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Münchberg

Schmalz tritt nicht mehr an, FWG Sparneck löst sich auf

Die Freie Wählergemeinschaft Sparneck steht vor der Auflösung. Bürgermeister Schmalz zieht sich nach der Wahl aus der Kommunalpolitik zurück.



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Reinhard Schmalz   Foto: Archiv

Sparneck - Die Freie Wählergemeinschaft Sparneck (FWG), die mit Reinhardt Schmalz den amtierenden Bürgermeister stellt, wird sich zum 30. April auflösen. Es ist ihr nicht gelungen, für die Wahl am 15. März eine Kandidatenliste aufzustellen; Bürgermeister und Vorsitzender Reinhardt Schmalz zieht die Konsequenz und tritt nicht mehr zur Wahl an. Dies berichtete er am Dienstag auf Frankenpost-Anfrage nach der entscheidenden FWG-Versammlung am Vortag.

Die Sicht der BIS

Daniel Schreiner, früher BIS, heute SPD-Bürgermeisterkandidat, bestreitet auf Anfrage, dass es in Sparneck keine jungen Leute gebe, die sich politisch engagieren wollen. Die vorliegenden Listen von SPD, CSU und Aktiven Waldsteinbürgern bewiesen das Gegenteil. Vor sechs Jahren sei eine Fusion der BIS mit der FWG nicht infrage gekommen, "weil wir selber aktiv werden wollten".

Auch die BIS tritt nicht mehr zur Wahl an. In einer Versammlung hatte Sprecher Michael Angles erklärt, die Zahl der Interessenten sei im einstelligen Bereich. Grund dafür seien Wegzüge aus beruflichen Gründen und Wechsel zu anderen Parteien. Vor sechs Jahren habe sich die BIS gegründet, auch weil die etablierten Parteien nicht bereit gewesen seien, jüngeren Kandidaten gute Plätze einzuräumen.

 

Die drei amtierenden FWG-Gemeinderäte treten nicht mehr an, "und neue haben wir nicht bekommen", sagte Schmalz. Deshalb verzichte auch er. Theoretisch wäre es möglich gewesen, auch ohne Liste ins Rennen zu gehen. "Aber das mache ich nicht", sagt Schmalz. "Ein Bürgermeister braucht die Rückendeckung einer Fraktion."

 

Das Hauptproblem sei die Überalterung, meint Schmalz. Die FWG stelle im Gemeinderat die älteste Fraktion. "Wir haben den Generationswechsel nicht geschafft", bekennt Schmalz. Er habe viele Leute angesprochen, auch junge Sparnecker, ob sie sich engagieren wollten - ohne Erfolg. "Keiner will mehr was machen." Auch aus den Reihen der Bürgerinitiative Sparneck (BIS), die für die kommende Wahl ebenfalls keine eigene Liste mehr zusammen-bringt, habe sich kein Interessent für die FWG gefunden.

Schmalz bedauert es, dass es vor sechs Jahren nicht gelungen sei, mit der BIS zu fusionieren. "Dann hätten wir eine junge schlagkräftige Liste aufstellen können." Heute seien viele BIS-Mitglieder offenbar "verschreckt" von den jahrelangen Querelen in Sparneck um die Zukunft des Anwesens Münchberger Straße 1 (die Frankenpost berichtete mehrfach).

Von 38 FWG-Mitgliedern waren in der Versammlung am Montag 19 anwesend. Die Entscheidung zur Auflösung sei sehr schnell und einstimmig gefallen, berichtet Schmalz. Er ist seit 24 Jahren Vorsitzender der 1990 gegründeten Freien Wählergemeinschaft. Im Frankenpost-Gespräch zeigte er sich tief betroffen vom bevorstehenden Aus. "Das ist nicht leicht, es tut sehr weh. Aber es lässt sich nicht ändern." Dabei wäre eine parteifreie Gruppierung wichtig für Sparneck.

Schmalz ist 69 Jahre alt. Zwar habe er sich aus Altersgründen durchaus überlegt, ob er erneut antreten solle, sagt er. Er hätte sich das Bürgermeisteramt aber gesundheitlich weiter zugetraut. Sein Vorgänger Gerhard Loy sei ja auch bis zum 75. Lebensjahr im Amt geblieben. Er, Schmalz, werde sich nach der Wahl aus der Kommunalpolitik zurückziehen.

Zu den drei amtierenden FWG-Gemeinderäten, die sich nicht mehr zur Wahl stellen, zählt Heinz Dietel. Das nun beschlossene Aus der Freien Wählergemeinschaft ist für ihn nicht mehr überraschend: Wegen der Überalterung der Gruppierung habe er sich "schon länger gedacht, dass das so kommt", sagte Dietel am Dienstag der Frankenpost. Der Frust besonders bei Reinhardt Schmalz sitze jedoch tief, das sei während der Sitzung am Montagabend erkennbar gewesen.

"Es waren kaum jüngere Leute dabei", berichtet Dietel. "Und wenn bei einer so wichtigen Sitzung nur die Hälfte der Mitglieder kommt, dann zeigt das, dass es offenbar kein Interesse mehr gibt - weder im Verein noch in der Bevölkerung."

Bei der Frage nach den Gründen für das vermeintliche Desinteresse gerade der Jungen - auch in der BIS - erinnert Heinz Dietel ebenfalls an den langen Streit in Sparneck um das Anwesen Münchberger Straße 1. Die FWG wollte den Abriss, "dann mussten wir Kompromisse finden", und nun wird es doch erhalten. Dietel: "Viele haben gemeint, dass es in Sparneck Wichtigeres gebe, das man herrichten müsste."

In Sparneck verbleiben nun zwei Bürgermeisterkandidaten: Daniel Schreiner für die SPD-Offene Liste und die Aktiven Waldsteinbürger, Hermann Benker für die CSU-Wählergemeinschaft.

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Hannes Keltsch

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Veröffentlicht am:
14. 01. 2020
11:58 Uhr

Aktualisiert am:
14. 01. 2020
17:37 Uhr

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Hannes Keltsch

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14. 01. 2020
11:58 Uhr

Aktualisiert am:
14. 01. 2020
17:37 Uhr



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