke sollen am Zaun der Schule eine Bleibe erhalten. Im Haus selbst hängt jetzt eine Karte, die aufzeigt, wo überall die Schüler ihre Wurzeln haben. Weiter sind dort Ausstellungen aufgebaut, in denen Presseberichte zu Menschenrechten zu sehen sind und außerdem in prägnanter Form die Geschichte des KZ-Außenlagers Helmbrechts dokumentiert ist. Die Foto-Schülerfirma hatte außerdem eine Collage zum Thema angefertigt.

Zu Gast waren an diesem Vormittag auch Partner der Schule. So informierte die Polizei die fünfte und sechste Jahrgangsstufe über Gewaltvorbeugung. Die Kolpingfamilie bot eine Roadshow zum Thema Flucht. Das Junge Theater Hof zeigte das Stück "Deine Anna". Pascal Bächer und Philipp Winklhofer von der Band Koalika erarbeiteten mit musikbegeisterten Jugendlichen einen Rap gegen Rassismus.

Eine Klasse hatte den Satz: "Sag Nein zu Rassismus" in verschiedene Sprachen übersetzt. Eine andere Klasse setzt sich mit Gedichten und Reimen gegen die Fremdenfeindlichkeit zur Wehr. "Wir sagen Ja zur Courage, denn alles andere ist für uns eine Blamage", sagte eine Schülerin.

Am Ende des Projekttages ließen die Schüler Luftballons mit einer Botschaft steigen: Auf einem Papier stehen die wichtigsten Kinderrechte, die die Vereinten Nationen in einer Konvention festgelegt haben. Dazu gehören der Schutz vor Gewalt und Verwahrlosung, Gesundheitsvorsorge, Berücksichtigung des Kindeswillens und vieles mehr. Damit will man die Öffentlichkeit für die Einhaltung dieser Rechte der Schwächsten sensibilisieren.

Nach der Präsentation, die Schulrat Stefan Stadelmann gespannt verfolgte, konnten die Schüler per Münzeinwurf in Dosen übrigens entscheiden, wie sie den Tag fanden. In der Büchse mit dem Smiley landeten fast hundert Prozent der Taler. Ein Dank der Organisatoren galt den Sponsoren wie der Aktion "Demokratie leben" in Bad Alexandersbad und dem Förderverein der Grund- und Mittelschule. Auch Bürgermeister Pöhlmann sagte eine Spende zu.

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Werner Bußler
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Veröffentlicht am:
28. 11. 2018
19:36 Uhr

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Werner Bußler

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28. 11. 2018
19:36 Uhr



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