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Münchberg

Nie waren 2161 Meter im Regen schöner

Bereits vor 46 Jahren forderte mancher einen Radweg zwischen Zell und Sparneck. Nun kann auf der ehemaligen Eisenbahnlinie geradelt werden.



Unter großer Teilnahme der Bürger aus Zell und Sparneck und vieler Ehrengäste wurde der erste Abschnitt des Radwegs auf der ehemaligen Bahnstrecke nach Münchberg von Zell bis Sparneck eingeweiht. Das obligatorische Band haben durchschnitten (von links): Baudirektor Anton Hepple vom Amt für ländliche Entwicklung, Landtagsabgeordneter Alexander König, der Sparnecker Bürgermeister Prof. Dr. Reinhardt Schmalz, Landrat Dr. Oliver Bär, Jürgen Wälzel, Leiter des Tiefbauamtes beim Landratsamt Hof, Pfarrerin Marina Rau und der Zeller Bürgermeister Horst Penzel. Foto: Engel
Unter großer Teilnahme der Bürger aus Zell und Sparneck und vieler Ehrengäste wurde der erste Abschnitt des Radwegs auf der ehemaligen Bahnstrecke nach Münchberg von Zell bis Sparneck eingeweiht. Das obligatorische Band haben durchschnitten (von links): Baudirektor Anton Hepple vom Amt für ländliche Entwicklung, Landtagsabgeordneter Alexander König, der Sparnecker Bürgermeister Prof. Dr. Reinhardt Schmalz, Landrat Dr. Oliver Bär, Jürgen Wälzel, Leiter des Tiefbauamtes beim Landratsamt Hof, Pfarrerin Marina Rau und der Zeller Bürgermeister Horst Penzel. Foto: Engel  

Zell - Bereits 1972, bei der Streckenstilllegung der Lokalbahn-Linie von Münchberg nach Zell, wurde erstmals der Gedanke geboren, auf dem ehemaligen Bahnkörper einen Radweg zu bauen. Jetzt, 46 Jahre später, wurde bei stürmischen Winden und Schneeregen der erste Streckenabschnitt des Radweges von Zell bis Sparneck offiziell seiner Bestimmung übergeben. Neben vielen Offiziellen waren auch weit über einhundert Bürger aus Zell und Sparneck gekommen.

Gut zu wissen

Die Gesamtkosten für den Bau des Radweges belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Davon trägt das Amt für ländliche Entwicklung etwa 70 000 Euro, weil auch Landwirte den Weg nutzen. Die Marktgemeinde Zell übernimmt 140 000 Euro. Der Landkreis steuert 1,3 Millionen Euro bei, der Freistaat Bayern fördert mit 1,1 Millionen Euro.

Noch am Beginn des Radweges, zwischen der Firma Achenbach und dem Turnplatz, hat es sich Landrat Dr. Oliver Bär selbst bei diesem ganz miesen Wetter nicht nehmen lassen, die Bürger zu begrüßen. "Fahrradwege sind für mich eine Herzensangelegenheit, weil sie die Lebensqualität der Menschen steigern", sagte Bär. Der Landkreis Hof hätte hier großen Nachholbedarf. Mit diesem Teilstück sei der erste Schritt getan. Für den Anschlussabschnitt von Sparneck bis Weißdorf würden die Planungen intensiviert, damit dieser bis Ende 2019 oder im Jahr 2020 fertiggestellt werden könne. Nachdem in diesem Jahr auch die "Superstraße" von Münchberg bis Stockenroth mit einem begleitenden Radweg eingeweiht werden konnte, soll auch der Bau bis Sparneck weitergehen. Er hofft, dass diese bis 2021 ausgebaut werden kann. "Dann haben wir einen Radweg von Münchberg in alle Waldsteingemeinden."

 

Nachdem das Band von den Ehrengästen durchschnitten war, ließen diese es sich nicht nehmen, auf den bereitgestellten Rädern wenigstens einen Teil der Strecke abzufahren. Anschließend hat man sich in die Turnhalle des TV Zell zurückgezogen. "Mir fehlt noch die Luft", klagte der Zeller Bürgermeister Horst Penzel bei seiner Begrüßung, "ich merkte, dass ich mehr tun muss". Penzel erinnerte an die vielen Hürden, die bis zum Tag der Einweihung zu bewältigen waren. Da wurden Verkehrszählungen durchgeführt, die dann schließlich ergeben hätten, dass viele Radfahrer unterwegs sind. Besonders freute sich der Bürgermeister, dass die Ortseinfahrt von Reinersreuth her so toll gelungen ist. "In Verbindung mit der neu gebauten Schulstraße und der ebenfalls neuen Fritz-Müller-Straße wird das gesamte Ortsbild aufgewertet."

Der Sparnecker Bürgermeister Prof. Dr. Reinhardt Schmalz freut sich, dass nach vier Monaten endlich die Verbindung von Reinersreuth nach Zell wieder offen ist. "Wir Reinersreuther waren von der Welt abgeschnitten." Dr. Schmalz blickte auf das Jahr 1972 zurück, in dem die Bahnlinie eingestellt wurde, mit der er täglich nach Münchberg zum Gymnasium gefahren ist. Schon damals habe er angeregt, auf dem Bahnkörper einen Radweg zu bauen. "Im Gemeinderat hat man nur gelacht." Sparneck hätte alle Grundstücke verkauft, trotzdem sei die Forderung nach einem Radweg immer wieder gestellt worden. 2014 hätte dann er gemeinsam mit Alexander König einen neuen Versuch gestartet, beide hätten auch gleich nach einem passenden Streckenverlauf gesucht. Und auch der damals neue Landrat Dr. Bär sei gleich darauf eingegangen. Jetzt müsse auch der Anschluss nach Weißdorf schnell umgesetzt werden, damit die Waldsteingemeinden noch enger zusammenwachsen.

Auch Alexander König erinnerte sich an die gemeinsame Suche mit Dr. Schmalz nach einem Streckenverlauf. Zum Glück hätten sich die Ansichten zu Radwegen grundlegend geändert. "Man kann hier ja nicht nur Rad fahren, hier kann die Oma spazieren gehen und man kann die Babys im Kinderwagen ausfahren."

Baudirektor Anton Hepple vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) erinnerte daran, dass mit dem Ausbau von Radwegen auch landwirtschaftliche Nutzflächen erschlossen werden müssten, sonst dürfte das ALE keine Fördermittel geben. Im Bereich des Marktes Zell sei ein 430 Meter langes Teilstück förderfähig gewesen, das neben den Radfahrern auch Landwirten zur Anfahrt ihrer Flächen und auch der Naherholung dient.

Jürgen Wälzel, Leiter des Tiefbauamtes im Landkreis, blickte wie der Landrat bereits in die Zukunft. Er sei zuversichtlich, dass der ebenfalls etwa zwei Kilometer lange Abschnitt von Sparneck nach Weißdorf im Herbst nächsten Jahres gebaut werden könne. Wälzel bedankte sich bei den beteiligten Gemeinden und deren Anwohnern, den Grundstückseigentümern und Pächtern für die Zusammenarbeit. Ein großes Lob bekam auch die Baufirma Strabag für die schnelle Umsetzung der Maßnahme, mit der erst am 6. August begonnen worden sei.

Mit einer Wortmeldung dankte Bürgerin Kriemhild Purrer allen Beteiligten: "Ich denke, ich spreche im Namen aller Zeller, das ist eine große Bereicherung und große Freude für unsere Gemeinde. Mein Mann zählt jeden Schritt, den er mit seinem Rollator auf der Strecke laufen kann."

Autor

Helmut Engel
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Veröffentlicht am:
10. 12. 2018
00:00 Uhr

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Helmut Engel

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10. 12. 2018
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