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Münchberg

Neues Domizil von "Bleed" hat geöffnet

Das Helmbrechtser Unternehmen "Bleed" hat neue Geschäftsräume. Dort gibt es nun fair produzierte Mode zu kaufen.



Michael Spitzbarth in den Räumen im renovierten Geschäftsgebäude am Ortseingang von Helmbrechts.
Michael Spitzbarth in den Räumen im renovierten Geschäftsgebäude am Ortseingang von Helmbrechts.   Foto: Bußler

Helmbrechts - Mit seinem neuen Domizil am Helmbrechtser Ortsrand tritt das ortsansässige Modeunternehmen "Bleed" den Beweis an, dass sich Geschäftserfolg und Naturschutz nicht ausschließen müssen: Die Räume in der Münchberger Straße nämlich, in denen Firmengründer Michael Spitzbarth bisher mit seiner Mannschaft untergekommen war, erwiesen sich zuletzt als zu klein. Spitzbarth wollte aber dem Standort Helmbrechts die Treue halten. Deshalb suchte er in seiner Heimatstadt nach einer neuen Unterkunft und fand ein für seine Zwecke ideales Gebäude am Ortseingang, nämlich das frühere Autohaus Herpich in der Gunterstraße.

Gut zu wissen

Der Helmbrechtser Textildesigner und Unternehmer Michael Spitzbarth hat für sein Konzept, Mode und Naturschutz zu verbinden, schon mehrere Preise gewonnen. Der Name "Bleed" ist eine Anspielung auf Tiere und Umwelt, die nicht selten bei der Herstellung von Mode bluten müssen. Deshalb produziert "Bleed" nur Ware, in der weder Chemikalien noch Pestizide oder gentechnisch verändertes Material enthalten sind. Auch Kinderarbeit möchte das Unternehmen für seine Produkte ausschließen.

Nach dem innerhalb von nur sechs Monaten durchgeführten Umbau von ehemaligen Werkstatt- und Ausstellungsräumen präsentiert sich das Haus nun - in optisch ansprechendem Gewand - als neuer Firmensitz von "Bleed Clothing". Platz finden darin Büro-, Verkaufs- und Logistikräume. Das Bayerische Wirtschaftsministerium und die Regierung von Oberfranken unterstützten die Renovierung. So konnte der Betrieb pünktlich zu seinem zehnjährigen Bestehen das neue Domizil beziehen. Am heutigen Samstag haben ab 10 Uhr alle Interessenten die Gelegenheit, das renovierte Haus zu besichtigen. Dazu startet eine Party mit vielen Attraktionen auch für Kinder.

 

Bereits am gestrigen Freitag fand die offizielle Einweihung mit Ehrengästen statt. Michael Spitzbarth erinnerte an die Gründung des Unternehmens in seinem Elternhaus. Aber der Platz in Dachboden und Garage habe sich auf Dauer als nicht groß genug für den ständig wachsenden Betrieb erwiesen. Deshalb erfolgte im Jahr 2012 der Umzug in ein Haus in der Münchberger Straße. Dort befanden sich Büro und Lagerräume unter einem Dach. Aber auch dort reichte die Kapazität schon nach einiger Zeit nicht mehr aus. Inzwischen beschäftigt die Firma 15 Mitarbeiter und bietet vegane Produkte aus ihrer Kollektion auch im Internet an. Selbst nach Neuseeland hat "Bleed" seine Produkte schon verschickt.

Zur Inbetriebnahme des neuen Domizils sagte Michael Spitzbarth, er freue sich, erfolgreiche Pionierarbeit geleistet zu haben. Mittlerweile finde weltweit in Sachen Nachhaltigkeit ein Umdenken statt, wie etwa die Schülerproteste unter dem Slogan "Fridays for Future" beweisen würden. Stolz sei man auch darauf, dass sich das Firmenkonzept bewährt habe und das Unternehmen sich einen unabhängigen Platz in der Modeindustrie gesichert hat.

Heidrun Piwernetz, Oberfrankens Regierungspräsidentin, bezeichnete den Umzug und die Einweihung des neuen Domizils als einen "Meilenstein in der Erfolgsgeschichte von Bleed Clothing". Die Firma biete einzigartige Mode nach ökologischen Gesichtspunkten. "Bleed hat sich ein überregionales Alleinstellungsmerkmal erarbeitet", sagte sie und lobte das Bekenntnis zum Standort Oberfranken. Heidrun Piwernetz war nicht mit leeren Händen gekommen, sie hatte einen Förderbescheid in Höhe von knapp 100 000 Euro für Investitionen mitgebracht.

Planer Jörg Albrecht erläuterte kurz die Umgestaltung des ursprünglichen Autohauses. Die Familie Spitzbarth wollte mit ihrem Betrieb zunächst in die Alte Weberei einziehen, fand dann aber dieses Anwesen am Tor zu Helmbrechts als optimalen Standort, zumal auf diesem Areal auch Erweiterungen möglich sind.

Landrat Dr. Oliver Bär betonte, das Unternehmen biete eine besondere Facette in der hiesigen Textilregion. Mit Shirts, die Werbung für das Gebiet machen, agiere die Firma als unbezahlte Marketingagentur. Der Betrieb sei ein Beispiel dafür, was in der Region alles leistbar ist. "Wir wünschen uns, dass es mehr Unternehmen wie Sie gibt, die auch bereit sind, Risiken einzugehen", sagte der Landrat in Richtung Betriebsinhaber.

Autor

Werner Bußler
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Veröffentlicht am:
03. 08. 2019
00:00 Uhr

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Werner Bußler

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Veröffentlicht am:
03. 08. 2019
00:00 Uhr



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