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Münchberg

Stammbacher Mediziner will Praxis verkaufen

Im Raum Münchberg könnte es zum Jahresende wieder einen Hausarzt weniger geben. Dr. Haldun Erdemir sucht einen Nachfolger. Findet er ihn nicht, schließt er trotzdem.



Die beiden Sprechstundenhilfen Moritz Hinderlich und Gerlinde Hain in den einst aufwendig modernisierten Praxisräumen von Dr. Haldun Erdemir. Nun will der Arzt an einen anderen Mediziner übergeben. Foto: Patrick Findeiß
Die beiden Sprechstundenhilfen Moritz Hinderlich und Gerlinde Hain in den einst aufwendig modernisierten Praxisräumen von Dr. Haldun Erdemir. Nun will der Arzt an einen anderen Mediziner übergeben. Foto: Patrick Findeiß  

Stammbach - Im Raum Münchberg ist ein Großteil der Hausärzte über 60 Jahre alt. Das führt dazu, dass immer mehr Mediziner einen Nachfolger suchen. Auch Dr. Wolfgang Bechinger hat sich lange darum bemüht, einen Arzt zu finden, der seine 30-jährige Arbeit weiterführt. Weil er niemanden gefunden hat, ist die Praxis in Münchberg seit Ende Juni geschlossen.

Genau das könnte nun auch Hausarzt Dr. Haldun Erdemir bevorstehen. Er sucht ebenfalls einen Nachfolger, der seine Praxis in Stammbach sowie die Zweigstelle im neun Kilometer entfernten Kupferberg weiterführt. Obwohl er bereits im "Ärzteblatt" und über den Hausärzteverband sucht, hat sich noch kein Interessent gemeldet, berichtet er auf Nachfrage unserer Zeitung.

Wie er erklärt, will er aus gesundheitlichen Gründen aufhören, weil er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Wenn er einen Mediziner findet, möchte er die Praxis bereits ab Oktober übergeben. Doch er weiß, dass dieser Plan auch scheitern könnte. "Wegen des Ärztemangels ist es schwer, jemanden zu finden." Trotzdem hat er sich ein Limit gesetzt: "Ich praktiziere höchstens noch bis zum Jahresende, länger nicht."

Erdemir führt die Praxis in der Kulmbacher Straße seit 2007. Die ersten acht Monate praktizierte er zusammen mit einem Kollegen, seitdem ist er alleine und bietet Sprechstunden in Stammbach und Kupferberg an. Die Praxis hat er von einem Vorgänger übernommen und dann viel investiert, um die Räume zu modernisieren. So hat er die Fläche der Ursprungs-Praxis auf 250 Quadratmeter verdreifacht. Er hat damit auch das Ortsbild verändert und mithilfe der Städtebauförderung die Fassade komplett umgestaltet und erneuert. Bürgermeister Karl-Philipp Ehrler lobte dies bei der Eröffnung der Praxis ausdrücklich. Er betonte aber auch, wie wichtig die Praxis für die medizinische Versorgung sei. Während ringsherum in vergleichbaren Orten das medizinische Angebot schlechter werde, laufe die Entwicklung in Stammbach sehr positiv, so Ehrler 2007. "Das macht die wohnortnahe Versorgung auch unserer immer älter werdenden Mitbürger möglich", freute er sich.

Genau das könnte sich ändern, wenn Dr. Erdemir bis Jahresende niemanden findet. In Stammbach gibt es zwar einen weiteren Hausarzt, trotzdem verringert sich insgesamt die Zahl der Praxen im Raum Münchberg weiter. Schon jetzt klagen Hausärzte wie Hannelore Hoffmann über eine steigende Zahl von Patienten, die auch aus anderen Städten, wie zum Beispiel Helmbrechts, zu ihr nach Münchberg kommen.

Im Münchberger Rathaus versucht man schon seit geraumer Zeit, dem drohenden Wegfall mehrerer Praxen vorzubeugen. Bürgermeister Christian Zuber hat bereits 2017 zu einem Treffen aller Ärzte eingeladen und will im Dialog nach Lösungen suchen.

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Claudia Sebert
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Veröffentlicht am:
03. 08. 2018
21:02 Uhr

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Claudia Sebert

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Veröffentlicht am:
03. 08. 2018
21:02 Uhr



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