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Münchberg

Projektwoche für echte Weltverbesserer

Am Münchberger Gymnasium steht die Woche unter dem Motto "Weltfairänderer". Die Themen reichen von Gehörlosigkeit über Zivilcourage bis zur Suche nach Talenten.



Trockenübung für eine Flußüberquerung: es geht nur gemeinsam. Viele Aktionen finden diese Woche am Münchberger Gymasium statt.	Foto: Schoberth
Trockenübung für eine Flußüberquerung: es geht nur gemeinsam. Viele Aktionen finden diese Woche am Münchberger Gymasium statt. Foto: Schoberth  

Münchberg - Um Fairness und Nachhaltigkeit geht es in dieser Woche am Gymnasium Münchberg. Die Jugendlichen erproben in unterschiedlichen Workshops, was sie persönlich in ihrem Umfeld dazu beitragen können, die Welt ein Stück weit positiv zu verändern. Das Projekt heißt "Werde Weltfairänderer", ist von der Unesco preisgekrönt. Ein Team des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist mit dieser Initiative am Münchberger Gymnasium zu Gast. Am Montagabend fand für die Schulfamilie eine Talentshow und ein gemütliches Beisammensein statt.

Talentshow am Abend

Höhepunkt des ersten Projekttages war die Talentschau, zu der an die hundert Jugendliche, Eltern, Lehrer und Ehemalige gekommen waren. Schüler zeigten auf einer Bühne, was in ihnen steckt, etwa der Schulchor oder die Theatergruppe mit einem Auszug aus Dürrenmatts "Die Physiker". Eine hinreißende Choreografie im Bodenturnen führten die Sechstklässlerinnen Kira Lang, Sophia Grimm und Lena Kreuzer vor. Hanna Tauber (9a) ließ in einem Quiz zwei Lehrer gegen zwei Schüler antreten: Sieger wurden die Lehrer mit 4:2. Zum Thema Nachhaltigkeit passten zwei Videoclips, die im Französischunterricht der 10a entstanden sind. Wie bei einer Wissenschaftssendung fühlte man sich beim Betrachten physikalischer Experimente, die Jonas Pruschwitz und Jonas Leichauer in einem Video vorführten. Erich (9a) und Aristeidis Niotis (Q11) begeisterten mit anspruchsvoller moderner Klassik auf dem Akkordeon. Katharina Walther sang Cohens "Halleluja", von ihrem Bruder Christian am Klavier begleitet. Annika und Konstantin Hübner berührten mit Bob Dylans "Blowing in the Wind". Eine Show ganz in Schwarz boten die Jongleure Ibrahim und Mustafa Merdivan. Nach dem gemütlichen Beisammensein schloss der Abend mit einer Lichtmeditation, die Heike Eul vortrug. Gerd Koppitz und Ludger Arens spielten dazu mit Geige und Klavier Lieder aus Taizé.


Ein ungewöhnliches Gespräch konnten am Nachmittag einige Zehntklässler führen: eine stille Unterhaltung mit fliegenden Händen und lebendigen Gesichtern. Der Referent war Thomas Kufner aus Neuenmarkt. Kufner ist gehörlos, aber nicht stumm: Seine Sprache ist die deutsche Gebärdensprache, in der er sich lebhaft und anschaulich ausdrückt. Begeistert erzählte er vom Triathlon am Trebgaster Badesee, an dem er teilgenommen hatte. Die Zuhörer folgten ihm gebannt und konnten aus Mimik und Gestik recht gut erschließen, wie es dem Sportler unter der sengenden Sonne und im kalten Wasser ergangen war. Kufner ist Gebärdendozent an der VHS Bayreuth und hatte einen seiner Sprachschüler, den Soziologiestudenten Max Gropper, als Dolmetscher dabei. Wie jede Sprache, erklärte Kufner, lernt man die Gebärdensprache am besten, wenn man mit Menschen spricht, die sich in ihr verständigen. Es gibt auch Kurse im Internet. Die Zehntklässler übten eifrig Wörter und das Fingeralphabet, sodass sie sich schließlich mit herzlichem, doch lautlosem Applaus von ihrem Besuch verabschieden konnten.

Dass man in einer Doppelstunde auf dem Tablet einen Trailer produzieren kann, bewies eine Gruppe von Achtklässlern unter der Anleitung von Katharina Nierhoff vom Bezirksjugendring. Die Jugendlichen entschieden sich, die Thematik der Projektwoche im Film aufzugreifen. "Zwei fairändern die Welt und überzeugen andere" nannten vier Mädchen ihren Beitrag, in dem es um Zivilcourage geht. Andere entschieden sich dafür, in einer Schreibwerkstatt Welten und Zukunft zu erfinden. Fingerfertigkeit war in den Workshops gefragt, die sich mit Upcycling befassten. Aus alten Sweatshirts mit dem Schullogo wurden Taschen oder Mützen, aus Papprollen Rasseln oder Kazoos, die über eine Pergamentpapier-Membran die Stimme verzerren. Schülerinnen der Fachakademie Ahornberg hatten die Idee, Gesundes mit verbundenen Augen kosten zu lassen. Paprika war leicht zu erraten, schwieriger war es, Avocados zu erschmecken.

"Die Schule sieht anders aus in dieser Woche", fasste Schulleiter Gerd Koppitz bei seiner Rede zur Talentshow am Montagabend zusammen. In den Lichthof ist ein Café eingezogen, in dem die Besucher zusammensitzen und Bio-Säfte, Kaffee oder fair gehandelte Schokolade schlemmen können. Der Pausenhof lockt mit Spielgeräten. Ein großes Zelt gibt Raum für geschützte Gespräche. Auch der Stundenplan ist anders als üblich. Seminare an den Vor- und Nachmittagen können die Jugendlichen weitgehend selbst wählen; Lehrer begleiten sie oder bieten selbst Workshops an. "Wir machen so etwas zum ersten Mal", erklärt Gerd Koppitz. Seit Lehrer David Friedrich das Team der "Welt-Fair-Änderer" aus Bamberg nach Münchberg gezogen hat, habe das Projekt unter den Organisatoren Heike Eul und David Friedrich an Dynamik gewonnen. Mit im Boot sind zum Beispiel auch die freie Jugendarbeit des Landkreises, die Fachakademie Ahornberg, Avalon, Feuerwehr und Rotes Kreuz.

Autor

Margret Schoberth
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Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
18:14 Uhr

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Margret Schoberth

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Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
18:14 Uhr



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