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Münchberg

Neue Praxis bringt Leben in die Stadtmitte

In Münchberg verschwindet ein Leerstand an prominenter Stelle. In die ehemalige Buchhandlung Meister zieht im Herbst eine junge Urologin ein. Der Umbau läuft.



Dr. Cristina Raita hat den Arztsitz von Hans Beer übernommen und öffnet im Herbst ihre neue Praxis in der Luisenstraße. Dort steht die Buchhandlung seit Mai 2018 leer. Foto: cs
Dr. Cristina Raita hat den Arztsitz von Hans Beer übernommen und öffnet im Herbst ihre neue Praxis in der Luisenstraße. Dort steht die Buchhandlung seit Mai 2018 leer. Foto: cs  

Münchberg - Die Nachricht vom Aus der Buchhandlung hat im vergangenen Jahr viele Münchberger getroffen. Das Geschäft galt als Institution in der Stadt. Seit Mai 2018 stehen die Räume in bester Innenstadtlage leer. Doch nun tut sich etwas hinter den Schaufenstern. Der Umbau ist in vollem Gange, schon im September will hier Dr. Cristina Raita eine neue Praxis eröffnen.

Sie ist Fachärztin für Urologie, medikamentöse Tumortherapie und Palliativmedizin. Zum ersten Juli hat sie die Praxis des Münchberger Urologen Hans Beer in der Bahnhofstraße übernommen. Dort praktiziert sie bereits, will aber in die Luisenstraße umziehen. Hier erinnert nur noch die Treppe ins Obergeschoss an die einstige Buchhandlung. Ansonsten sind viele Wände dazugekommen, Elektrik, Wasser und Heizung - alles muss neu verlegt werden. Wo früher die neuesten Schmöker im Schaufenster standen, werden sich künftig Patienten anmelden. Barrierefrei geht es weiter ins Wartezimmer und in die Behandlungsräume. Auch das obere Stockwerk will die Ärztin mit nutzen und hier Zystoskopie und Ultraschall anbieten. Ein eigenes Labor ist ebenfalls geplant.

Die 34-Jährige stammt aus Rumänien und lebt seit 2010 in Deutschland. Angefangen hat sie im Hofer Sana-Klinikum. Dort ist sie auch trotz der Praxisübernahme weiterhin in Teilzeit tätig. Wie von der Kassenärztlichen Vereinigung zu erfahren ist, hat Dr. Raita den einzigen Sitz eines Urologen in der Stadt übernommen. Ohne Nachfolger hätte er wegfallen können - genau wie im Fall des Kinderarztsitzes.

"Ich wollte mich schon immer mit einer eigenen Praxis niederlassen", erzählt die Medizinerin. Sie habe sich deshalb im Raum Hof umgesehen. Dass es in Münchberg geklappt hat, sei Zufall gewesen. Drei Jahre lang habe Hans Beer nach einem Nachfolger gesucht. Fachärztin ist Dr. Cristina Raita seit einem Jahr, lange habe sie nach passenden Praxisräumen Ausschau gehalten, bis sie in der Luisenstraße fündig wurde. Dort hat sie die Räume der ehemaligen Buchhandlung angemietet, um sich hier ihren Traum zu erfüllen.

Sie übernimmt nicht nur den Patienten-Stamm ihres Vorgängers, sondern auch seine Angestellte. Außerdem sucht sie weitere Mitarbeiter für ihr Team. Die Praxis bezeichnet sie als Familienunternehmen, ihr Mann Marius Raita kümmert sich um Organisation, EDV und Buchhaltung. Das Paar wohnt in Döhlau und hat einen kleinen Sohn. Vom Standort in der Luisenstraße ist die Ärztin sehr angetan, weil das Haus so zentral liegt.

Bürgermeister Christian Zuber begrüßt es, dass an dieser wichtigen Stelle wieder Leben einkehrt. "Jeder Leerstand, der beseitigt wird, ist ein Gewinn." Es wäre unwahrscheinlich gewesen, wenn dort wieder eine Buchhandlung eingezogen wäre. Außerdem sei der Bücherkauf in der Innenstadt dank des neuen Schreibwarengeschäfts nebenan ja nach wie vor möglich. Seiner Meinung nach haben die Münchberger die Schließung des "Meisters" als Weckruf verstanden, den Einzelhandel vor Ort zu unterstützen. "Hoffentlich hält das an." Auch eine Arztpraxis bringe Frequenz in die Innenstadt.

Im Herbst will der Bürgermeister ein Konzept gegen Leerstände präsentieren, das die Stadt mit der Wirtschaft erarbeite. Das hat er bereits bei seiner Nominierung angedeutet. Noch laufen die Vorbereitungen.

Michael Knefel, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, kann sich vorstellen, dass durch die Praxis viele Leute von außerhalb nach Münchberg kommen, das habe schon die Eröffnung des neuen Lungenzentrums gezeigt. Zwar wäre ein Drogeriemarkt an dieser Stelle ein stärkerer Frequenzbringer gewesen - "aber der lässt sich nun einmal nicht aus dem Hut zaubern".

Dass an zentraler Stelle wieder etwas los ist, hält er für sehr wichtig und glaubt, dass die umliegenden Händler profitieren werden. "Nun wäre es natürlich schön, wenn Stück für Stück noch weitere Leerstände verschwinden würden."

Autor

Claudia Sebert
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Veröffentlicht am:
10. 07. 2019
17:46 Uhr

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Claudia Sebert

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Veröffentlicht am:
10. 07. 2019
17:46 Uhr



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