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Münchberg

Münchbergs Markenzeichen wird teurer

Feiern, Konzerte hören, Vorträgen lauschen oder tanzen. All das soll in zwei Jahren im Schützenhaus möglich sein. Der Umbau des historischen Gebäudes kostet mehr als geschätzt.



Seit 2016 steht es leer, 2021 soll wieder Leben einkehren. Mit dem sanierten Schützenhaus will Münchberg einen ungewöhnlichen Veranstaltungsort im Landkreis schaffen. Die Fassade bleibt, innen wird’s modern. Foto: Patrick Findeiß
Seit 2016 steht es leer, 2021 soll wieder Leben einkehren. Mit dem sanierten Schützenhaus will Münchberg einen ungewöhnlichen Veranstaltungsort im Landkreis schaffen. Die Fassade bleibt, innen wird’s modern. Foto: Patrick Findeiß  

Münchberg - Die Münchberger und ihr Schützenhaus. Kaum ein anderes Anwesen steht schon so lange zur Debatte. Kaum ein anderes weckt so viele Emotionen. Vor zwanzig Jahren zum Abriss freigegeben, der am Geld scheiterte, kann das denkmalgeschützte Gebäude jetzt aus dem Dornröschenschlaf erwachen. Es soll multifunktional werden, mit Räumen, in denen von Konzerten über Vereinsfeiern bis hin zu Bällen alles stattfinden kann. 330 Gäste werden hier Platz finden. "Einen Veranstaltungsort mit so vielen Möglichkeiten gibt es in der Gegend nicht häufig", davon ist Bürgermeister Christian Zuber überzeugt.

Was bisher geschah

Das Schützenhaus stammt von 1849. Die Stadt kauft es 1998 von der Kulmbacher Brauerei und will es sanieren. Damit beginnt die Diskussion um das "Markenzeichen Münchbergs". Erhalten oder Abreißen?

Mit knapper Mehrheit stimmt der Stadtrat 2000 für einen Abriss, kann ihn sich aber nicht leisten. 2006 heben die Räte den Beschluss auf: Das Schützenhaus soll bleiben, für die große Sanierung fehlt das Geld.

Seit 2016 läuft die Suche nach Zuschüssen. 2017 schafft es das Projekt in das Programm "Förderoffensive Nordostbayern", das einen bis zu 90- prozentigen Zuschuss der förderfähigen Kosten in Aussicht stellt.

2017 übernimmt Architekt Dietrich Scheler die Planung. 2018 dürfen auch die Bürger mitreden. Sie reichen Vorschläge im Rathaus ein. Im November 2018 erhält die Stadt die Baugenehmigung mit den Auflagen.

 

Möglich macht den großen Umbau die Förderoffensive Nordostbayern. Doch die Sanierung wird teuerer als gedacht. Aus diesem Grund hat Zuber am Mittwoch den Stadtrat zur Sondersitzung einberufen. Der war sich einig: Alle Räte befürworten die Modernisierung des Traditionshauses, obwohl die Kosten nicht - wie 2016 geschätzt - bei 5,5 Millionen Euro liegen. Stattdessen gehen die Planer von 7,3 Millionen Euro aus.

 

Warum? Als die Stadt im November 2018 die Baugenehmigung erhielt, waren darin aktuelle Auflagen enthalten. "Seit der Kostenschätzung sind drei Jahre vergangen, die Preise und die Anforderungen sind gestiegen", erklärte Zuber. Also musste neu berechnet werden. Man kam auf stolze 7,9 Millionen Euro. Als Beispiel für höhere Kosten nannte Zuber den Eingang. Dort müssen zur Sicherheit der Gäste drei Türen entstehen. Deswegen braucht es eine breitere Außentreppe. "Eine Maßnahme zieht mehrere nach sich", fasste Zuber zusammen. Aber auch die "Spiegelung" des Grundrisses, damit Biergarten und Küche beieinanderliegen, trieb die Kosten hoch. Genau wie ein Fußboden, auf dem es sich gut tanzen lässt.

Um die Summe wieder nach unten zu schrauben, hat sich im Januar die "Projektgruppe Schützenhaus" getroffen. Und war erfolgreich. In der Sitzung listete Zuber auf, an welchen Stellen nun gespart wird: Bei der Küche, der Belüftung für den kleinen Saal und bei der Beleuchtung. Übriggeblieben sind 7,3 Millionen Euro, die nun als Gesamtkosten in den Unterlagen stehen. Sie gehen an die Regierung von Oberfranken. Zuber hofft, dass er von dort bald grünes Licht bekommt. "Wir stehen in den Startlöchern."

Der Zeitplan für den Ausbau ist sportlich. Schon 2021 soll er fertig sein. Bei der Sitzung bat Hermann Seiferth (SPD) darum, die Bauzeit für Marketing zu nutzen. "Dafür brauchen wir ein Konzept", forderte er.

Dem stimmte Zuber zu. Sobald der Förderbescheid vorliege und man genau wisse, wie viel Eigenmittel die Stadt aufbringen muss, will er sich auch um weitere Fördermöglichkeiten kümmern. Thomas Schnurrer (CSU) betonte, dass die Kosten nicht weiter steigen dürften und forderte Zwischenberichte in der Bauphase.

Ein Neubau würde übrigens nicht günstiger kommen, merkte Zuber noch an und unterstrich wie schon mehrmals in den vergangenen Jahren: "Diese Sanierung macht Sinn. Wir stellen uns zukunftsfähig auf." Am Montag soll es noch ein Treffen mit Vertretern der Regierung und des Denkmalschutzes geben, um weitere Einsparmöglichkeiten zu suchen.

Autor

Claudia Sebert
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Veröffentlicht am:
11. 04. 2019
18:34 Uhr

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Claudia Sebert

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11. 04. 2019
18:34 Uhr



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